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Bessere Belichtung, mehr Details

Die Bedeutung von HDR bei der Smartphone-Kamera

Foto-Aufnahme mit Smartphone-Kamera
Mehr Details und Kontraste verspricht die HDR-Funktion bei Smartphone-KamerasFoto: Getty Images

Sowohl iPhones als auch Android-Smartphones besitzen mittlerweile standardmäßig Kameras, die den sogenannten HDR-Modus unterstützen. Doch was steckt hinter dem Begriff und wie zeichnen sich mit HDR aufgenommene Fotos aus? TECHBOOK klärt auf.

Das Wort HDR ist in den vergangenen Jahren zum Trend der Branche geworden. Fernseher, Kameras und Smartphones beherrschen HDR, doch nicht immer steckt hinter dem Begriff eine identische Bedeutung. Während HDR bei Fernsehern auf spezieller Hardware beruht, ist die Kamera-Technik in Smartphones mit und ohne HDR die gleiche. Die Hersteller ermöglichen HDR-Aufnahmen hier nämlich mithilfe spezieller Software, die Aufnahmen mit mehr Kontrast und Details ermöglichen kann.

Was bedeutet HDR?

HDR ist die Abkürzung für „High Dynamic Range“, übersetzt „hoher Dynamikumfang“. Die Technologie beschreibt also die Fähigkeit, mehr wahrzunehmen, als eine normale Optik es tut. Erstmals genutzt wurde sie Mitte der 1980er Jahre im Bereich der Bildbearbeitung am Computer, etwas später fand sich die Technologie aber auch in der Fotografie wieder. Seit etwa 2012 gibt es auch Smartphones mit HDR. Das Google Nexus 4 war eines der ersten Modelle, bei dem die HDR-Funktion standardmäßig in der Kamera integriert war.

Wie funktionieren HDR-Fotos auf dem Smartphone?

Grundsätzlich hängt eine mit dem Smartphone aufgenommene HDR-Aufnahme nicht mit den Linsen der Kamera zusammen, vielmehr ist es eine Funktion der Foto-App des Handys. In kurzer Zeit nimmt die Kamera dabei mehrere (meistens drei) Aufnahmen hintereinander auf – jeweils mit einem unterschiedlichen Belichtungswert. Anschließend fügt die Software die aufgenommenen Bilder zu einem einzelnen Foto zusammen. Das Ergebnis sind Bilder mit mehr Details, einer optimalen Belichtung und starken Kontrasten, die näher an der Wahrnehmung des menschlichen Auges liegen als ein herkömmliches, ohne HDR aufgenommenes Foto.

Prinzipiell ist HDR bei Smartphone-Kameras also von Vorteil. Probleme wie zu helle oder zu dunkle Aufnahmen, platte Details und zu wenig Dynamik beseitigt die Technologie.

In diesen Situationen sollten Sie HDR nutzen

  • Landschaftsaufnahmen: Insbesondere bei Landschaftsaufnahmen können durch ungünstige Belichtung einige Details verloren gehen. HDR gleicht hierbei den Belichtungsunterschied zwischen Himmel und Landschaft aus und verhindert, dass bestimmte Bereiche überbelichtet wirken.
  • Immer dann, wenn die Sonne blendet: Starke Sonnenstrahlen verwaschen die Farben und lösen oft auch Blendungen in der Linse aus. Zudem können störende Schatten auftreten. All diese Punkte können Nutzer*innen durch das Zuschalten von HDR auf dem Smartphone verhindern. (siehe Foto unten).
Insbesondere starke Überbelichtung (Foto links) gleicht der aktivierte HDR-Modus (Foto rechts) aus. Foto: TECHBOOKFoto: TECHBOOK

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Nicht immer ist HDR empfehlenswert

Es gibt allerdings auch einige Situationen, in denen HDR die Aufnahme eher verschlechtert.

  • Aufnahmen mit Bewegung: Da bei HDR mehrere Fotos schnell hintereinander geschossen werden, entsteht bei Bewegungen schnell Unschärfe.
  • Hoher Kontrast geht verloren: Wenn Sie etwa die Silhouette eines Körpers im Dunkeln fotografieren möchten, würde der HDR-Modus den Kontrast verwaschen.

Fazit: Eine dunkle Kulisse kann auch der HDR-Modus nicht retten. Bei richtiger Anwendung werden Ihre Fotos jedoch deutlich detailreicher.

HDR auf dem Smartphone aktivieren

Wie eingangs bereits erwähnt, ist die HDR-Funktion Teil der Kamera-Software auf Android-Smartphones und auf iPhones. Auch viele Kamera-Apps von Drittanbietern, die sich über den Apple App Store oder Google Play Store laden lassen, werben mit HDR.

Die Aktivierung der Funktion ist sehr einfach. In der Regel findet sich der passende Menüpunkt dafür in den Einstellungen der Kamera-App. Android-Nutzer*innen erreichen diese direkt über die Kamera, klicken hier auf „Einstellungen“ und auf „HDR“. Anschließend können sie auswählen, ob sie HDR „immer“ oder „nur bei Bedarf“ aktivieren (automatisch wenn die Belichtung es erfordert) möchten.

Besitzer*innen eines iPhones von Apple gehen in die Einstellungen ihres Gerätes und wählen dort den Punkt „Kamera“ aus. Hier finden sie etwas weiter unten den Bereich „HDR“ und aktivieren „Intelligente HDR“. Sofern sie neben der optimierten Aufnahme auch eine Version ohne HDR speichern möchten, können sie zusätzlich noch den Haken bei „Normales Foto behalten“ setzen.

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