Mit Netflix verbindet man in der Regel den bislang erfolgreichsten Streaming-Dienst der Welt, der allein den Wechsel vom Kino ins Wohnzimmer salonfähig gemacht hat. Doch ganz ohne die große Leinwand kann man trotzdem nicht. Immer wieder schickt Netflix ausgewählte Filme auch in die Filmtheater. Und für „La Bola Negra“ (internationaler Titel „The Black Ball“) geht man sogar so weit wie noch nie zuvor.
Netflix bringt „La Bola Negra“ extralang ins Kino
Das epische Drama hat erst in diesem Jahr bei den Filmfestspielen von Cannes für Aufsehen gesorgt und einen Preis für die beste Regie eingeheimst. Netflix hat sich die Rechte für die USA und Kanada gesichert – und glaubt offenbar, einen heißen Oscarkandidaten zu haben, der hoffentlich auch für extra Einnahmen sorgt. Wie „Deadline“ jetzt berichtet, hat Netflix den Kinostart sogar vorverlegt. In Nordamerika wird er am 16. Oktober starten, am 2. Dezember folgt die digitale Veröffentlichung.
Das bedeutet, dass der Film für 46 Tage exklusiv im Kino zu sehen sein wird – eine neue Bestmarke für einen von Netflix vertriebenen Film. Und das auch mit einigem Abstand: Der bisherige Spitzenreiter war „Marriage Story“ von 2019, der damals für 30 Tage im Kino lief.
Netflix geht es zwar in erster Linie um immer neue zahlende Abonnenten. Doch schon lange spielt auch Prestige eine Rolle. Jedes Jahr schickt der Anbieter Filme ins Rennen um Preise, etwa die Oscars. Um aber für diese nominiert werden zu können, ist oft eine vorherige Kinoauswertung verpflichtend.
Bis auf wenige Ausnahmen begnügt sich Netflix deswegen mit einem besonders kurzen Zeitfenster, in dem der jeweilige Titel ausschließlich im Kino zu sehen ist. Zwei Wochen sind da gängig, ehe der Film auf der Streaming-Plattform erscheint. Nicht so jedoch bei „La Bola Negra“. Es ist also eine ungewöhnliche Entscheidung für das Unternehmen.
„La Bola Negra“ begeistert Kritiker
Viele Menschen konnten „La Bola Negra“ noch nicht sehen, und das sind vornehmlich professionelle Filmkritiker. Die zeigen sich sehr angetan. Bei Metacritic etwa steht unter Berücksichtigung von zwölf Bewertungen das durchschnittliche Ergebnis bei bislang ausgezeichneten 85 von 100 möglichen Punkten. Bei Rotten Tomatoes wiederum sind 88 Prozent aller 32 eingegangenen Besprechungen positiv ausgefallen.
Die Anzahl an Rezensionen ist aktuell noch sehr gering und wird noch stark wachsen. Das Ergebnis kann sich also noch verändern. Die bisherigen Resultate sind aber bereits frühe Indikatoren, dass sich der Wert stabil halten oder sogar noch verbessern könnte.
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Worum geht es? Im Mittelpunkt stehen drei Männer aus unterschiedlichen Zeiten, deren Geschichten in den Jahren 1932, 1937 und 2017 spielen und eng zusammenhängen. Ihre Verbindung entsteht durch Sehnsucht, körperliche und emotionale Erfahrungen sowie durch erlittene Verletzungen. Darüber hinaus geht es um den Umgang mit historischem Erbe und die Frage, wie Schuld und Verantwortung weitergetragen werden. Stars wie Penélope Cruz und Glenn Close standen für die spanisch-französische Ko-Produktion vor der Kamera. Der deutsche Kinostart ist übrigens für den 19. November geplant und erfolgt hierzulande nicht über Netflix, sondern über den Pandora Filmverleih.
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