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Apple, Google & Co. im Visier

EU fordert mehr Schutz vor Online-Betrug

Richterhammer vor einer Flagge der Europäische Union
EU gegen Cyberkriminalität: Druck auf Apple, Google & Co. Foto: picture alliance / CHROMORANGE
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Manuel Bauer

29. September 2025, 17:34 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

Online-Betrug gehört zu den am schnellsten wachsenden Bedrohungen im Netz – und die EU-Kommission will nun entschieden gegensteuern. Im Fokus stehen dabei nicht die einzelnen Nutzer, sondern die großen Digital-Konzerne, die ihrer Ansicht nach eine besondere Verantwortung tragen.

Die Brüsseler Behörde prüft derzeit, wie die großen Plattformbetreiber ihre User vor Cyberkriminalität schützen. Konkret wurden Apple, Google, Microsoft und Booking.com aufgefordert, der Kommission gegenüber darzulegen, welche Maßnahmen sie gegen Betrug ergreifen. Laut einem Bericht von „Spiegel.de“ sollen die Unternehmen im Detail erklären, wie sie ihre Kunden vor gefälschten Apps, betrügerischen Angeboten oder manipulierten Kommunikationswegen schützen.

Verdacht auf Versäumnisse bei Sicherheitsmechanismen

Mit der Untersuchung will die EU klären, ob die Konzerne es Betrügern durch mangelhafte Sicherheitsmaßnahmen erleichtern, ihre Maschen im Netz durchzuziehen. Da die vier betroffenen Unternehmen einen erheblichen Teil des weltweiten Netzverkehrs kontrollieren, sieht Brüssel sie in besonderer Verantwortung. Nach den Maßstäben des Digital Services Acts sind sie verpflichtet, Nutzerinnen und Nutzer wirksam vor Betrug zu schützen.

Besonders kritisch sieht die Kommission die App-Stores von Apple, Google und Microsoft. Hier könnten Betrüger durch unzureichende Sicherheitsmaßnahmen gefälschte oder manipulierte Anwendungen platzieren. Auch irreführende Online-Anzeigen stehen im Fokus – ein Bereich, der vor allem Google betrifft. Zudem muss sich Booking.com erklären, nachdem es in jüngerer Vergangenheit Betrugsfälle über die Plattform gegeben hatte. Dabei hatten Kriminelle die internen Kommunikationskanäle genutzt, um sich gegenüber Reisenden als vermeintliche Hotels oder Veranstalter auszugeben.

Mögliche Konsequenzen: Millionenstrafen

Die betroffenen Unternehmen müssen innerhalb einer von der Kommission gesetzten Frist Stellung beziehen und ihre Schutzmaßnahmen belegen. Bleibt eine Antwort aus oder stellt sich heraus, dass die Vorkehrungen nicht ausreichen, drohen Verfahren und empfindliche Geldstrafen. Auch die Verweigerung von Kooperation könnte Sanktionen nach sich ziehen.

Damit macht die EU deutlich: Gegen Online-Betrug sollen künftig nicht nur die Opfer selbst, sondern vor allem die größten Plattformen des Netzes stärker in die Pflicht genommen werden.

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