23. September 2026, 8:33 Uhr |
Lesezeit: 2 Minuten
Das Tempo, in dem sich Künstliche Intelligenz entwickelt, soll nach mehreren KI-Zwischenfällen gebremst werden – bezahlen sollen die Nutzer aber weiterhin den gleichen Preis für ihre KI-Abos. Nun startet eine Sammelklage in den USA. Die Kläger berufen sich auf Section 1 des US-amerikanischen „Sherman Acts“, der wettbewerbswidrige Absprachen zwischen Unternehmen verbietet.
KI-Konkurrenten plötzlich einer Meinung
Für viele Menschen ging die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz zuletzt zu schnell. Doch nun sorgt ausgerechnet der Versuch, das Tempo zu drosseln, für Ärger. US-Nutzer werfen OpenAI, Google, Anthropic und xAI vor, sich gemeinsam darauf geeinigt zu haben, die Entwicklung ihrer KI-Systeme zu verlangsamen. Auslöser sind öffentliche Aussagen mehrerer KI-Unternehmenschefs vom 12. September 2026.
Anthropic-Chef Dario Amodei hatte an diesem Tag plädiert, die Entwicklung besonders leistungsfähiger KI-Systeme zugunsten zusätzlicher Sicherheitsmaßnahmen zu verlangsamen. Kurz darauf unterstützten OpenAI-Chef Sam Altman, xAI-Gründer Elon Musk und Google-DeepMind-Chef Demis Hassabis seine Haltung öffentlich. Genau darin sehen die Kläger einen möglichen Verstoß gegen das Kartellrecht. Eigene Sicherheitsentscheidungen der Unternehmen sind erlaubt – gemeinsame Absprachen zur Wettbewerbsbremse nicht.
Nach Sicht der Kläger würde eine einheitliche Verlangsamung der KI-Entwicklung vor allem zahlende Nutzer treffen. Wer für Dienste wie ChatGPT, Gemini, Claude oder Grok bezahlt, müsste weiterhin denselben Betrag aufbringen, würde aber höchstwahrscheinlich länger auf neue Funktionen und technische Verbesserungen warten.
Die Kläger argumentieren, dass Kunden dadurch weniger Gegenwert für ihr Geld erhalten würden als in einem Markt, in dem die Unternehmen uneingeschränkt miteinander konkurrieren. Gleichzeitig kritisieren sie, dass wenige Technologiekonzerne auf diese Weise erheblichen Einfluss darauf gewinnen würden, wie schnell sich eine der wichtigsten Zukunftstechnologien entwickelt. Vier US-Bürger wollen deshalb stellvertretend für eine größere Gruppe zahlender Nutzer gegen die Unternehmen vorgehen.
Trump bezieht Stellung
Auch US-Präsident Donald Trump hat sich in die Debatte eingeschaltet. Auf der Plattform Truth Social sprach er sich deutlich gegen eine Verlangsamung der KI-Entwicklung aus. Forderungen nach einer gemeinsamen Bremse bezeichnete er als „kranke Verschwörung“ gegen Künstliche Intelligenz. Ob die beschuldigten Unternehmen tatsächlich eine unerlaubte Absprache getroffen haben oder lediglich ähnliche Sicherheitsbedenken äußerten, wird nun ein Gericht klären müssen.
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