Google verzahnt seine klassische Suche immer stärker mit Künstlicher Intelligenz. Für Schulen bedeutet das: Wer seinen Schülern Googles KI-Funktionen nicht freigibt, muss künftig offenbar auch auf die Google-Suche verzichten.
Google koppelt Suche an KI
Google macht den Zugang zu seiner Suchmaschine im Bildungsbereich von der Freigabe eigener KI-Funktionen abhängig. Betroffen ist der sogenannte K-12-Bereich, der in den USA vom Kindergarten bis zur 12. Klasse reicht. Schulleitungen sollen selbst entscheiden können, ob Schüler die KI-Angebote des Konzerns einsetzen dürfen.
Doch ganz ohne Folgen bleibt ein „Nein“ offenbar nicht. Werden Googles KI-Funktionen nicht aktiviert, steht Schülern auch die klassische Google-Suche nicht zur Verfügung. Der Konzern begründet diese Verbindung damit, dass Suche und KI inzwischen eng miteinander verzahnt seien.
Gleichzeitig erweitert Google sein KI-Angebot für Bildungseinrichtungen. Eine neue Funktion soll Schüler bei Aufgaben Schritt für Schritt zu einer Lösung führen, anstatt ihnen direkt das fertige Ergebnis zu präsentieren. In ausgewählten US-Schulen soll das Angebot noch im November erprobt werden.
Ab Anfang 2027 sollen entsprechende KI-Funktionen für Schüler zunächst standardmäßig abgeschaltet sein. Schulen müssen sie aktiv freigeben. Zwar können sie die Google-Suche offenbar auch einzeln aktivieren, ohne weitere Gemini-Produkte einzuschalten. Komplett KI-frei ist sie damit jedoch nicht: Automatisch generierte Zusammenfassungen bleiben Teil der Suche.
Kritiker werfen Google Machtmissbrauch vor
In den USA stößt dieses Vorgehen bereits auf deutliche Kritik. New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani wirft Google vor, seine dominante Stellung bei der Internetsuche auszunutzen, um den Einsatz von KI an öffentlichen Schulen voranzutreiben. Kein Unternehmen solle darüber bestimmen können, wie Kinder unterrichtet werden.
Auch Lina Khan, ehemalige Chefin der US-Handelsaufsicht FTC, kritisiert Googles Kurs. Nach ihrer Einschätzung setzt das Unternehmen Schulen unter Druck, die die KI‑Technik ablehnen. Damit geht es längst nicht mehr nur um neue digitale Lernangebote. Die Debatte wirft eine grundsätzliche Frage auf: Wie frei können Schulen über den Einsatz von KI entscheiden, wenn zentrale digitale Werkzeuge immer stärker mit ihr verbunden werden?
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