Cybergangster kapern Daten unter anderem bei booking.com und räumen dann die Konten ahnungsloser Kunden leer. Foto: Getty Images
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Rainer Schuldt
27. Juli 2026, 12:22 Uhr |
Lesezeit: 2 Minuten
Eine Nachricht vom gebuchten Hotel wirkt zunächst harmlos. Doch hinter angeblichen Problemen bei der Zahlung steckt derzeit eine besonders raffinierte Betrugsmasche, die auf echten Buchungsdaten basiert.
Wenn das Hotel plötzlich Geld fordert
Wer kurz vor dem Urlaub eine Nachricht seines Hotels erhält, sollte genau hinschauen. Laut dem IT-Magazin „c’t“ verschicken Betrüger aktuell täuschend echte Zahlungsaufforderungen an Reisende. Die Nachrichten werden meist per Messenger versendet und enthalten die Behauptung, eine bereits geleistete Zahlung sei fehlgeschlagen. Um die Reservierung zu sichern, müsse der Betrag erneut überwiesen werden.
Besonders gefährlich: Die Kriminellen verfügen oft über echte Informationen zur Buchung. Namen der Gäste, Reisezeiträume oder Telefonnummern stimmen mit den tatsächlichen Daten überein. Dadurch entsteht der Eindruck, dass die Nachricht tatsächlich vom Hotel oder von der Buchungsplattform stammt.
Die Masche beginnt nicht bei den Reisenden, sondern bei den Hotels. Nach Angaben von „c’t“ verschaffen sich Angreifer über Phishing-Angriffe Zugriff auf Hotel-Konten, die zur Verwaltung von Buchungen auf Plattformen wie Booking.com genutzt werden. In diesen Systemen finden sich zahlreiche persönliche Informationen der Gäste.
Mit den erbeuteten Daten können die Täter glaubwürdige Nachrichten verfassen und gezielt Kontakt zu Reisenden aufnehmen. Die Zahlungslinks in den Nachrichten führen dabei auf gefälschte Webseiten, die echten Bezahldiensten oft zum Verwechseln ähnlich sehen. Dort sollen Nutzer ihre Kreditkarteninformationen eingeben – die Daten landen jedoch direkt bei den Betrügern.
Warum der Zeitpunkt kein Zufall ist
Die Nachrichten werden häufig kurz vor Reisebeginn verschickt. Genau dann beschäftigen sich viele Menschen intensiv mit ihrer Reise, prüfen Reservierungen oder organisieren letzte Details. In dieser Situation steigt die Wahrscheinlichkeit, dass eine vermeintlich dringende Zahlungsaufforderung ohne lange Prüfung befolgt wird.
Experten raten deshalb, Zahlungsaufforderungen über Messenger grundsätzlich skeptisch zu betrachten. Wer unsicher ist, sollte die Buchung ausschließlich über die offizielle App oder Website der Plattform überprüfen und das Hotel bei Rückfragen direkt über eine selbst recherchierte Telefonnummer kontaktieren. Wurden bereits Kreditkartendaten auf einer verdächtigen Seite eingegeben, sollte die Karte umgehend gesperrt und der Vorfall bei der Polizei gemeldet werden.
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