Solstråle

Jetzt gibt es bei Ikea auch Solaranlagen

Solaranlage auf einem Schräfdach
IKEA setzt auf Nachhaltigkeit und bietet deshalb jetzt auch Solaranlagen an
Foto: Getty Images

Ab Oktober gibt es in fünf deutschen Ikea-Filialen die erste hauseigene Solaranlage zu kaufen. TECHBOOK verrät, was die Geräte können und wie viel sie im Vergleich zur Konkurrenz kosten.

Bisher finden Kunden bei Ikea hauptsächlich Einrichtungsgegenstände, die in ihr Haus oder den Garten gehören. Ab sofort will sich der schwedische Möbelgigant auch auf dem Haus breitmachen, genauer gesagt an den Dächern. Unter dem Namen „Solstråle“ bietet Ikea nun auch Photovoltaikanlagen an. TECHBOOK erklärt, was Sie über das neue Produkt wissen müssen.

Welches Angebot bietet IKEA seinen Kunden?

In einer aktuellen Pressemitteilung stellt der Konzern Hausbesitzern in Aussicht, dank Solstråle selbst Solarstrom produzieren zu können. Das Produkt soll Ikea-typisch relativ günstig sein und damit vielen Menschen die Nutzung der Photovoltaiktechnik ermöglichen. Bei Solstråle handelt es sich, wie bei anderen Anlagen, grundsätzlich um flache Solarkollektoren, die auf Häuserdächern angebracht werden. Wichtig: Die Anlagen lassen sich nur auf Schrägdächern und nicht auf Flachdächern installieren.

In Deutschland wird Solstråle in zwei unterschiedlichen Ausführungen erhältlich sein, erklärt Ikea auf TECHBOOK-Nachfrage. Die Grundvariante namens Solstråle besteht aus blauen, polykristallinen Solarmodulen mit einer Nennleistung von 275 Wp (Watt Peak) pro Panel. Daraus ergibt sich bei acht mitgelieferten Panels eine Gesamtleistung von 2,2 kWp pro Anlage. Mit dieser jährlichen Strommenge speisen Sie im Durchschnitt 9 Kühl-Gefrierschrank-Kombinationen parallel . Die zweite Variante Solstråle Plus besteht aus schwarzen, monokristallinen Panels mit einer höheren Nennleistung von 295 Wp. In beiden Produkten ist zusätzlich ein Wechselrichter enthalten, der den produzierten Gleichstrom in für Haushalte nutzbaren Wechselstrom umwandelt. Einen Batteriespeicher, der Strom für eine spätere Nutzung zurückhält, können Kunden dazukaufen.

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Was kosten die Solaranlagen und wo sind sie zu bekommen?

„Nach einer erfolgreichen Testphase in den fünf Pilothäusern werden wir im nächsten Schritt voraussichtlich ab Februar mit dem bundesweiten Verkauf starten“, so Armin Michaely, Nachhaltigkeitsmanager von Ikea Deutschland, in einer Pressemitteilung.

Die Preise der Anlagen variieren dabei stark von der gewünschten Größe und damit verbunden der Leistungsfähigkeit. Die günstigste Variante beginnt bei einem Preis von 4730 Euro für eine schlüsselfertige Photovoltaikanlage, Solstråle Plus startet bei 5075 Euro, wie Ikea TECHBOOK erklärt. Der optionale Batteriespeicher kostet zusätzlich 2872 Euro.

Ein Blick auf die Schweizer Homepage des Unternehmens verrät, dass die Preise je nach Ausstattung und Größe aber auch über zehnmal so hoch sein können. Bei den Eidgenossen gibt es bereits ein Online-Angebotsverfahren und grobe Richtpreise. Denn in der Schweiz arbeiten die Schweden mit einem anderen Zulieferer der Panels zusammen. Das Schweizer Modell zeigt aber, wo es für Solstråle hierzulande hingehen könnte.

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Wie schlägt sich Solstråle gegen die Konkurrenz?

Ikea möchte mit Solstråle ein „besonders erschwingliches Angebot machen, damit mehr Menschen in Solarenergie investieren können“. Doch liegen die Schweden preislich unter vergleichbaren Angeboten? Nur teilweise, wie ein Preisvergleich zeigt: Während Stromriese EON mit einem Mindestpreis von 5500 Euro für eine Solaranlage tatsächlich um einiges teuerer ist als die Module aus dem Möbelhaus, bieten Anbieter wie enviaM ihr günstigstes Produkt ab 4790 Euro (bei höherer Gesamtleistung von 2,75 kWp) an.

TECHBOOK meint

„Der Schritt von IKEA in Richtung Solaranlagen ist schon aus Nachhaltigkeitsgründen lobenswert. Das Unternehmen pflegt damit weiter sein grünes Image. Das Produkt ist übersichtlich und einfach gestaltet. Zusatzkosten ergeben sich erst aus der optionalen Anschaffung eines Batteriespeichers. Leistung und Preis von Soltråle überzeugen mich jedoch nicht. Der Einstiegspreis von 4730 Euro ist zwar im unteren Preissegment angesiedelt, jedoch keineswegs viel günstiger als die komplette Konkurrenz. Darüber hinaus gibt es bei IKEA dafür acht Solarpanels mit einer Leistung von insgesamt 2,2 kWp, welche deutlich unter der Gesamtleistung vieler Konkurrenten liegt.“ – Andreas Filbig, Redakteur

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