Manipulierte iPhone-Retouren sorgen zunehmend für Probleme in Apple Stores. Eine bereits bekannte Technik soll nun dabei helfen, Betrug zu erkennen, ohne jede Verpackung einzeln öffnen zu müssen.
Rückgaben werden zum Problem
Wer ein iPhone zurückgibt, sorgt bei Apple mitunter für zusätzlichen Kontrollaufwand. Hintergrund ist eine Betrugsmasche, bei der Kunden Zubehör, Bauteile oder sogar das komplette Smartphone aus der Verpackung nehmen und diese anschließend wieder versiegelt zurückgeben. Teilweise soll das Ganze schon systematisch geschehen, um die entnommenen Teile anschließend auf dem Gebrauchtmarkt weiterzuverkaufen.
Für Apple bedeutet das nicht nur einen möglichen finanziellen Schaden. Das Unternehmen muss gleichzeitig verhindern, dass eine manipulierte Rückgabe erneut an einen anderen Kunden verkauft wird. Um sicherzugehen, dass sich wirklich das vollständige Gerät in der Box befindet, mussten Mitarbeiter Rückgaben bislang jedes Mal aufs Neue öffnen und überprüfen. Doch auch bei einer einwandfreien Retoure hat das Folgen. Eine einmal geöffnete Verpackung kann nicht einfach wieder als ungeöffnete Neuware ins Regal gestellt werden. Genau dieses Problem will Apple nun mit technischer Hilfe lösen.
Statt die Verpackung zu öffnen, sollen Mitarbeiter zurückgegebene iPhones künftig mithilfe von Apples Presto-Technologie überprüfen können. Die Scan-Geräte sollen feststellen, ob mit dem Smartphone alles in Ordnung ist, während es sich weiterhin in seiner Verpackung befindet. Besteht das Gerät die Prüfung, kann die Box verschlossen bleiben und das iPhone direkt wieder in den Verkauf gelangen.
Völlig neu ist die eingesetzte Technik allerdings nicht. Apple verwendet Presto in seinen Stores bereits, um verpackte iPhones für den Verkauf vorzubereiten. Damit lassen sich unter anderem Software-Updates durchführen, ohne das Smartphone dafür auspacken zu müssen. Nun bekommt die Technologie eine weitere Aufgabe und soll Apple auch bei der Kontrolle von Retouren unterstützen.
Erste Geräte bereits in Apple Stores
Die ersten Geräte für das neue Prüfverfahren sollen Anfang Oktober 2026 in verschiedenen Apple Stores eingetroffen sein und inzwischen zum Einsatz kommen. Für das Unternehmen könnte das den Umgang mit Rückgaben vereinfachen: Manipulierte Verpackungen sollen zuverlässiger erkannt werden, während einwandfreie, versiegelte Geräte schneller wieder verkauft werden können.
Offen bleibt allerdings, welche Informationen das System bei einer solchen Überprüfung genau erfasst. Apple hat bislang auch nicht näher erläutert, ob die neue Kontrollmöglichkeit künftig auf weitere Geräte ausgeweitet werden könnte.
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