Gardena, Worx & Bosch im Vergleich

5 Mähroboter ab 800 Euro im Test

Im TECHBOOK-Vergleich treten folgende Modelle an: Al-Ko Robolinho, Bosch Indego, Worx Landroid S, Robomow RC308 und Gardena Smart Sileno. Der Testgarten ist mit weichem Boden und vielen Unebenheiten eine besondere Herausforderung.
Foto: TECHBOOK

Im großen Vergleichstest hat sich TECHBOOK für Sie verschiedene Mähroboter angeschaut. Doch nicht alle sind so einfach in der Handhabung, wie es versprochen wird. Fünf Modelle ab 800 Euro im Check.

Ein perfekter Vorgarten mit richtig schönem Rasen, wo die Kinder toben können – das wünschen sich viele Haushalte. Doch dafür muss man einiges an Arbeit reinstecken: säen, düngen, gießen, mähen. Zumindest den letzten Schritt können mittlerweile auch Rasenmäherroboter übernehmen. Vollautomatisch verlassen die Geräte ihre Basisstation und verrichten ihren Dienst. Um den Garten nicht auf eigene Faust verlassen zu können, benötigen alle Mähroboter einen Begrenzungsdraht, der vorher einmal im Garten verlegt wird (Details im Video). Die Schnitthöhe ist, wie beim normalen Rasenmäher auch, anpassbar.

Aber wie gut funktionieren Mähroboter in der Praxis tatsächlich? TECHBOOK hat fünf Geräte getestet und zeigt auch im Video, wie gut sie sich im Alltag schlagen und was Sie beim Kauf beachten müssen.

Inhaltsverzeichnis

  1. So hat TECHBOOK getestet
  2. Wie die Auswahl der Geräte erfolgte
  3. Worx Landroid WR 110MI (800 Euro)
  4. Bosch Indego 400 (1.100 Euro)
  5. Robomow RC308u (1.200 Euro)
  6. Al-Ko Robolinho 1.100 (1.300 Euro)
  7. Gardena Smart Sileno (1.600 Euro)
  8. Fazit und Testsieger

So hat TECHBOOK getestet

Damit alle Testkandidaten die gleichen Bedingungen haben, hat TECHBOOK eine große, abgesperrte Rasenfläche aufgeteilt. Diese war mit zahlreichen Hindernissen, wie sie in jedem Garten vorkommen, versehen: Bäume, Eicheln, Steigungen, Sand und kleine Unebenheiten.

Die wichtigsten Testkriterien waren:

  • Mähleistung
  • Akkulaufzeit
  • Lautstärke im Betrieb
  • Einrichtung und Bedienung
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Wie die Auswahl der Testgeräte erfolgte

Die Auswahl der fünf Mähroboter für den Test erfolgte insbesondere hinsichtlich der Konnektivität: Alle Modelle sind per App bedienbar. Zudem war uns wichtig, alle Preisspannen abzudecken, vom vergleichsweise günstigen 800-Euro-Roboter bis hin zum Luxus-Gerät für 1600 Euro. Bei den angegebenen Preisen handelt es sich um die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) der Hersteller.

Worx Landroid WR 110MI (799 Euro)

Der Worx Landroid S ist mit Abstand der günstigste Roboter im Testfeld. Rund 800 Euro verlangt der Hersteller für das Modell. Je nach Rasenfläche (zwischen 450 und 700 Quadratmeter) stehen verschiedene Modelle zur Verfügung. Wenn Sie einen kleineren Garten haben, können Sie also auch getrost das günstigere Modell WR102SI kaufen.

