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KI für Erwachsene

Zu riskant? OpenAI stoppt plötzlich seinen Erotik-Chatbot

Frau in Dessous liegt auf dem Bett
Nach Skandalen und Bedenken – OpenAI verschiebt seinen Erotik-Chatbot Foto: Getty Images
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Manuel Bauer

30. März 2026, 14:03 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Mit „Citron Mode“ arbeitete OpenAI in den vergangenen Monaten an einem Chatbot für Erwachsene. Der Start war ursprünglich für Frühjahr 2026 geplant, doch daraus wird vorerst nichts. Das Unternehmen hat das Projekt gestoppt und zieht sich damit zunächst aus diesem Bereich zurück.

Wie die „Financial Times“ (Bezahlschranke) berichtet, hat OpenAI das Projekt auf unbestimmte Zeit verschoben. Warum die Entscheidung genau fiel, ist nicht vollständig geklärt. Laut Bericht dürfte dabei aber nicht nur der weltweite Ärger über Groks Sex-Eskapaden eine Rolle gespielt haben. Auch Warnungen aus Investoren- und Mitarbeiterkreisen kamen offenbar hinzu. Das soll schließlich dazu geführt haben, dass OpenAI-Chef Sam Altman die Pläne auf Eis legte. Es soll sogar ein leitender Angestellter seinen Job wegen der Erotikpläne aufgegeben haben. Er sagte der Zeitung, dass KI aus seiner Sicht weder Freunde noch Familie ersetzen noch menschliche Beziehungen beeinträchtigen sollte. OpenAI bestätigte zudem, dass das Unternehmen zunächst die Auswirkungen emotionaler Bindungen an KI-Chatbots erforschen wolle.

Musk ging mit Grok bereits weiter

Dass das Thema so heikel ist, zeigt auch der Blick auf Elon Musk. Er begann offenbar bereits 2025 damit, seiner KI Grok Erotik-Chatbots zu geben, mit denen Nutzer anzügliche Unterhaltungen führen können. Die Entwicklung ging noch weiter und mündete zuletzt in der Möglichkeit, mit Grok pornografische Deepfakes zu erstellen. Das löste weltweit Empörung aus und führte zu einem handfesten Skandal. OpenAI ist mit seinen Überlegungen zu KI-Erotik also nicht allein, trifft aber auf ein Umfeld, in dem die Risiken und die öffentliche Kritik bereits sichtbar geworden sind.

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Technik wurde offenbar zum nächsten Problem

Neben dem Protest soll OpenAI auch technisch vor großen Hürden gestanden haben. Laut „Wall Street Journal“ (Bezahlschranke) wies das geplante System zur Altersverifikation eine sehr hohe Fehlerquote auf. Damit fehlte offenbar eine wichtige Voraussetzung für einen kontrollierten Start. Hinzu kam laut Artikel ein weiteres Problem: OpenAI gelang es demnach nicht, die KI sicher auf legale pornografische Inhalte zu begrenzen. Illegale Aspekte wie Gewalt und Inzest ließen sich offenbar nicht treffsicher ausklammern. Gerade bei einem Angebot für Erwachsene wäre das ein erhebliches Risiko gewesen.

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Das Projekt passt nicht mehr zum neuen Kurs

Dazu kommt, dass sich OpenAI derzeit offenbar grundsätzlich neu ausrichtet. Erst Ende März 2026 stampfte das Unternehmen laut Artikel überraschend die Video-KI Sora ein. Gleichzeitig erklärte OpenAI, ChatGPT in großem Stil zu einem ultimativen Produktivitäts-Tool umbauen zu wollen. Ein riskanter Vorstoß in den Erotik-Markt passt zu diesem Ziel eher nicht. Genau deshalb wirkt die Entscheidung, „Citron Mode“ vorerst zu stoppen, auch wie Teil einer größeren strategischen Neuorientierung.

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