Verbraucherschützer warnen vor fiesem Trinkgeld-Trick
Auf vielen Kartenlesegeräten werden vorgeschlagene Trinkgeldbeträge besonders auffällig angezeigt Foto: Getty Images
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TECHBOOK Redaktion
29. August 2026, 15:41 Uhr |
Lesezeit: 2 Minuten
Verbraucherschützer kritisieren die Darstellung von Trinkgeld-Optionen auf Kartenlesegeräten. Nach Ansicht der Verbraucherzentralen geraten Gäste dadurch beim Bezahlen mit Karte unter Druck. Vor allem die Gestaltung vieler Bezahlterminals steht in der Kritik.
Wer in Restaurants mit Karte zahlt, sieht auf dem Lesegerät oft direkt mehrere vorgeschlagene Trinkgeld-Beträge. Häufig werden dabei Werte wie 7, 10 oder 20 Prozent besonders auffällig dargestellt. Die Möglichkeit, gar kein Trinkgeld zu geben, ist dagegen oft weniger sichtbar platziert. Genau diese Gestaltung kritisieren Verbraucherschützer.
Ramona Pop, Chefin des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, warnt vor „manipulativen Designtricks“. Sie fordert: „Es muss auf den ersten Blick erkennbar sein, wie Gäste Trinkgeld ablehnen oder die Höhe selbst festlegen können.“ Die Verbraucherzentrale setzt sich deshalb für ein Verbot solcher Designs auf europäischer Ebene ein.
Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Verbraucherzentrale kommt zu einem klaren Ergebnis. Mehr als die Hälfte der 1009 befragten Personen ab 18 Jahren fühlt sich durch auffällig platzierte Prozentvorschläge unter Druck gesetzt. Pop betont dabei, dass viele Menschen Trinkgeld gerne freiwillig geben, um guten Service zu würdigen. Ihr Appell lautet deshalb: „Niemand ist verpflichtet, Trinkgeld zu geben.“
Gewerkschaft fordert Transparenz bei digitalem Trinkgeld
Die Gewerkschaft „Nahrung-Genuss-Gaststätten“ bewertet digitale Trinkgeldfunktionen grundsätzlich positiv. Denn immer mehr Gäste bezahlen mit Karte und würden ansonsten möglicherweise gar kein Trinkgeld geben.
Der Vorsitzende Guido Zeitler fordert allerdings, dass digitale Trinkgelder vollständig, transparent und nachvollziehbar bei den Beschäftigten ankommen. Außerdem weist er darauf hin, dass in erster Linie die Arbeitgeber für eine angemessene Entlohnung verantwortlich seien. Nach seiner Ansicht müsse die Möglichkeit, kein Trinkgeld zu geben, genauso sichtbar und einfach nutzbar sein wie vorgegebene Beträge.
Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine Bitkom-Umfrage unter 1004 Befragten ab 16 Jahren. Demnach halten lediglich 29 Prozent voreingestellte Trinkgeld-Optionen für praktisch.
64 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass vorgeschlagene Beträge dazu führen, mehr Trinkgeld zu geben als ursprünglich geplant. Die Ergebnisse zeigen damit, dass viele Menschen die voreingestellten Vorschläge auf Kartenlesegeräten kritisch sehen.
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