Schnelle Updates und hohe Sicherheit

Das müssen Sie über Android One wissen

Nokia Android One
Finnischer Hersteller Nokia macht nur noch Smartphones mit Android One
Foto: Getty Images

Anders als iOS, dessen Aussehen und Funktionalität von Apple festgelegt werden, wird Android von jedem Smartphone-Hersteller optisch und technisch angepasst. Das bringt zahlreiche Probleme für das Betriebssystem mit sich, die durch Programme wie Android One beseitigt werden sollen.

Android ist das mit Abstand meistverbreitete Betriebssystem der Welt, doch es leidet unter starker Fragmentierung: Die Smartphone-Hersteller legen fast immer ihre eigene Benutzeroberfläche über das System und installieren eigene und gesponsorte Apps – sogenannte Bloatware – auf den Geräten. Durch diese vielen zusätzlichen Elemente, die zum eigentlichen Android-System dazukommen, brauchen die Hersteller oft sehr lange, um Updates und Sicherheitspatches zu veröffentlichen. Das ist inzwischen zu einem solchen Problem geworden, dass Google nun immer stärker sein „One“-Programm zur Vereinheitlichung des Systems vorantreibt.

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Android One anfangs nur für Billig-Geräte

Android One, das 2014 eigentlich für günstige Android-Smartphones ins Leben gerufen wurde, ist mittlerweile Googles hauptsächliches Programm für mobile Geräte. Ursprünglich war Android One als vereinfachte Version von Android gedacht, um auch auf Geräten mit schwacher Hardware zu laufen, die für Entwicklungsmärkte wie etwa Indien und Pakistan vorgesehen waren. Die Smartphone-Hersteller erkannten jedoch schnell die Vorteile des reinen Android-Betriebssystems und bald wurden Android-One-Geräte auch für andere Märkte wie Nordamerika und Europa verfügbar.

One-Smartphones laufen mit unmodifiziertem Android, um eine einheitliche Nutzererfahrung und höhere Sicherheit durch monatliche Patches zu gewährleisten. Auch die Hardware-Anforderungen werden von Google festgelegt, um eine flüssige Bedienung zu gewährleisten. Immer mehr Hersteller wie Motorola, HTC, Xiaomi und seit kurzem auch LG bieten Android-One-Geräte an und Nokia ist sogar komplett dazu übergangen, alle seine Smartphones mit reinem Android auszuliefern.

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Android, wie es sein sollte

Neben längerer Versorgung mit neuen Android-Versionen ist vor allem die Drei-Jahre-Garantie für zügige Sicherheitsupdates ein Verkaufsargument für Android-One-Smartphones. Denn Sicherheitsupdates sind selbst bei teueren High-End-Geräten nicht immer einer Selbstverständlichkeit, mit einigen Herstellern, die zum Teil ein halbes Jahr brauchen, um Patches für ihre Flaggschiff-Geräte auszuliefern. Bei Updates stehen die Android-One-Smartphones nur den Pixel-Geräten von Google selbst nach, die noch etwas schneller mit den neuesten Funktions- und Sicherheitsupdates ausgestattet werden.

Android-One-Geräte kommen nur mit den grundlegenden Apps von Google und verzichten komplett auf Bloatware. Dadurch ist ab Werk schon mehr Speicherplatz vorhanden als bei den modifizierten Herstelleroberflächen anderer Geräte. Die Android-Oberfläche läuft ohne die Hersteller-Modifizierung zudem immer flüssig und unterscheidet sich kaum von Googles eigenen Pixel-Smartphones.

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Einziger Nachteil bei Android One ist die Tatsache, dass oft nur abgespeckte Hardware zum Einsatz kommt. Zum Beispiel das erst vor kurzem angekündigte LG G7 One, das im Gegensatz zum normalen G7 einen High-End-Prozessor aus dem Vorjahr, eine einfache Kamera statt Dual-Kamera und weniger Speicher hat. Auch andere Hersteller setzten oft nur auf Einsteiger- oder Mittelklasse-Hardware auf Android One. Nokia scheint bislang eine Ausnahme zu sein, da der finnische Hersteller High-End-Modelle mit Top-Hardware anbietet, die mit anderen Flaggschiff-Smartphones konkurrieren kann.

TECHBOOK meint

„Android One ist eine tolle Sache für diejenigen, die genug haben von langsamen Updates und überladenen Benutzeroberflächen. Aktuell ist die Auswahl an Android-One-Modellen noch etwas eingeschränkt, es kommen jedoch immer mehr Geräte dazu. Wer reines Android haben möchte, aber nicht viel Geld für ein Pixel-Smartphone in die Hand nehmen will, hat daher gute Alternativen.“ – Adrian Mühlroth, Autor

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