21. Oktober 2026, 14:22 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Für gewöhnlich sind Filme und Serien vor allem direkt zum Start am erfolgreichsten. Je älter ein Titel ist, desto mehr nimmt das Interesse ab, und das ist auch vollkommen normal. Umso überraschender ist es, dass die Serie „The Dropout“ über Elizabeth Holmes einen plötzlichen Anstieg der Streaming-Zugriffe verzeichnet. Aber warum?
Elizabeth Holmes betrog Investoren
Die Geschichte zu Elizabeth Holmes schlug in den vergangenen Jahren hohe Wellen. Die 42-Jährige gründete das Unternehmen Theranos, das in den 2010ern eine milliardenschwere Bewertung erhielt. Grund dafür war das Versprechen, der Konzern habe den Prozess für Bluttests revolutioniert.
Später stellte sich jedoch heraus, dass Holmes und Theranos weder mit Investoren noch mit der Regierung ehrlich waren und dass die Unternehmerin und andere Betrug begangen haben, um Gelder von Investoren zu erhalten.
2022 wurde Holmes zu elfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Zudem müssen sie und ihr ehemaliger Geschäftspartner und Liebhaber Ramesh Balwani 452 Millionen US-Dollar an Entschädigungen zahlen.
„The Dropout“ wird wieder mehr geschaut
Hollywood liebt bekanntlich wahre Geschichten über Aufstieg und Fall von Personen. Deswegen überrascht es nicht, dass man den Fall Elizabeth Holmes ebenfalls für erzählenswert fand. 2022 erschien etwa die Miniserie „The Dropout“ mit Superstar Amanda Seyfried in der Hauptrolle bei Hulu beziehungsweise Disney+. Unter anderem gewann Seyfried in der Hauptrolle als Holmes einen Emmy, die Serie selbst erhielt weitere zahlreiche Nominierungen und Gewinne.
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Das ist jetzt einige Jahre her und eigentlich sollte das Interesse an „The Dropout“ abgeflacht sein. Doch wie das US-Branchenmagazin „Variety“ berichtet, stiegen die Zugriffe Anfang September plötzlich um 186 Prozent an. Um einen kurzen Ausreißer handelte es sich nicht, denn der Anstieg hielt noch bis Mitte Oktober an. Weitere Zahlen verdeutlichen das zugenommene Interesse: Noch im August wurde die Serie für 420.000 Stunden gestreamt, im September betrug der Wert bereits 1,2 Millionen.
Das Suchinteresse nach der Serie ist im Zuge dessen auch stark gewachsen, und zwar bis zu 200 Prozent.
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Doku über Elizabeth Holmes befeuert „The Dropout“
Ursache für das wiedererstarkte Interesse an „The Dropout“ ist keine neue Entwicklung im Fall Holmes per se. Stattdessen geht es um „You Can See Everything“, einen experimentellen Dokumentarfilm von Nathan Fielder und Lance Oppenheim. Dafür besuchten die Filmemacher Holmes und ihren aktuellen Partner Billy Evans 34 Tage bevor Holmes ihre Gefängnisstrafe antrat.
Die fast dreistündige Dokumentation erhielt euphorische Kritiken sowohl von der Presse als auch von Kinogängern, die sie bereits in den USA oder auf Festivals sehen konnten. Bei Rotten Tomatoes sind 98 Prozent aller professionellen Besprechungen positiv, bei Letterboxd avancierte der Film kurz nach Erscheinen zum bislang bestbewerteten Titel in der Geschichte der Plattform.
Bereits vor US-Kinostart entwickelte sich ein für eine Doku doch recht großer Hype, wodurch Elizabeth Holmes erneut ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rückte. Das wiederum scheint „The Dropout“ zugutegekommen zu sein. Der Streaming-Zuwachs geht zeitlich direkt mit einer Ankündigung zu „You Can See Everything“ einher, wonach die Doku teilweise heimlich gefilmt wurde. Dass das Serien-Interesse hoch blieb, hing mit dem näher rückenden Kinostart der Doku zusammen.
„The Dropout“ streamen
„The Dropout“ ist derzeit bei Disney+ und MagentaTV als Stream zu sehen. Für „You Can See Everything“ gibt es aber nach aktuellem Stand noch keinen deutschen Kinostarttermin. Zumindest ist laut „Filmstarts“ bekannt, dass sich Sony die internationalen Vertriebsrechte gesichert hat, wodurch eine hiesige Auswertung als sicher gilt.