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Banking

Enormer Preisanstieg bei der DKB! Welche Kunden jetzt draufzahlen müssen

Mann beim Online-Banking vor Laptop.
Die DKB passt ihre Preise an – zum Nachteil der Kunden.Foto: Getty Images

Früher galt die DKB mit ihrem kostenlosen Girokonto und der inkludierten Visakarte als eine der günstigsten und beliebtesten Banken in Deutschland. Mittlerweile sieht das aber anders aus, denn in den vergangenen Monaten hat die DKB vieles umgestellt – zum Nachteil der Kunden. Nun hat die Bank erneut Verschlechterungen und Verteuerungen angekündigt.

Ein bedingungslos kostenloses Konto, eine kostenlose Kredit- und Girokarte und sogar weltweit kostenloses Abheben von Bargeld. All das waren Punkte, die das Konto bei der DKB bei vielen Nutzern so beliebt gemacht hat. Im vergangenen Jahr hat die Bank dann allerdings die kostenlose Visakarte abgeschafft und sie gegen eine Debitkarte ausgetauscht. Neukunden mussten zudem für die Girocard bezahlen, wenn sie eine wünschten. Und nun auch noch das: Die DKB schafft das bedingungslos kostenlose Konto ab und führt Kontoführungsgebühren ein. Gleichzeitig bricht die Bank ein Versprechen an ihre Bestandskunden. Denn auch sie müssen bald für die Girocard zahlen.

DKB führt Kontoführungsgebühr ein

Aktuell informiert die DKB ihre Kunden über das geänderten Preis- und Leistungsverzeichnis. Am auffälligsten in der Liste ist wohl der Punkt mit den Kontoführungsgebühren. Denn bei der DKB sind bald nur noch zwei Arten von Konten kostenlos. Das ist zum einen das Girokonto für Nutzer unter 18 Jahren, das sogenannte DKB-Girokonto u18, und zum anderen das reguläre Girokonto für Kunden unter 28 Jahren. All diejenigen, die älter sind, müssen künftig eine Kontoführungsgebühr zahlen, wenn sie keinen monatlichen Geldeingang von mindestens 700 Euro nachweisen können.

Diese Kontoführungsgebühr gibt die DKB mit 4,50 Euro im Monat für alle Konten an, die nach dem 14.9.2022 eröffnet wurden und den eben genannten Kriterien nicht entsprechen – recht viel, wenn man bedenkt, dass die Bank hauptsächlich online aktiv ist und quasi keinen persönlichen Service bietet. Die DKB verlangt auch dann einen Aufpreis, wenn Kunden mehr als ein Konto bei der Bank haben. Für jedes zusätzliche Konto berechnet sie künftig 2,50 Euro pro Monat. Für Bestandskunden tritt die Änderung zum 1. Januar 2023 in Kraft; bereits bestehende Erst- und Gemeinschaftskonten sind nicht von der Bepreisung betroffen.

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Girocard bald auch für Bestandskunden kostenpflichtig

Neben der Einführung der Kontoführungsgebühr kündigt die DKB noch ein weiteres Ärgernis an. Und dieses dürfte vor allem Bestandskunden sauer aufstoßen. Denn mit der Umstellung bricht die DKB ein Versprechen an ihre langjährigen Kunden. Im vergangenen Jahr hat die Bank bereits einige Veränderungen zum Nachteil der Kunden vorgenommen. So erhalten Neukunden seit dem 10. November die Girocard, auch bekannt als EC-Karte oder klassische Geldkarte, nämlich nicht mehr kostenlos zum Konto. Auch die Visakarte hat die Bank bei der Umstellung damals gestrichen. Stattdessen gibt die DKB seither eine Visa-Debitkarte heraus, die beide vereint. Die Debitkarte lässt sich im internationalen Zahlungsverkehr aber mitunter nicht überall wie eine echte Kreditkarte nutzen.

