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Insider-Bericht

Wird Netflix günstiger? Geplanter Mega-Deal könnte es ermöglichen

Netflix-Logo auf einem Smartphone, dahinter US-Dollar-Banknoten
Ein potenzielles Geschäft könnte Netflix günstiger machen Foto: Getty Images
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Woon-Mo Sung
Redakteur

4. Dezember 2025, 13:23 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Die Trends im Streaming-Bereich der vergangenen Jahre machen es Verbrauchern zunehmend schwerer: mehr Anbieter und steigende Preise. Wer nichts verpassen möchte, braucht schon seit geraumer Zeit mehr als nur ein Abo, und das kostet. Und dass Inhalte verschwinden und entweder anderswo oder sogar gar nicht wieder auftauchen, frustriert ebenfalls. Dass ein führender Anbieter wie Netflix plötzlich günstiger werden könnte, war bislang nicht denkbar. Doch genau das zeichnet sich jetzt ab.

Warner-Kauf könnte Netflix günstiger machen

Ein weiterer Trend in der Unterhaltungsbranche betrifft Unternehmenskonsolidierungen. In der jüngeren Vergangenheit schluckte etwa Disney das Traditionsstudio 20th Century Fox, Paramount ging wiederum jüngst an Skydance. Aktuell steht Warner Discovery, Heimat von Warner Bros. und HBO Max, zum Verkauf. Und genau das könnte Netflix günstiger machen.

Denn der Streaming-Anbieter gehört zu den hochkarätigen Kaufinteressenten neben Paramount und Comcast. Und im Zuge dessen soll Netflix einem Insider-Bericht von „Reuters“ zufolge die Option auf den Tisch gelegt haben, nach erfolgreicher Übernahme auch ein Kombi-Paket mit HBO Max anzubieten. Damit könne man sowohl den Konkurrenten als auch Netflix günstiger machen im Vergleich zu einzeln abgeschlossenen Abos.

Vorteil für Streaming-Fans

Kunden, die Interesse an beiden Plattformen haben, käme ein gebündeltes Angebot entgegen. Zumal in den USA zahlreiche HBO-Max-Nutzer ohnehin über ein zusätzliches Netflix-Abo verfügen würden. Diese könnten damit sparen. In Deutschland geht HBO Max erst am 13. Januar 2026 an den Start. Es ist denkbar, dass ein kombinierter Tarif dann auch hierzulande eingeführt wird. Wer aber ausschließlich einen der beiden Dienste abonnieren möchte, hätte davon nichts.

Für Netflix geht es bei dieser Überlegung nicht nur um Kundenbindung. Ein günstigeres Paket soll vor allem als Argument gegenüber Wettbewerbshütern dienen, damit diese sich wohlwollend zu einer möglichen Akquisition zeigen. Regulatoren befürchten nämlich, dass der Warner-Verkauf Wahlmöglichkeiten für Verbraucher einschränken und die Preise erhöhen könnte.

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So könnte Netflix von Warner profitieren

Da viele HBO-User auch ein Netflix-Konto besitzen, würden Letztere durch den Kauf von Warner zunächst einmal keine nennenswerten Marktanteile gewinnen, wie es weiter heißt. Netflix ist ohnehin bereits führend in puncto reine Abonnentenzahlen.

Allerdings hinkt der Streamer anderen bei etablierten und beliebten Marken-Bibliotheken hinterher. Disney oder Paramount können neben anderen etwa auf Franchises wie Marvel, Star Wars, Star Trek, Transformers oder Mission: Impossible zurückgreifen. Mit der Warner-Übernahme könnte Netflix nicht nur günstiger werden. Bekannte Reihen wie Harry Potter würden dann den Besitzer wechseln.

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„Avatar“-Macher äußert sich kritisch

Während viele Fans durch die mögliche Übernahme viele neue Inhalte bekommen könnten, schauen nicht nur Regulatoren skeptisch auf das Geschäft. Regie-Ikone James Cameron („Avatar“, „Titanic“) etwa hält den möglichen Kauf von Warner durch Netflix für eine „Katastrophe“ – vor allem fürs Kino, wie er im „The Town“-Podcast sagte.

Dass Netflix versprochen hat, auch nach der Übernahme Warner-Filme weiterhin in die Kinos zu bringen, hält Cameron für einen schwachen Köder. Schließlich hat sich Netflix-CEO Ted Sarandos in der Vergangenheit abwertend zum Kino geäußert.

Netflix bringt seit Jahren ausgewählte Filme für kurze Zeit ins Kino, um sich dadurch für Preise wie die Oscars qualifizieren zu können. Cameron hält von dieser Praxis nichts und ist überzeugt, dass Netflix besser die eigene Veröffentlichungsstrategie überdenken solle, um Preise zu bekommen.

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