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Von „Fallout“-Machern

Eine der umstrittensten Gaming-Reihen überhaupt wird zur Amazon-Serie

Spielszene aus „Wolfenstein Youngblood“
Spielszene aus „Wolfenstein Youngblood“ Foto: Bethesda
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Woon-Mo Sung
Redakteur

29. Juli 2025, 14:07 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Videospieleverfilmungen boomen in Hollywood und neben den großen Filmstudios dürfen natürlich auch die Streaming-Dienste nicht dabei fehlen. Fans dürfen sich schon jetzt auf das nächste große Projekt freuen.

Denn insbesondere Netflix und Amazon scheinen in einen regelrechten Wettstreit getreten zu sein, wer die besten Gaming-Adaptionen auf die Beine stellt. Der Versandriese hat dabei mit „Fallout“ eindrucksvoll bewiesen, dass man sich auf Videospielstoffe hervorragend versteht. Weitere heiße Eisen hat das Unternehmen bereits im Feuer – zu denen sich jetzt auch eine „Wolfenstein“-Serie bei Amazon gesellt.

„Wolfenstein“-Serie bei Amazon geplant

Das berichtet jetzt exklusiv das US-Branchenmagazin „Variety“. Erste Personalien hinter den Kulissen gibt es bereits zu vermelden. Kreative Hauptkraft wird Patrick Somerville, da er als Serienschöpfer, Drehbuchautor, ausführender Produzent und Showrunner in Personalunion agieren wird.

Somerville soll dem Bericht zufolge seit seiner Kindheit Fan der „Wolfenstein“-Spiele sein. Zudem bringt er reichlich Erfahrung bei Serienproduktionen mit wie etwa „Maniac“ für Netflix, „Station Eleven“ für HBO Max sowie „The Leftovers“.

Neben anderen wird außerdem Jerk Gustafsson des Entwicklungsstudios MachineGames als ausführender Produzent dabei sein, um die „Wolfenstein“-Serie bei Amazon voranzubringen. Die Produktionsfirma Kilter Films ist auch an Bord und hat zuvor für Amazon die „Fallout“-Serie erfolgreich an den Start gebracht. Neben „Fallout“ und „Wolfenstein“ plant Amazon zudem Serien zu den immensen Spielehits „Mass Effect“, „God of War“ und dem Tabletop-Spiel „Warhammer 40.000“.

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Das können Fans erwarten

Inhaltliche Details gibt es zu diesem frühen Zeitpunkt zwar noch keine. Wer sich aber nur ein wenig mit dem Franchise auskennt, weiß, dass es äußerst rabiat zur Sache gehen und ein ganz spezifisches Feindbild diese Grobheit zu spüren bekommen wird.

So soll die offizielle Logline schlichtweg lauten: „Die Geschichte des Nazitötens ist immergrün.“ Die 1981 ins Leben gerufene Reihe spielt inhaltlich größtenteils während des Zweiten Weltkriegs in Nazideutschland, wobei der reine Kriegsschauplatz mit bizarren Experimenten und okkulten Elementen vermengt wird.

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Seit „Wolfenstein 3D“ von 1992 handelt es sich vornehmlich um Ego-Shooter. Der 92er-Titel gilt neben dem originalen „Doom“ als wegweisender Genre-Vertreter, der die Grundmechaniken moderner Ballerspiele aus der Ich-Perspektive mitdefinierte.

„Wolfenstein“ mit langer Zensurgeschichte in Deutschland

Aufgrund der Thematik rund um den Zweiten Weltkrieg und Nazis hatten es die „Wolfenstein“-Spiele seit jeher besonders schwer auf dem hiesigen Spielemarkt. Mehrere Teile wurden ihrerzeit entweder auf den Index gesetzt oder sogar beschlagnahmt – Letzteres bedeutet, dass die Weiterverbreitung strafbar war. „Wolfenstein 3D“ etwa war von 1994 bis 2019 indiziert und beschlagnahmt. Erst seit einer Neuprüfung 2022 darf der Titel ungeschnitten wieder vertrieben werden.

Neben der expliziten Gewaltdarstellung war auch das Zeigen von NS-Symbolen innerhalb der Spielwelt oft Gegenstand von Diskussionen. Weil einst ein Rechtsextremist das Spiel nebst anderer Nazi-Inhalte verbreitete und dafür verurteilt wurde, kam die Auffassung auf, Symbole wie etwa Hakenkreuze dürften grundsätzlich nicht in Spielen gezeigt werden. Die Spielebranche reagierte ihrerseits mit Selbstzensur, USK und BPjM griffen dies in ihren Wertungskriterien auf.

Erst seit 2018 im Zuge der Auslegung der sogenannten Sozialadäquanzklausel im Strafgesetzbuch hat man viele Entscheidungen wieder rückgängig gemacht. Dazu trugen Diskussionen über „Wolfenstein“ erheblich bei, wie man bei der USK einräumte. Seitdem können entsprechende Symbole auch in Spielen auftauchen – hohe Alterseinstufungen bleiben aber dennoch vorprogrammiert.

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