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Pixar-Animationsfilm

Mehr als zehn Länder verbieten „Toy Story“-Ableger

Toy Story Lightyear
Buzz Lightyear ist eine der bekanntesten Animationsfiguren aller Zeiten.Foto: picture alliance

Über zehn Länder, darunter etwa die Vereinigten Arabischen Emirate, wollen den neuen „Toy Story“-Ableger von Pixar nicht in den heimischen Kinos zeigen. Alle Länder nennen denselben Grund – und setzen damit einen alten Streit fort.

Die Vereinigten Arabischen Emirate und über zehn weitere Länder wollen den neuen Animationsfilm von Pixar, „Lightyear“, nicht zeigen. Der Grund ist derselbe, wie auch unter anderem schon bei „Doctor Strange 2“ oder „Die Schöne und das Biest“.

„Lightyear“ darf in vielen Kinos nicht gezeigt werden

Mit „Toy Story“ verbinden viele schöne Kindheitserinnerungen. Der erste Teil der beliebten Animationsreihe erschien bereits 1995 und war der erste computeranimierte Spielfilm überhaupt. „Toy Story 2“ folgte 1999, 2010 erschien dann ein 3. Teil. Der bis dato letzte Part der Reihe, „A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando“ kam 2019 in die Kinos und war ein Riesenerfolg. Schon längst genießen die Spielzeugfiguren Woody und Buzz Lightyear Kultstatus. Im Juni 2022 soll nun ein neuer Film mit dem Titel „Lightyear“ erscheinen, der die Vorgeschichte der gleichnamigen beliebten Figur erzählt. Der Trailer und die ersten Pressestimmen versprechen harmlosen, kindertauglichen Animationsspaß – allerdings sehen das nicht alle Länder so.

Wieder einmal waren die Vereinigten Arabischen Emirate die ersten, die den Film verboten haben. Weitere, überwiegend muslimische Länder, zogen nach, darunter Ägypten, Indonesien, Kuwait und Saudi-Arabien. Der Grund: „Lightyear“ wird wohl eine Szene enthalten, in der sich zwei Frauen küssen.

Auch interessant: „Doctor Strange 2“ darf wegen einer Szene in mehreren Ländern nicht gezeigt werden

Verbot von „Lightyear“ hat eine Vorgeschichte

„Lightyear“ ist nicht der erste Film, der aufgrund von mehr oder weniger deutlich gezeigter Homosexualität in bestimmten Ländern verboten wird. TECHBOOK berichtete erst kürzlich, dass auch Marvel-Blockbuster „Doctor Strange 2“ in vielen Kinos nicht laufen durfte. Grund war die erste LGBTQ+-Heldin des MCU, die in einer nur wenige Sekunden andauernden Sequenz ihre beiden Mütter erwähnt.

Ein weiteres prominentes Beispiel ist „Phantastische Tierwesen 3“. Das „Harry Potter“-Prequel durfte aufgrund der homosexuellen Beziehung zwischen Dumbledore und Grindelwald unter anderem auch in China, einem der wichtigsten Kinomärkte weltweit, nicht laufen. Eigentlich hatten etwa die Vereinigten Arabischen Emirate gerade erst verkündet, westliche Filme mit entsprechenden Szenen künftig nicht mehr verbieten, sondern das Mindestalter auf 21 Jahre hochsetzen zu wollen. Nun haben sie den neuen „Toy Story“-Ableger trotzdem aus den heimischen Kinos verbannt. Als Begründung gab das Land an, dass der Film „gegen die Standards des Landes für Medieninhalte“ verstoße. Die Filmzensurbehörde in Malaysia bezeichnete den Film aufgrund der Szene als „nicht für Kinder geeignet“.

Disney bleibt seiner Linie treu, trotz interner Differenzen

Die Szene, um die es letztlich geht, zeigt einen kurzen Kuss zwischen der von Uzo Adoba synchronisierten Figur Alicia Hawthorne und ihrer Ehefrau. Die in „Lightyear“ neu eingeführte Figur ist eine treue Weggefährtin der Hauptfigur. Dass sie ihre große Liebe findet und eine Familie gründet, soll unter anderem die Einsamkeit von Buzz Lightyear verdeutlichen.

Laut Produzentin Galyn Susman war besagte Sequenz auch intern lange umstritten. Dabei ging es laut Susman aber nicht um die Homosexualität der Figuren an sich, die ein wesentlicher Teil der Handlung sei. Man habe sich dann, auch als Reaktion auf einen offenen Brief mehrerer Pixar-Mitarbeiter, bewusst entschieden, die Szene im Film zu platzieren und nicht zu schneiden.

Einige der Länder, die „Lightyear“ aktuell verbieten, würden den Film zeigen, wenn die Szene zensiert würde. Dieser Aufforderung will der hinter Pixar stehende Disney-Konzern allerdings nicht nachkommen. Schon in der Vergangenheit hatte man sich gegen die Entfernung solcher Szenen gewehrt. Der Konzern wolle bewusst mehr Diversität in seinen Produktionen zeigen.

Quellen

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