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„Der Super Mario Galaxy Film“ ist perfekt für die Generation TikTok

Szene aus „Der Super Mario Galaxy Film“
Szene aus „Der Super Mario Galaxy Film“ Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Nintendo
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Woon-Mo Sung
Redakteur

31. März 2026, 21:00 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Seit mehr als 40 Jahren hüpft und rennt Super Mario durch eine Vielzahl an Videospielen, die in den meisten Fällen seinen Namen tragen. Die Schöpfung des japanischen Spielegiganten Nintendo hat die gesamte Videospielbranche, und insbesondere das Genre der Jump ‚n‘ Runs, maßgeblich geprägt. Nun erobert der schnauzbärtige Klempner erneut die große Leinwand. Aber wie sehenswert ist „Der Super Mario Galaxy Film“ eigentlich?

Darum geht es

Kurz zur Handlung: Nachdem Mario, Luigi und Prinzessin Peach im Vorgänger dem fiesen Bowser das Handwerk gelegt haben, scheint der Frieden im Pilzkönigreich eingekehrt zu sein. Doch eines Tages erhält Peach eine dringliche Botschaft aus einer anderen Galaxie: Prinzessin Rosalina wurde von keinem Geringeren als Bowser Jr. entführt! Peach begibt sich auf eine gefährliche Reise, um ihr zu helfen und dabei etwas über ihre eigene Vergangenheit herauszufinden. Die beiden Klempner-Brüder greifen ihr tatkräftig unter die Arme – sofern das bei dem ganzen Chaos, das sie auf Schritt und Tritt begleitet, überhaupt möglich ist.

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Technisch brillante Spielverfilmung

Bei „Der Super Mario Galaxy Film“ handelt es sich um die direkte Fortsetzung von „Der Super Mario Bros. Film“ von 2023. Damit ist auch die Marschrichtung vorgegeben. Der Spaß ist animiert, knallbunt und gespickt mit Action, Gags und allerlei Referenzen auf diverse Nintendo- und besonders Mario-Spielwelten. Das bleibt auch im zweiten Teil so erhalten.

Fans der ikonischen Figuren werden allein schon aufgrund der Fülle an Figuren und Anspielungen auf ihre Kosten kommen, wobei für eine „Mario Galaxy“-Verfilmung, wie sie der Titel angibt, überraschend häufig auf „Super Mario Odyssey“ hingewiesen wird. Aber wen juckt’s, wenn das Ergebnis trotzdem so gut aussieht? Visuell ist der Film von Wiederholungsregisseur Matthew Fogel eine echte Augenweide geworden, an den Farben und Effekten möchte man sich einfach nicht sattsehen.

Besonders im Gedächtnis bleibt eine Sequenz, in der reichlich Sternschnuppen vom Himmel fallen. Die Vielzahl an zauberhaft animierten und designten Objekten und ihr Zusammenspiel mit Farben und Licht ist wirklich magisch geworden. Bei einer solchen Pracht kann sogar Klassenprimus Disney Pixar mit „Hoppers“ einpacken.

Pünktlich zu Ostern geht’s auf Easter-Egg-Suche

Und weil sowohl Nintendo als auch Super Mario auf eine lange Geschichte blicken können, können Fans direkt mit der ersten Filmminute anfangen, die ganze Leinwand nach Easter Eggs abzusuchen, also versteckten Anspielungen. Doch auch wer weniger aufmerksam ist, bekommt die volle Dröhnung Nintendo-Popkultur.

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Auf der Tonspur dürfen natürlich unverkennbare Jingles und Melodien aus den Spielen ebenso wenig fehlen wie das unsterbliche Geräusch, wenn wieder jemand durch eine Röhre durchrutscht. Zwischendurch wechselt die Action auch schon mal in eine pixelige 2D-Ansicht, als wäre sie direkt dem guten alten NES entsprungen. Und nachdem im Vorgänger unter anderem Donkey Kong vorstellig wurde, schaut dieses Mal, passend zum „Galaxy“-Thema, ein interstellarer Haudegen vorbei – es sollte nicht schwer sein zu erraten, um wen es sich handelt.

97 Minuten ohne Pause

Audiovisuell gelungen und voll mit Nintendo-Markenpflege – aber ergibt das automatisch einen guten Film? Das Erzähltempo ist jedenfalls gnadenlos hoch, der Plot kommt keine Minute zur Ruhe. Und selbst zwischen der ganzen Action wird das Skript nicht müde, einen Gag nach dem anderen einzubauen.

Deren Trefferquote hält sich aber zumindest in meinen Augen arg in Grenzen. Denn in den meisten Fällen wollen sie nicht mit einfallsreicher Gewitztheit, sondern lediglich mit Lautstärke, abgedroschenen Zeitlupen und Schnelligkeit überzeugen – und eigentlich ist das auch das hauptsächliche Problem des Films. Denn von einer echten Geschichte kann man bei „Der Super Mario Galaxy Film“ kaum noch sprechen.

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Die Aufmerksamkeitsspanne wird kürzer

Eher wird eine kontinuierlich eskalierende Kette an Ereignissen zur Schau gestellt, die in immer kürzeren Abständen und mit zunehmender Hektik auf die Nerven des Publikums einprasseln, sodass keine Zeit für Gedanken und Emotionen bleibt.

Damit ist es der perfekte Film für die doomscrollende TikTok-Generation, die nur dann am Ball bleibt, wenn sie pausenlos dauerbeschallt wird und erst gar nicht die Gelegenheit bekommt, auf andere Gedanken zu kommen. „Der Super Mario Galaxy Film“ erfordert keine aktive Aufmerksamkeit. Er ist eher das filmische Äquivalent einer fremden Person, die ihr Gesicht unangenehm nahe an das eigene bringt und ununterbrochen kichert und ständig „Ist das nicht witzig?“ fragt. Das findet dann auch nur besagte Person selbst lustig.

Da hilft keine Feuerblume mehr

Konkret bedeutet das: Der Plot springt von einer Station zur nächsten, ohne eine davon auch nur zufriedenstellend dramaturgisch aufzubauen. Viele Momente enden so abrupt, wie sie beginnen, eigentlich spannende Nebenfiguren voller Potenzial bleiben sträflich unterrepräsentiert in der Handlung. Und ganze Figurenentwicklungen vollziehen sich von einer Szene zur nächsten. Was bleibt, ist ein Film, der sich selbst und seinem Publikum nicht vertraut und es lieber betäubt, anstatt zu berühren.

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Und das ist aller aggressiven cineastischen Kinetik zum Trotz vor allem eines: zum Gähnen. Als reiner Fan-Service und unkomplizierter Spaß für die Kleinsten wird „Der Super Mario Galaxy Film“ sicher viele Zuschauer finden. Und vielleicht bin ich auch einfach unfair und in Mario, Luigi und Co. steckt schlichtweg insgesamt kein nennenswertes erzählerisches Potenzial. Dann greife ich doch lieber zum Controller und hüpfe selbst durch die Level.

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