Im Test verrichtete der Worx Landroid beständig seine Arbeit. Besonders die Kletterfähigkeiten überzeugten: Kleine Abhänge und rutschige Stellen machten ihm am wenigsten zu schaffen. Der Lieferumfang ist ebenfalls vollständig und die Bedienungsanleitung sehr ausführlich. Die Lautstärke (64 dB) und Akkuleistung (2,9 Amperestunden) sind für die Größe des Geräts ordentlich. Nach einigen Tagen verweigerte unser Testgerät jedoch den Dienst – der Akku war tiefenentladen. Stundenlanges Aufladen an der Basis brachte keine Abhilfe. Der Landroid benötigt eine gewisse Grundspannung, um mit seiner Basis zu kommunizieren. Einzige Lösung: Akku ausbauen und manuell aufladen. Dann lief alles wieder problemlos.

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Zusätzlich ist der Landroid in zwei Punkten der Konkurrenz voraus: Er hat seine Klingen am rechten Rand und nicht mittig platziert. So schneidet er Rasenkanten besonders präzise. Außerdem erkennt ein eingebauter Sensor automatisch Regen, sodass der Roboter sein Programm abbrechen kann. Das Gerät ist zwar regenfest, aber bei Nässe kann das Mähwerk verkleben oder der Roboter im Matsch steckenbleiben.

Die dazugehörige App ist übersichtlich und beherrscht die wichtigsten Funktionen. Nur das WLAN des Mähroboters kann zum Problem werden: In entlegenen Ecken ist der Worx Landroid nicht erreichbar. Eine Funklösung wäre da besser.

Worx Landroid WR110 MI


Kanten schneiden, Vernetzung
Akkuprobleme im Test

Praktisch: Über einen Sensor auf dem Deckel erkennt der Worx Landroid automatisch Regen und verschiebt sein Programm. Foto: TECHBOOK

Bosch Indego 400 Connect (1.099 Euro)

Im Testfeld war der Bosch Indego 400 der kleinste Roboter und mäht mit 400 Quadratmetern auch die kleinste Fläche. Besonders spannend: Der Indego fährt den Garten nach einem logischen Muster ab. Ein Novum, dass auch besonders schick auf der Rasenfläche aussieht! Alle anderen Geräte setzen mehr oder weniger auf das Chaos-Prinzip beim Mähen. Heißt: Sie fahren wirr auf der Fläche entlang, bis ein Hindernis oder der Begrenzungsdraht eine Kursänderung erfordert. Der Indego tut das nicht, sondern misst den Garten virtuell aus. Dank eingebautem GSM-Modul erreicht man den Mähroboter weltweit per App.

Der Indego kann auch nachts seine Arbeit verrichten: Mit gemessenen 64 dB Lautstärke wird kein Nachbar geweckt. Foto: TECHBOOK

Großer Nachteil beim Indego ist jedoch, dass jedes Hindernis extra mit Draht abgegrenzt sein muss. Wenn man es nicht tut, fährt das Gerät gegen einen Baum und bleibt stehen. Andere Modelle drehen stattdessen um und fahren weiter.

Auch der große, rote „Stop“-Taster auf der Oberseite des Geräts war in unserem Test zu empfindlich. Unter kleinen Ästen, die den Mäher berührten, löste der Schalter sofort aus und führte zum Abbruch des Mähvorgangs. Für ebene, kleine Rasenflächen ohne Hindernisse ist der Indego von Bosch jedoch ein gelungenes Gerät. Gärten größer als 500 Quadratmeter packt der Mähroboter jedoch nicht – die Akkuleistung (2,5 Ah) ist auch am kleinsten.

Die äußerlich gute Verarbeitung und die versprochene intelligente Mähweise kosten Geld. 1.099 Euro ruft der Hersteller als Preis auf.

