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Quantität statt Qualität

Neuer kostenloser Streamingdienst ist absolut grauenvoll

Person in lockerem blauem Hemd sitzt auf einem hellen Sofa und hält eine Glasschüssel mit Popcorn in den Händen. Im Hintergrund stehen ein Regal mit Pflanzen, Aufbewahrungsboxen und Dekoration. Auf dem Sofa liegen mehrere beige und senffarbene Kissen. Die Person blickt direkt in die Kamera. Die Aufnahme entstand in einem hellen Wohnzimmer.
Ein neuer Streaming-Dienst ist vollständig KI-generiert Foto: Getty Images
Charlotte Ziesing

19. September 2026, 17:08 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Fans der Streaming-Welt können sich auf einen neuen Dienst freuen. Oder auch nicht. Denn Rokus neuer „Fairground AI Creator TV“-Channel ist zwar kostenlos und bietet auch bestimmt für jeden Sehbedürfnis-Topf einen Deckel. Das einzige Problem: Sämtliche Inhalte wurden komplett mithilfe von künstlicher Intelligenz erstellt. Kann das tatsächlich ein guter Streaming-Dienst sein? TECHBOOK hat sich das näher angeschaut.

KI-Inhalte rund um die Uhr

Die TV-Streaming-Plattform Roku hat jetzt einen eigenen Sender für Filme, Serien und Kurzformate, die mithilfe künstlicher Intelligenz entstanden sind. Laut eigenen Angaben stammen die Inhalte von mehr als 100 KI-„Künstlern“ und über 40 Studios. Gezeigt werden unter anderem Science-Fiction, Animationen, Dokumentationen, True Crime und Comedy. Der Sender finanziert sich über Werbung, die ebenfalls KI-generiert ist.

Klingt zunächst nach einem gewöhnlichen Streaming-Angebot. Allerdings ist der Hauptfokus und das Verkaufsargument von Fairground einfach nur, dass die Inhalte mit KI erstellt wurden. Außer des Drehbuchs. Das soll weiterhin aus Menschenhand stammen. Wobei das nicht zu helfen scheint.

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KI ist kein Genre

Hier eine grundsätzliche Frage: Warum sollte jemand einen Film schauen, nur weil er von einer KI erstellt wurde? Bei der Suche nach dem nächsten Streifen oder der nächsten Serie entscheiden sich die Zuschauer in der Regel für die Geschichte. Bei großen Projekten sind häufig bekannte Gesichter oder Regisseure wichtiger als die Art der Produktion. Ob Zuschauer nach einem langen Arbeitstag explizit nach „KI-generierter Unterhaltung“ suchen, darf zumindest bezweifelt werden.

Hinzu kommt, dass Fairground seine Inhalte gar nicht selbst produziert, sondern auf Produktionen externer Studios setzt. Diese habe Fairgrounds Creator Colin Petrie-Norris laut dem Magazin „The Verge“ über soziale Medien gefunden.

Die Qualität fällt dabei so aus, wie man es von KI-generierten Videos erwartet: Sie lässt zu wünschen übrig. Bewegungen wirken unnatürlich, Figuren verändern zwischen einzelnen Szenen ihr Aussehen und es ist schnell erkennbar, dass keine echten Schauspieler vor der Kamera standen. Viele Charaktere schauen starr in die Gegend, Gesichtsausdrücke wirken künstlich und selbst einfache Interaktionen erscheinen merkwürdig. Niemand blinzelt beim Reden. Die KI bietet hier also nicht einmal einen Mehrwert.

Entsprechend kritisch fallen Reaktionen in sozialen Netzwerken aus. Ein Nutzer auf X spottet: „Endlich kann KI das kreative Potenzial von Menschen freisetzen, die nicht schreiben können, kein Gespür für Erzählrhythmus oder Übergänge haben, mit menschlichen Gesichtsausdrücken nicht vertraut sind usw.“

X Corp. Platzhalter
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Wegwerf-Produktionen

Neben dem Streaming-Angebot stellt Roku auch einen linearen Fairground-Sender zur Verfügung, der den ganzen Tag läuft. Zuschauer können sich zurücklehnen und den ganzen Tag durch KI-generierte Filme, Serien und mehr zappen. Ob das Unterhaltung oder eher eine Art Dauerbeschallung ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Einige der gezeigten Produktionen erinnern stellenweise eher an längere Tech-Demos als an Inhalte, die man bewusst auf die eigene Watchlist setzen würde.

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Natürlich werden viele Neugierige einen Blick riskieren, schon alleine weil das Angebot kostenlos ist. Ob daraus jedoch eine dauerhafte Zuschauerschaft entsteht, ist eine andere Frage.

Denn bisher wirkt „Fairground AI Creator TV“ weniger wie die Antwort auf eine konkrete Nachfrage als vielmehr wie der Versuch, aus dem aktuellen KI-Hype Kapital zu schlagen. Statt einzelner hochwertiger Produktionen steht die schiere Menge im Vordergrund. Am Ende dürfte für die meisten Zuschauer ohnehin dieselbe Regel gelten wie bei jedem anderen Streaming-Dienst: Nicht die Technologie entscheidet, sondern die Qualität der Inhalte.

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