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Trinkgeldabfrage im Einzelhandel

Sollen wir bald Trinkgeld beim Shoppen bezahlen?

Wer bislang nur im Restaurant oder beim Friseur nach Trinkgeld gefragt wurde, könnte bald auch beim Einkauf im Modegeschäft damit konfrontiert werden. Erste Händler testen entsprechende Funktionen bereits an ihren Kartenterminals.
Bitten in Zukunft auch Einzelhändler bei Kartenzahlung um ein Trinkgeld? Foto: TECHBOOK
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Rainer Schuldt

29. Juli 2026, 12:17 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

Wer bislang nur im Restaurant oder beim Friseur nach Trinkgeld gefragt wurde, könnte bald auch beim Einkauf im Modegeschäft damit konfrontiert werden. Erste Händler testen entsprechende Funktionen bereits an ihren Kartenterminals.

Trinkgeld per Kartenleser – Trend erreicht den Einzelhandel

„Möchten Sie Trinkgeld geben?“ Diese Frage kennen viele Verbraucher von Restaurantbesuchen. Doch nun taucht sie zunehmend auch im Einzelhandel auf. Der Handelsverband für Textil, Schuhe und Lederwaren hält es für möglich, dass sich digitale Trinkgeld-Abfragen künftig in weiteren Geschäften etablieren.

Befürworter argumentieren, dass Verkäufer oft deutlich mehr leisten als das reine Kassieren. Sie beraten Kunden, suchen passende Größen heraus, empfehlen Alternativen und geben Tipps zur Pflege der Produkte. Moderne Bezahlterminals ermöglichen es, solche Leistungen direkt beim Bezahlen finanziell zu honorieren. Gleichzeitig könnte das zusätzliche Einkommen dazu beitragen, Mitarbeiter stärker an Unternehmen zu binden.

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Erste Händler probieren das Modell bereits aus

Ganz neu ist die Idee nicht. In Filialen der Schuhketten Aktiv Schuh und Shoe City werden Kunden bei Kartenzahlungen bereits mit Trinkgeld-Vorschlägen konfrontiert. Das eingesammelte Geld wird laut Unternehmen unter den Beschäftigten verteilt. Branchenvertreter berichten zudem von weiteren Händlern, die aktuell mit dem Konzept experimentieren und die Reaktionen ihrer Kundschaft testen.

Allerdings gibt es im Einzelhandel bereits andere Modelle, um Beratungsleistungen zu vergüten. Manche Unternehmen zahlen ihren Verkäufern Verkaufsprovisionen. Andere verlangen sogar eine Beratungsgebühr. Grund: Kunden sollen auch im Laden kaufen und nicht später online bei der Konkurrenz.

Auch interessant: Digitales Trinkgeld stößt auf Kritik

Kunden skeptisch, Verbraucherschützer warnen

Ob sich digitale Trinkgelder im Einzelhandel durchsetzen können, ist fraglich. Eine aktuelle YouGov-Umfrage zeigt, dass nur 27 Prozent der Befragten bereit wären, für eine gute Beratung in Mode-, Schuh- oder anderen Geschäften zusätzliches Geld zu geben. Rund zwei Drittel schließen dies dagegen kategorisch aus. Jüngere Verbraucher zeigen sich dabei etwas offener als ältere.

Kritik kommt sowohl von Gewerkschaften als auch von Verbraucherschützern. Verdi warnt davor, dass Unternehmen ihre Verantwortung für faire Löhne zunehmend auf Kunden verlagern könnten. Die Verbraucherzentrale Brandenburg sieht außerdem die Gefahr von sozialem Druck. Wenn Kunden auf dem Display direkt mehrere Trinkgeld-Optionen angezeigt bekommen, könnten sie sich verpflichtet fühlen, zusätzlich zu zahlen.

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