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Bitkom-Umfrage

Deutsche fühlen sich von digitalem Trinkgeld gestört

Hand die Kreditkarte an ein Kartenlesegerät hält
Voreingestellte Trinkgeldbeträge auf Kartenterminals sorgen bei Nutzern für Kritik Foto: Getty Images
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Daniela Leistikow

12. April 2026, 15:26 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

In Deutschland sehen Kunden beim Bezahlen mit Karte oft gleich Vorschläge für Trinkgeld auf dem Display. Typische Optionen sind 10, 15 oder 25 Prozent des Rechnungsbetrags.

Diese voreingestellten Trinkgeldbeträge kommen jedoch bei vielen schlecht an. Laut einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom finden nur 29 Prozent der Befragten solche Vorschläge hilfreich. Für die Befragung wurden 1004 Personen ab 16 Jahren telefonisch befragt. Das zeigt: Die Mehrheit empfindet die Funktion eher als störend oder unnötig. Besonders ältere Menschen sind skeptisch.

Ältere Nutzer reagieren besonders kritisch

Vor allem Menschen ab 65 Jahren lehnen die automatischen Trinkgeldoptionen ab. Nur 22 Prozent dieser Altersgruppe halten die Funktion für sinnvoll. Viele fühlen sich durch die voreingestellten Beträge beeinflusst. 64 Prozent geben an, mehr Trinkgeld zu zahlen, als sie ursprünglich wollten. Auch die Höhe der Vorschläge sorgt für Unmut: 68 Prozent empfinden es als unangemessen, dass oft nur Beträge ab 10 Prozent angeboten werden.

Alina Stephanie Bone-Winkel, Bereichsleiterin Digital Banking & Financial Services beim Bitkom, erklärt: „Voreingestellte Optionen machen aus einer offenen Entscheidung eine Auswahl mit Leitplanken.“ Das heißt, Nutzer orientieren sich eher an den Vorgaben, statt frei zu entscheiden. Klare Informationen und eine faire Auswahl sind deshalb wichtig, damit Kundinnen und Kunden sich nicht gedrängt fühlen.

In der Regel müssen Zahlende auf dem Display Optionen wie „Andere“, „Anderer Betrag“ oder „Freie Eingabe“ auswählen, um selbst einen Trinkgeldbetrag auswählen zu können.

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Digitales Trinkgeld: praktisch, aber nicht völlig vertrauenswürdig

Beim digitalen Trinkgeld gehen die Meinungen auseinander. 55 Prozent der Befragten finden es gut, dass Trinkgeld auch per Karte gegeben werden kann. Das ist praktisch, weil viele Menschen kaum noch Bargeld dabeihaben.

Gleichzeitig gibt es Zweifel, ob das Geld wirklich bei den Mitarbeitenden ankommt. Nur 52 Prozent der Befragten sind sicher, dass das Trinkgeld vollständig weitergegeben wird. Besonders ältere Menschen misstrauen: Bei den 50- bis 64-Jährigen glauben nur 47 Prozent daran, bei den über 65-Jährigen sind es 48 Prozent. Jüngere Nutzer zeigen sich optimistischer: 63 Prozent der 16- bis 29-Jährigen sind überzeugt, dass das digitale Trinkgeld vollständig beim Personal landet.

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