27. Februar 2026, 13:38 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Spotify und die Getränkemarke Liquid Death sorgen aktuell mit einer ungewöhnlichen Produktidee für Aufsehen. Eine streng limitierte Urne mit integriertem Bluetooth-Lautsprecher soll Verstorbenen ihre Lieblingsmusik „für die Ewigkeit“ sichern.
Mit dem Slogan, „Die Welt braucht Musik – und das Jenseits bildet keine Ausnahme“ haben Spotify und Liquid Death die „Eternal Playlist Urn“ vorgestellt. Hinter dem Namen verbirgt sich eine Urne für die Asche Verstorbener, in deren Deckel ein kabelloser Bluetooth-Lautsprecher integriert ist. Das etwa 18 x 29 Zentimeter große Gefäß ist schlicht gestaltet und hebt sich optisch vom sonst provokanten Markenauftritt von Liquid Death ab, das für Dosenwasser mit Totenkopf-Design und rockiger Inszenierung bekannt ist.
Spotify-Urne bietet Musik für das Jenseits
Der Lautsprecher ist vollständig im Deckel untergebracht und kann per USB-C-Kabel aufgeladen werden. Laut Spotify handelt es sich um die weltweit erste Streaming-Musik-Urne. Sie soll den Abschied „deutlich weniger langweilig“ machen und ermögliche es, die persönliche Lieblingsmusik auch nach dem Tod weiter erklingen zu lassen.
Die Urne ist auf 150 Exemplare limitiert und wird in den USA für 495 US-Dollar (etwa 419 Euro) angeboten. Positioniert ist sie dort eher als Sammlerstück. Zur Klangqualität machen die Anbieter keine konkreten Angaben; angesichts der kompakten Bauweise im Deckel dürfte sie aber zumindest diskussionswürdig sein.
Spotify startet günstigeres Abo – aber es lohnt sich eigentlich nicht
7 große Musik-Streamingdienste im Vergleich
Personalisierte „Ewige Playlist“
Ergänzend zur Hardware bietet Spotify in seiner mobilen App einen „Eternal Playlist Generator“ an. Nutzer beantworten darin mehrere Fragen wie „Was ist dein ewiger Stil?“, „Rest in …?“ oder „Was ist dein charakteristischer Sound als Geist?“. Auch Fragen nach der Musik müssen sie beantworten, die sie beim „Herumspuken“ hören möchte. Auf Basis dieser Angaben und des bisherigen Hörverlaufs erstellt Spotify automatisch eine individuelle Playlist. Sie lässt sich mit dem integrierten Lautsprecher synchronisieren und mit Familie und Freunden teilen.
Für Liquid Death passt die Kooperation ins Markenbild. Das Unternehmen ist für provokante Marketingaktionen bekannt, darunter eine lebensgroße, sargförmige Kühlbox, die in jenem Jahr mehr als 800 Bieter anzog und für 68.200 US-Dollar verkauft wurde. Spotify wiederum ist ebenfalls im Hardware-Markt unterwegs. Bereits 2022 hatte das Unternehmen mit Ikea tragbare Bluetooth-Lautsprecher mit integrierter Spotify-Tap-Funktion entwickelt. Auch ein eigenes Infotainment-Gerät fürs Auto namens „Car Thing“ wurde zwischenzeitlich verfolgt, später jedoch eingestellt.
Auch interessant: Spotify bekommt Gruppenchats zum Teilen von Inhalten
Wohl keine Spotify-Urne für Deutschland
Für Deutschland dürfte die skurrile Idee indes nichts sein. Denn hierzulande unterliegen Urnen und der Umgang mit der Asche Verstorbener strengen gesetzlichen Vorgaben. Es gilt grundsätzlich die sogenannte Friedhofspflicht, das heißt, die Asche darf in der Regel nur auf einem Friedhof oder in dafür vorgesehenen Bestattungswäldern beigesetzt werden. Die Aufbewahrung der Urne zu Hause, etwa im Wohnzimmerregal oder auf dem Kaminsims, ist hierzulande meist nicht erlaubt.
Eine Urne mit integriertem Lautsprecher, die dauerhaft Musik abspielt und als Ausstellungsstück gedacht ist, passt daher kaum zum deutschen Bestattungsrecht. Zudem steht bei hiesigen Bestattungsritualen in der Regel die würdevolle, ruhige Erinnerung im Vordergrund, während ein technisches Unterhaltungsgerät in einer Urne kulturell eher auf Skepsis stoßen dürfte.