Neukunden, die auf die Girocard nicht verzichten möchten, zahlen für diese seit Ende 2021 99 Cent pro Monat. Für Bestandskunden war sie jedoch bislang weiterhin kostenfrei. Doch genau hier setzt die DKB nun an und streicht auch dieses Extra für langjährige Kunden. Sie zahlen dann ab 2023 ebenfalls knapp einen Euro monatlich, wenn sie ihre Karten behalten möchten. Die Visakarte ist bereits optional und kostet auf Wunsch monatlich 2,49 Euro.

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Kunden müssen den Änderungen zustimmen

Maren Heiß, Bereichsleiterin Privatkunden der DKB, kommentiert die Anpassungen: „Uns war angesichts der jetzigen Änderungen besonders wichtig, dass unser Kernprodukt DKB-Girokonto + Visa Debitkarte als Einzel- bzw. Gemeinschaftskonto größtenteils kostenlos bleibt. Kund*innen zahlen zukünftig nur für Zusatzleistungen, die sie individuell wünschen. Damit halten wir für die Mehrheit unserer über 5,2 Millionen Kund*innen das Versprechen eines Girokontos ohne Kontoführungsgebühren inkl. kostenfreier Visa Debitkarte ein.“

Ob es aber reicht, ein Versprechen für die Mehrheit, aber eben nicht für alle Kunden einzuhalten, bleibt abzuwarten. TECHBOOK hat die Hintergründe zur neuen Preispolitik bei der DKB angefragt. Pressesprecher Hauke Kramm sagte dazu, dass die Einführung einer monatlichen Bepreisung des Girokontos vorrangig dazu diene, dass das Konto auch aktiv genutzt werde. Die Herangehensweise ist verständlich. Immerhin arbeiten Banken mit dem Geld ihrer Kunden und verdienen dadurch ihr Geld – dieser Schritt ist also eine logische Folge, wenn man in Zeiten der Teuerungen wirtschaftlich bleiben möchte. Unschön ist er dennoch, vor allem, da die DKB bislang immer das kostenlose Konto angeboten hat. Wenn die Schwelle von 700 Euro für eine weiterhin kostenfreie Nutzung auch niedrig gesetzt ist.

Die Einführung einer Gebühr für die Girocard, auch für Bestandskunden, erklärt Kramm mit der geringen Nutzung. Laut DKB würden die meisten Kunden die Visa-Debitkarte der normalen Visa und der Girocard vorziehen. Erstaunlich ist die Beobachtung nicht, immerhin wurden die Karten ausgetauscht und die Visa ist jetzt kostenpflichtig. Dass dann mehr Kunden zur Debitkarte greifen, die sie von der Bank bekommen haben, ist nachvollziehbar. Die DKB nennt die Verteuerung der Girocard die „Fortsetzung der Ein-Karten-Strategie“. „Die Umstellung auf eine Ein-Karten-Strategie ist zudem umweltschonender und betriebswirtschaftlich effizienter“, so Kramm. Außerdem könne die Bank durch den Fokus auf die Debitkarte auch die Ausgaben für die Kartenproduktion (inkl. der dafür notwendigen Chips und Funkantennen), die Menge an Papier/Broschüren und Briefumschlägen und zudem auch die notwendigen Lizenz- und Netzwerkgebühren gegenüber den Zahlungsdienstleistern senken.

Die komplette Liste aller Anpassungen finden DKB-Kunden ab sofort in ihrem Postfach auf der Webseite der Bank. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 27. April 2021 (Az. XI ZR 26/20) müssen sie ihnen aktiv zustimmen, damit diese in Kraft treten können. Wer jetzt aber denkt, dass er ohne Bestätigung um die Preisanpassung herum kommt, der irrt. Im vergangenen Jahr haben Banken ihren Kunden nämlich wegen ausstehender Einverständniserklärungen nämlich mitunter sogar gekündigt.

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