17. März 2026, 14:17 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Es gibt Serien, die laufen über Jahrzehnte und etliche Staffeln hinweg. Dann gibt es auch die Sparte der Miniserien, die meist nur für eine Staffel und über wenige Folgen gehen. Doch allen ist im Normalfall gemein, dass sie gleich zu Beginn mit mehreren vorproduzierten Folgen erscheinen. Nicht so „Famous Last Words“ bei Netflix. Zu dieser Serie gibt es bislang nur zwei Ausgaben. Und damit eine dritte überhaupt kommt, muss erst einmal jemand sterben. Aber warum?
„Famous Last Words“ ist ein besonderes Format bei Netflix
Der Titel von „Famous Last Words“ bei Netflix verrät es bereits: Es geht um „berühmte letzte Worte“. Wie der britische „Guardian“ erklärt, besteht die bislang recht überschaubare Serie lediglich aus Interviews mit berühmten Persönlichkeiten. Es sind allerdings nicht einfach gängige Star-Gespräche zu irgendwelchen neuen Projekten, die sie bewerben möchten.
Es sind Konversationen mit Menschen am Ende ihres Lebens, die wissen, dass sie bald sterben werden. Sei es durch hohes Alter oder unheilbare Krankheiten. Gastgeber Brad Falchuk (bekannt als Serienschöpfer von unter anderem „Glee“ oder „American Horror Story“) bietet seinen Gästen die Bühne, eine letzte Botschaft an Angehörige oder auch an die Welt zu übermitteln.
Die Interviews werden in dem Wissen geführt, dass sie erst nach dem Tod der jeweiligen Person bei Netflix erscheinen. Bei den Dreharbeiten gibt es kein Studiopublikum und noch nicht einmal eine Kameracrew.
Eric Dane und Jane Goodall mit emotionalen Abschieden
Für die bislang einzigen Folgen von „Famous Last Words“ bei Netflix saßen jeweils der US-Schauspielstar Eric Dane und die Verhaltensforscherin Jane Goodall vor der Kamera. Dane ist unter anderem als Dr. Mark Sloan aus „Grey’s Anatomy“ bekannt und erlag seiner ALS-Erkrankung. Goodall beeinflusste die Forschung mit ihren Erkenntnissen zu Primaten nachhaltig und starb im Schlaf an einem Herzstillstand.
Es könnten nicht unterschiedlichere Persönlichkeiten sein und auch nicht unterschiedlichere „letzte Worte“. Bei Danes Interview verließ Falchuk wenige Minuten vor dem Ende den Raum und erlaubte dem Schauspieler, allein in die Kamera zu sprechen. Dabei richtete er seine letzten Worte an seine beiden Töchter: „Ihr seid mein Herz. Ihr seid mein Ein und Alles. Gute Nacht. Ich liebe euch. Dies sind meine letzten Worte.“
Goodall hingegen wählte einen universellen Ansatz und drängte Zuschauer darauf, nicht die Hoffnung im Leben und in dieser Welt zu verlieren. Sie erinnerte daran, dass auch Individuen einen Unterschied machen können.
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„Ein Schatz der menschlichen Existenz“
„Famous Last Words“ basiert auf dem dänischen Format „Det Sidste Ord“. Wann, wie und vor allem mit wem das Format weitergeht, ist nicht bekannt. Es ist davon auszugehen, dass womöglich weitere Interviews stattgefunden haben oder zumindest bereits geplant sind. Aber ein Erscheinungsdatum gibt es nicht – dazu müsste jemand erst einmal sterben.
Ob die Gesprächsreihe jemals große Abrufzahlen wie etwa „Stranger Things“ oder „KPop Demon Hunters“ erreichen wird? Davon ist aufgrund der Prämisse nicht auszugehen. Doch die Idee dahinter begeistert: „Ich habe gerade das von Eric Dane gesehen. Was für ein Konzept. Das ist episch. Ein Schatz der menschlichen Existenz“, kommentierte jemand unter einem Video bei YouTube, in dem das Konzept hinter „Famous Last Words“ erklärt wird.
Erste Vorschläge und auch Kritik
„Eines der kraftvollsten Konzepte, die ich je in den Medien gesehen habe“, schrieb jemand anders. Andere machen in den Kommentaren Vorschläge für weitere Gesprächspartner, darunter Stars wie Mick Jagger, Paul McCartney, Jane Fonda oder Jack Nicholson. Auch der bekannte Tierfilmer und Forscher David Attenborough wurde genannt.
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Ganz ohne Kritik ist die Serie trotzdem nicht. Erste Leute im Netz sagen, dass sie sich das nicht anschauen wollen. Zudem wirft man Brad Falchuk vor, sich am Tod anderer zu bereichern.