Bosch Indego 400 Connect


Mähtechnik, Vernetzung
kleine Fläche, hoher Preis

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Robomow RC308u (1.199 Euro)

Insbesondere durch sein breites Mähwerk (28 Zentimeter) sticht der Robomow RC308u im Testfeld im Vergleich zur Konkurrenz hervor. Dadurch schafft das Gerät bei gleicher Akkuleistung mehr Fläche. Nur in die Ecken kommt das Gerät durch seine Größe nicht so gut. 1.500 Quadratmeter kann der Robomow im Alltag bewirtschaften – die Konkurrenz schafft deutlich weniger. Mit einer gemessenen Lautstärke von 63 Dezibel (dB) ist der Mähroboter zudem leiser als eine Mikrowelle. Die mitgelieferte Anleitung ist ausführlich und hilft bei der Einrichtung. Der rund 1.200 Euro teure Robomow RC308u eignet sich besonders für Besitzer größerer Rasenflächen.

Nur bei der Vernetzung und der Bedienbarkeit muss man Abstriche machen. Die App ist im Alltag sehr hakelig, und eine detaillierte Programmierung des Roboters ist sonst nur über ein kleines Display am Gerät selbst möglich. Gut: Hindernisse stellten bis auf rutschige Steigungen kein Problem für den Mäher dar. Und ebenfalls positiv: Der Hersteller gewährt für den Robomow RC308 eine dreijährige Garantie.

Robomow RC308u


große Fläche, Preis-Leisungs-Verhältnis
Schlechte Vernetzung, kleines Display

Al-Ko Robolinho 1100 (1.299 Euro)

 

Ein kleines Sternchen in der Bedienungsanleitung verursacht großen Frust: Den benötigten Begrenzungsdraht sollen Kunden extra kaufen. Foto: AL-KO

Der Robolinho von Al-Ko für 1.299 Euro belegt in diesem Vergleich deutlich den letzten Platz – obwohl es sich um das zweitteuerste Gerät im Testfeld handelt. Was fehlt: Der Begrenzungsdraht ist leider nicht im Lieferumfang enthalten. Man kann das Gerät also nicht nutzen, muss sich einen Draht extra besorgen. Für 150 Meter Draht verlangt Al-Ko noch einmal 54,90 Euro zusätzlich. Hier denkt man nicht an den Kunden, sondern bittet zur Kasse!

Auch die Einrichtung bei dem Gerät fiel im Test schwer. Die Kalibrierung schlug immer wieder fehl, zeigte die Meldung „CN016: Cal : orientat“ an. Nach rund zwei Stunden und etlichen Versuchen, Umpositionierungen und Messungen des Kabels konnte der Roboter endlich seinen Dienst verrichten. Die Bedeutung der Fehlermeldung konnte man nur erahnen – die Bedienungsanleitung gab leider keine Hilfestellung.

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Unabhängig von allen Schwierigkeiten: Das Rasenergebnis des Robolinho 1100 war gut. Das Gerät war im Testfeld besonders zügig unterwegs. Im Vergleich zu allen anderen Geräten hielt der Roboter sogar am längsten durch. Während andere Modelle in den Ladebasis neuen Strom saugten, drehte der Robolinho fröhlich seine Runden. Nur mit weichen, sandigen Böden kommt der Mähroboter nicht gut klar. Mögliche Ursache: Die Räder sind sehr hart und haben recht wenig Profil. Die andere Modelle hatten an gleicher Stelle im Testgarten keine Probleme.

Eine Verbindung zur Außenwelt können Kunden beim Robolinho 1100 von Al-Ko zumindest nachrüsten. Für 228 Euro zusätzlich kann man eine Antenne und ein Gateway erstehen, das den Mähroboter mit dem RWE-Smarthome kompatibel macht. Dieses Gateway bildet dann die Schnittstelle zwischen RWE-Basis und dem Mähroboter. Erst dann ist eine App-Steuerung möglich.

Die Basisstation macht im Vergleich mit den anderen Geräten keinen besonders stabilen Eindruck.

Kaum Vernetzung, kein Begrenzungsdraht, komplizierte Einrichtung: Bei einem Preis von 1.200 Euro rät die TECHBOOK-Redaktion von diesem Gerät eher ab.

