8. August 2025, 12:06 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Apple-Anhänger, die schnell und einfach unterwegs bezahlen möchten, dürften sicher regen Gebrauch von Apple Pay machen. Die Entwicklung ist äußerst praktisch und verwandelt das eigene iPhone, iPad, Mac oder die Watch in eine Geldkarte. Doch nun hat ein Unternehmen Klage wegen Apple Pay eingereicht.
Klage zu Apple Pay wegen Ideendiebstahl
Das geht aus einer Pressemitteilung von Fintiv, Inc. hervor. Darin erklärt man, Klage wegen Apple Pay eingereicht zu haben. Die Vorwürfe haben es in sich, denn sie gehen über das in solchen Fällen sonst bekannte Maß hinaus.
Konkret wirft man dem iPhone-Hersteller vor, Firmengeheimnisse und Fintivs eigene Technologie für mobile Wallets gestohlen zu haben, um damit selbst Apple Pay zu entwickeln. Das soll das Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino unter anderem mit „kriminellen Machenschaften“ und „elektronischem Betrug“ bewerkstelligt haben. Deswegen habe Apple sogar gegen den US-RICO-Act (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations) verstoßen – ein Gesetz, das einst im Kampf gegen organisierte Kriminalität eingeführt wurde.
Apple soll auch Mitarbeiter abgeworben haben
In der Klage wegen Apple Pay heißt es, dass Apple an den Fintiv-Vorgänger CorFire herangetreten sei, mit der Absicht, eine Partnerschaft zum mobilen Bezahlen zu formen. Das sei mehr als zehn Jahre her. Zwischen 2011 und 2012 sollen mehrere Treffen stattgefunden haben, in denen Apple etliche vertrauliche Informationen erhalten habe.
Die Idee war, dass Apple die Technologie von CorFire lizenziert und entsprechende Gebühren bezahlt. Stattdessen habe man aber die Informationen gestohlen und zusätzlich wichtige CorFire-Mitarbeiter abgeworben, bevor man 2014 Apple Pay vorstellte. Zu den Kerninnovationen, die eigentlich von CorFire stammen, sollen unter anderem die „Secure Element“- und die NFC-Technologie sowie die „Trusted Service Management“-Plattform gehören.
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Kriminelle Unternehmung mit Banken
Ebenfalls ein schwerer Vorwurf: Apple soll im Zuge dessen eine illegale Unternehmung, ein sogenanntes „association-in-fact enterprise“, mit Banken und Bezahlanbietern wie JP Morgan Chase, Citibank, Visa und Mastercard geformt haben. Das sei geschehen, um die Milliarden Transaktionen jährlich via Apple Pay zu bearbeiten und dadurch Geld zu verdienen.
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Wie „LSD.law“ schreibt, handelt es sich bei einem „association-in-fact enterprise“ um eine Gruppe von Personen oder Entitäten, die ein gemeinsames Ziel verfolgen, aber zusammen keine offiziell rechtliche Entität gebildet haben. Die reine Existenz eines solchen Zusammenschlusses konstituiert noch keinen Verstoß gegen den RICO-Act. Da aber laut der vorliegenden Klage wegen Apple Pay angeblich Geschäfte mit gestohlener Technologie betrieben werden, würde sich dieses Vorgehen wohl als kriminell einstufen lassen.
Es geht um Milliarden
Bei Fintiv ist man der Ansicht, dass Apple Pay der Motor sei, diesen ganzen Zusammenschluss voranzutreiben. Dabei würde man Milliarden an US-Dollar generieren, was ohne die gestohlenen Informationen nicht möglich wäre. Für Fintiv sei dies nur ein Beispiel eines Verhaltensmusters von Apple, dem man seit Jahren nachgehe.
Nämlich Partnerschaften vorzutäuschen, um dann Informationen zu stehlen und Mitarbeiter abzuwerben. Als Beispiel wird unter anderem die Masimo Corp. genannt, die eine Technologie zur Überwachung des Blutsauerstoffs entwickelt hat und die Apple für seine Apple Watch geklaut haben soll.
Wie es in dieser Sache weitergeht, bleibt abzuwarten. TECHBOOK hat Apple zur Klage wegen Apple Pay angefragt und um ein Statement gebeten. Eine Antwort blieb bislang aus.