23. September 2025, 10:43 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Streaming-Dienste richten ihren Blick verstärkt auf eine Sparte, die Massen begeistert: Live-Sport. Filme und Serien reichen im Wettbewerb nicht mehr aus – wer heute auffallen will, setzt auf Sportübertragungen in Echtzeit. Auch Netflix geht diesen Weg zunehmend konsequenter.
Einstieg mit NFL, Ausbau mit Wrestling
Im Dezember 2024 stieg Netflix in den Sportmarkt ein – mit der Live-Übertragung von zwei NFL-Partien. Die Resonanz war gewaltig, wie interne Angaben des Unternehmens zeigen. Seitdem verfolgt der Streaming-Anbieter eine klar erkennbare Sportstrategie: In den USA läuft mittlerweile wöchentlich „WWE Monday Night Raw“ exklusiv auf der Plattform – in Deutschland allerdings noch nicht.
Zudem hat sich Netflix laut Recherchen die Übertragungsrechte für die kommenden beiden Weltmeisterschaften im Frauenfußball gesichert. Solche Rechte erlauben die Ausstrahlung von Sportereignissen in bestimmten Märkten – ein klarer Schritt in Richtung globaler Sportanbieter.
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Premier League als nächstes Ziel?
Laut Adam Kelly, Präsident des Sportrechtevermarkters IMG, könnte Netflix bald einen noch größeren Coup landen: den Einstieg in die Übertragungen der britischen Premier League. Gegenüber „Variety“ sagte Kelly: „Ich gehe fest davon aus, dass Netflix die britische Premier League ins Visier nimmt.“ Die englische Liga gilt als populärste Fußballliga der Welt – entsprechend groß ist das Interesse bei TV-Sendern und Streaming-Diensten weltweit.
Weiter erklärte Kelly: „Netflix ist das größte Medienunternehmen der Welt.“ Die bisherigen Sportstreams hätten „gigantisch“ funktioniert. Es würde ihn „überraschen, wenn sich Netflix nicht eine der wichtigsten und aussichtsreichsten Marken im Sport sichere“. Sollte Netflix in mehreren Ländern die Rechte erwerben, wäre das laut Kelly ein „unglaublich machtvoller“ Schritt.
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In den USA liegen die Rechte an der Premier League noch bis mindestens 2028 bei NBC. In seinem Heimatmarkt kann Netflix also frühestens danach aktiv werden. Möglich wäre jedoch ein Modell wie bei Amazon Prime Video: Der US-Konzern zeigte von 2018 bis 2023 pro Saison jeweils 20 Premier-League-Spiele in Großbritannien – ob Netflix einen ähnlichen Weg geht, ist bislang offen.
Netflix war jahrelang Sport-Verweigerer – und bricht nun Rekorde
Lange Zeit hielt sich Netflix vom Thema Live-Sport fern. Selbst Angebote zur Bundesliga wurden in der Vergangenheit abgelehnt. Doch Ende 2024 erfolgte der Kurswechsel – und der wurde laut Unternehmensangaben sofort mit Zuschauerrekorden belohnt. Auch YouTube verzeichnete in diesem Zeitraum enorme Reichweiten bei Live-Sport-Übertragungen.
Adam Kelly erwartet deshalb ein exponentielles Wachstum: Die Zuschauerzahlen würden sich nicht nur kontinuierlich erhöhen, sondern sich „sehr schnell vervielfachen“.