Gegenüber TECHBOOK weist Al-Ko darauf hin, dass der Robolinho 1100 vom örtlichen Fachhändler persönlich ausgeliefert wird. Dieser gibt auch Tipps für die Inbetriebnahme. Für eine vollständige Installation erstellt der ausliefernde Händler den Kunden gerne ein individuelles Angebot, erklärt Al-Ko auf seiner Homepage.

Al-Ko Robolinho 1100


Mähtempo, Akkulaufzeit
Lieferumfang, Vernetzung

Gardena Smart Sileno (1.599,99 Euro Euro)

Äußerlich macht der Smart Sileno von Gardena einen mächtigen Eindruck. Mit einer Preisempfehlung von 1.599 Euro ist er der teuerste Roboter im Vergleichsfeld. Dafür packt er auch eine große Rasenfläche an. Bis zu 1.000 Quadratmeter sollen laut Hersteller drin sein. Zum Vergleich: Der Al-Ko Robolinho und Worx Landroid sind für 700 Quadratmeter ausgelegt, nur der Robomow RC308u schafft mehr Fläche.

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Alle Mähroboter waren im Einsatz leise (< 65dB) – insbesondere im Verhältnis zu konventionellen Rasenmähern | Foto: TECHBOOK

Der Lieferumfang ist vollständig. Das Konzept der Drähte im Boden etwas anders: Während alle Roboter im Testfeld ein Begrenzungsdraht im Boden brauchen, hat der Sileno zusätzlich noch einen Suchdraht in der Mitte des Gartens. Während sich die anderen Geräte an der Grenze entlang zur Ladestation hangeln, nutzt der Mähroboter von Gardena den Suchdraht. So muss er nicht einmal die Runde entlang des Außendrahtes zur Basis fahren, sondern kann den direkteren Weg über die Mitte des Gartens wählen. Clever!

Auch bei der Konnektivität schlägt Gardenas Smart Sileno andere Wege ein: Per Funk kommuniziert der Rasenmäherroboter mit einer Basisstation. Diese wiederum ist per LAN-Kabel oder WLAN mit dem Heimnetz verbunden. Nachteil: Die mitgelieferte zusätzliche Box muss in Gartennähe installiert werden. Vorteil: Auch ohne WLAN im Garten ist der Sileno damit nahezu durchgehend vernetzt. Außerdem war der Sileno noch einmal deutlich leiser als die Konkurrenz – die Redaktion hat durchschnittlich 62 dB gemessen. Im Mäh-Alltag verhielt sich der Sileno positiv unauffällig – das Rasenbild war nach wenigen Tagen deutlich am schönsten.

Gardena Smart Sileno


Vernetzung, Suchdraht
Preis

Fazit: Mähroboter im Test

Der TECHBOOK-Testsieger ist mit Suchdraht, Diebstahlalarm und fester Basisstation am besten durchdacht. Nachteil: die hohen Anschaffungskosten.

Der Gardena Smart Sileno ist gut vernetzt, hochwertig verarbeitet und liefert auf dem Rasen ein tolles Ergebnis | Foto: TECHBOOK

In puncto Mähqualität haben alle Geräte eine gute Leistung abgeliefert. Bis der Rasen in einem perfekten Zustand ist, vergehen jedoch zwei bis drei Wochen. Die Höhe kann bei allen Geräten individuell eingestellt werden. In der Praxis hat sich eine Schnitthöhe von 40 Millimetern bewährt. Gärten mit einer Größe von mehr als 1.200 Quadratmetern sollten auf den Robomow RC308u zurückgreifen – das starke Mähwerk macht die schwache Vernetzung wett.

Bis auf den Batterieausfall leistete sich der Worx Landroid S ebenfalls keine Patzer, stellte sich im Test sogar als kleiner Bergsteiger heraus. Mit rund 800 Euro sind die Anschaffungskosten auch deutlich geringer. WLAN ebenfalls an Bord – unser Preis-Leistungs-Sieger.