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Marvel-Blockbuster

Erfolgreicher Superhelden-Film darf in fünf Ländern nicht erscheinen

Doctor Strange 2: Marvel-Logo mit Iron Man
Marvel steht wie kein anderes Studio für bildgewaltige Superhelden-ActionFoto: Getty Images

Gleich fünf Länder wollen den neuen Superhelden-Film von Marvel nicht zeigen. Alle führen denselben Grund an.

Marvel ist aktuell das Nonplusultra in Sachen Superhelden-Blockbuster. Und auch, wenn Serien wie „WandaVision“ auf dem eigenen Streaming-Dienst Disney+ sehr erfolgreich sind, bleiben die großen Kinofilme das Aushängeschild. Einer der erfolgreichsten Filme des Studios – und das kann man schon so kurz nach dem Start sagen – ist „Doctor Strange 2“. Ausgerechnet dieser Film darf nun in gleich fünf Ländern nicht in den Kinos erscheinen.

„Doctor Strange 2“ u.a. in Ägypten und Saudi-Arabien verboten

Der erste „Doctor Strange“ hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Zwar tauchte der von Benedict Cumberbatch gespielte Zauberer in einigen Marvel-Filmen auf und spielte etwa in „Avengers: Infinity War“ und „Avengers: Endgame“ eine entscheidende Rolle. Auf einen weiteren Solo-Film mussten die Fans nun aber doch eine ganze Weile warten. Nach 2016 kam im Frühjahr 2022 „Doctor Strange 2“ unter dem Titel „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ in die Kinos. Aber nicht in allen Ländern. Sowohl Ägypten als auch Saudi-Arabien haben bereits im Vorfeld verkündet, den Superhelden-Blockbuster nicht zu zeigen.

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Grund ist eine Figur namens America Chavez, gespielt von Xochitl Gomez. Die junge Superheldin wird mit dem Film erstmals eingeführt. Nicht nur ihre außergewöhnlichen Kräfte – sie kann (Achtung Spoiler) fliegen, ist übermenschlich stark und kann Portale in andere Dimensionen und Realitäten erschaffen – machen sie zu einer besonderen Figur. Sie ist auch die erste LGBTQ+ Heldin im Marvel Cinematic Universe. Homosexualität ist sowohl in Ägypten als auch Saudi-Arabien verboten. Deshalb hat u.a. IMAX Egypt über Twitter verkündet, den Film nicht zeigen zu wollen.

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Grund ist eine einzige Szene

Kurz darauf stoppten auch Kuwait und Katar die Ticketverkäufe für den Film. Im Vorfeld war zwar lange nicht bekannt, wie explizit Homosexualität im Film überhaupt eine Rolle spielen würde, dennoch positionierten sich die genannten Länder frühzeitig. Im inzwischen veröffentlichten Film geht es nun nur nebensächlich um Homosexualität. Genau genommen wird sie lediglich in einer circa zwölf Sekunden dauernden Sequenz erwähnt, als America ihre beiden Mütter thematisiert. Dass die Figur selbst homosexuell ist (siehe Comic-Vorlage), spielte in „Doctor Strange 2“ hingegen keine Rolle. Wie die Thematik künftig im MCU platziert wird, bleibt abzuwarten.

Auch in China läuft der Film bis dato nicht, allerdings wurde im diesem Fall bisher keine Begründung genannt. Chinesischen Kinos zeigten 2021 auch den Marvel-Film „Eternals“ nicht; damals war der Grund aber, dass sich Regisseurin Chloé Zhao negativ über ihr Heimatland China geäußert hatte. Allerdings gab es erst kürzlich für einen weiteren Blockbuster Probleme mit dem asiatischen Land: „Phantastische Tierwesen 3: Dumbledores Geheimnis“. Dort mussten tatsächlich einige Szenen, die die Liebesbeziehung zwischen Dumbledore und Grindelwald umreißen, zensiert werden. Dass auch im Fall von „Doctor Strange 2“ Homosexualität eine Rolle spielt, ist dementsprechend nicht unwahrscheinlich.

Kino-Bann von „Doctor Strange 2“ ist kein Einzelfall

Die Reaktionen etwa auf den erwähnten Twitter-Post fallen recht vernichtend aus. Viele Twitter-Nutzer zeigen kein Verständnis für die Entscheidung, andere schlagen vor, einfach eine zensierte Fassung in den Kinos zu zeigen. Saudi-arabische Kinos geben das ebenfalls als Möglichkeit an, den Film doch noch zu zeigen. Dazu muss man wissen, dass der Fall „Doctor Strange 2“ kein vereinzelter ist. Erst im vergangenen Jahr wurde wie bereits erwähnt „Eternals“ ebenfalls in fünf Ländern verboten. Grund war die Darstellung einer homosexuellen Beziehung und einer alternativen Entstehungsgeschichte der Menschheit. Diese gilt in einigen Ländern, darunter etwa Saudi-Arabien und Katar, als blasphemisch.

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Und bereits 2017 gab es Streit um Disneys Realverfilmung von „Die Schöne und das Biest“. Die im Film von Josh Gad verkörperte Figur LeFou ist ebenfalls homosexuell, was im Film in einigen wenigen Stellen deutlich wird. Etwa Malaysia wollte den Blockbuster deshalb nur in einer zensierten Fassung zeigen; Disney widersprach dem vehement mit dem Verweis, bewusst mehr Diversität in den eigenen Produktionen präsentieren zu wollen. Letztlich erschien der Film dann gar nicht in den Kinos des Landes. Eine zensierte Fassung dürfte deshalb auch bei „Doctor Strange 2“ nicht in Frage kommen, steht hinter Marvel doch ebenfalls Disney.

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America Chavez in „Doctor Strange 2”

Mit America Chavez stößt eine Figur zum MCU, die als Miss America bekannt ist und seit 2011 Teil der Comic-Vorlage ist. Seit 2013 ist sie Mitglied der Young Avengers. In den Comics wächst sie bei ihren zwei Müttern in einem Paralleluniversum auf, bevor es sie auf unsere Erde verschlägt. Besonders ihre Fähigkeit, Portale zu erschaffen, macht sie zur wahrscheinlich spannendsten Figur in „Doctor Strange 2“. Wie einer der Trailer bereits zeigte, wird die junge Frau deshalb von finsteren Mächten verfolgt. Und auch für Wanda Maximoff aka Scarlet Witch (Elizabeth Olsen) sind die Kräfte der Superheldin interessant, würden sie ihr doch die Möglichkeit bieten, ihre verlorenen Kinder wiederzusehen. In Deutschland ist „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ seit dem 04. Mai in den Kinos zu sehen und ein Start bei Disney+ ist bereits für den Sommer dieses Jahres geplant.

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