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Besorgniserregendes Experiment

KI entwickelt eigene Sprache – Forscher verstehen sie nicht

Symbolbild eines nachdenkenden Roboters
KI-Systeme verständigten sich untereinander in einer Geheimsprache Foto: Getty Images

16. September 2026, 14:30 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

KI-Modelle entwickeln offenbar eigene Kommunikationsformen, wenn sie zusammenarbeiten. In Experimenten entstand innerhalb weniger Tage eine Sprache, die für Menschen teilweise nicht mehr nachvollziehbar war.

Wenn KI-Agenten eigene Begriffe erfinden

Forscher des New Yorker Labors Emergence haben untersucht, wie verschiedene KI-Agenten miteinander kommunizieren, wenn sie gemeinsam Aufgaben in einer virtuellen Umgebung lösen müssen. Das Ergebnis überraschte selbst die Wissenschaftler: Schon nach kurzer Zeit begannen die Systeme, neue Begriffe, Abkürzungen und Bedeutungen zu entwickeln. Die entstandene Kommunikation war dabei nicht vorgegeben, sondern bildete sich eigenständig heraus, wie etwa „Euronews“ berichtet.

Für die Forscher ist das ein Hinweis darauf, dass KI-Systeme ihre Sprache an die jeweilige Aufgabe anpassen. Manche Nachrichten ließen sich noch nachvollziehen, andere wirkten wie ein interner Code. Dadurch entstand eine Art Fachsprache, die zwar für die beteiligten KI-Agenten funktionierte, für menschliche Beobachter jedoch immer schwerer verständlich wurde.

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Manche Modelle werden deutlich rätselhafter

Wie stark sich die Kommunikation von normaler Sprache entfernte, hing vom jeweiligen Modell ab. Besonders auffällig war Googles Gemini: Dort stuften die Forscher 55 Prozent der Nachrichten als schwer verständlich ein. Bei OpenAI lag der Anteil bei rund 50 Prozent, bei Anthropics Claude bei mehr als 40 Prozent. Deutlich transparenter blieben dagegen die Modelle DeepSeek, Qwen und Mistral.

Einige der erzeugten Aussagen stellten die Wissenschaftler vor echte Rätsel. So kombinierte ein DeepSeek-Agent Begriffe aus völlig unterschiedlichen Themenfeldern zu einem sprachlich korrekten Satz, dessen eigentliche Bedeutung unklar blieb. Obwohl einzelne Wörter bekannt waren, ließ sich der Zusammenhang nur schwer entschlüsseln. Solche Beispiele zeigen, wie weit sich KI-generierte Kommunikation von menschlichen Sprachmustern entfernen kann.

Warum Experten die Entwicklung ernst nehmen

Sprachwissenschaftler vergleichen die ungewöhnlichen Formulierungen mit experimenteller Literatur. Dort werden verschiedene Sprachen, Wortspiele und neu erfundene Begriffe miteinander vermischt, wodurch Texte entstehen, die Außenstehenden kaum zugänglich sind. Ähnlich könnten auch KI-Systeme eine besonders effiziente, aber schwer verständliche Kommunikationsform entwickeln.

Für Forscher wirft das wichtige Fragen auf. Je häufiger autonome KI-Agenten künftig zusammenarbeiten, desto wichtiger wird es, ihre Kommunikation nachvollziehen zu können. Eine mögliche Erklärung lautet, dass die Systeme ihre Sprache optimieren, um Informationen schneller auszutauschen und Rechenleistung zu sparen. Der Preis dafür könnte jedoch sinkende Transparenz sein. Experten fordern deshalb, KI-Agenten langfristig zu beobachten, damit ihre Entwicklung nicht zulasten menschlicher Kontrolle verläuft.

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