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Entlastung für Zusteller

DHL fordert Gewichtsgrenze! Millionen Paketkunden wären betroffen

Die DHL Group fordert erneut eine 23‑Kilo‑Grenze für Pakete
Die DHL Group fordert erneut eine 23‑Kilo‑Grenze für Pakete Foto: Getty Images
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Rita Deutschbein, Redaktionsleiterin TECHBOOK
Redaktionsleiterin

14. Juli 2026, 11:16 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Wer künftig ein mehr als 23 Kilogramm schweres Paket verschicken möchte, könnte dafür keinen regulären DHL-Paketversand mehr nutzen. Die DHL Group fordert eine gesetzliche Gewichtsgrenze zum Schutz ihrer Zusteller. Ob die Politik diese Forderung aufgreift, ist derzeit offen.

Die DHL Group spricht sich für eine gesetzliche Begrenzung des Paketgewichts auf 23 Kilogramm aus. Nach Einschätzung des Unternehmens würde eine solche Obergrenze angesichts des wachsenden Paketgeschäfts einen wichtigen Beitrag zum Gesundheitsschutz der bundesweit tätigen Paketzusteller leisten.

Eine entsprechende Gesetzesänderung hätte auch Folgen für Absender. Pakete mit einem Gewicht von mehr als 23 Kilogramm dürften Kunden dann nicht mehr über den regulären Paketversand verschicken, sondern müssten auf andere Versandlösungen ausweichen. Die Gewichtsgrenze ist Teil eines umfassenderen Konzepts, mit dem die DHL Group die körperliche Belastung ihrer Beschäftigten verringern möchte.

Bislang sind Pakete bis 31,5 Kilogramm erlaubt

Derzeit dürfen DHL-Pakete innerhalb Deutschlands bis zu 31,5 Kilogramm wiegen. Mit der nun geforderten gesetzlichen Obergrenze von 23 Kilogramm würde das zulässige Maximalgewicht für Standardpakete also um 8,5 Kilogramm sinken. Bereits heute müssen Versender bei Größe und Gewicht bestimmte Vorgaben einhalten. Überschreiten Sendungen die zulässigen Maße, gelten sie als Sperrgut und werden gesondert behandelt.

Neu ist die Forderung der DHL Group allerdings nicht. Bereits während der Reform des Postgesetzes wurde darüber diskutiert, die Gewichtsgrenze für Pakete in der Einzelzustellung von 31,5 auf 23 Kilogramm zu senken. Hintergrund war auch damals der Schutz der Zusteller vor körperlicher Überlastung. Im Gesetzgebungsverfahren stand unter anderem zur Debatte, Pakete über 23 Kilogramm grundsätzlich nur noch mit zwei Personen zuzustellen. Eine allgemeine Absenkung der Gewichtsgrenze wurde letztlich jedoch nicht beschlossen.

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Welche Alternativen Kunden hätten

Sollte eine gesetzliche 23-Kilogramm-Grenze eingeführt werden, müssten schwerere Sendungen auf anderem Weg verschickt werden. Dafür kommen je nach Art der Ware Speditionen oder spezialisierte Stückgut- und Möbeltransporte infrage. Bei besonders schweren Produkten wie Waschmaschinen, Kühlschränken oder großen Möbelstücken sind solche Lieferdienste bereits heute üblich. Für Privatkunden dürfte der Versand schwerer Gegenstände damit in vielen Fällen aufwendiger und auch teurer werden.

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DHL weitet Gesundheitsprogramm bundesweit aus

Die Forderung nach einer niedrigeren Gewichtsgrenze ist allerdings nur ein Teil der Maßnahmen. Parallel dazu rollt die DHL Group nach einer zweijährigen Pilotphase ihr Präventionsprogramm Ergo² schrittweise auf rund 150 Standorte von Post & Paket Deutschland aus. Ziel ist es, Beschäftigten gesunde Bewegungsabläufe zu vermitteln und dauerhaft im Arbeitsalltag zu verankern.

Physiotherapeuten und Sportwissenschaftler begleiten die Zustellteams direkt am Arbeitsplatz. Sie vermitteln unter anderem Übungen wie den Ausfallschritt beim Entladen schwerer Pakete oder Bewegungsabläufe zur Aktivierung der Rumpfmuskulatur während des Scannens. Die sogenannten Mikroübungen werden mit festen Abläufen im Arbeitsalltag verknüpft und durch Informationen über den Bewegungsapparat ergänzt.

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Ergonomie und Sturzprävention als gemeinsamer Ansatz

Das Konzept verbindet ergonomisch richtiges Heben und Tragen mit einem gezielten Gleichgewichtstraining. Dadurch sollen Rückenbelastungen reduziert sowie Stolper- und Sturzunfälle auf Treppen, Schotterwegen und anderem unebenem Untergrund vermieden werden.

Nach Angaben der DHL Group berichten Teilnehmer des Pilotprojekts von weniger körperlichen Beschwerden und einem stärkeren Teamgefühl. Aufgrund der positiven Erfahrungen wird Ergo² nun bundesweit eingeführt. 2025 erhielt das Programm dafür den Corporate Health Award in der Sonderkategorie „Ergonomics“.

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