30. Mai 2026, 8:03 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Künstliche Intelligenz beantwortet komplizierte Fragen, erstellt Bilder und fasst lange Texte in wenigen Sekunden zusammen. Viele Systeme gelten inzwischen als digitale Alltagshelfer, die selbst schwierige Themen schnell einordnen können. Umso überraschender wirkt es, wenn genau diese Technik an einer einfachen Aufgabe scheitert. Genau das passiert aktuell bei Googles eigener Such-KI. Schon eine simple Frage nach einzelnen Buchstaben bringt das System durcheinander.
Googles KI macht Fehler beim eigenen Namen
Wie ein Versuch zeigt, liefert die KI von Google ausgerechnet beim eigenen Namen eine falsche Antwort. Auf die Frage, wie viele P im Wort „Google“ vorkommen, erklärte das System zunächst, es gebe genau ein P in „Google“. Direkt danach buchstabierte die KI das Wort allerdings korrekt als „G-O-O-G-L-E“.
Auch das Online-Magazin „TechCrunch“ stellte dieselbe Frage und bekam erneut eine fehlerhafte Antwort. Dort behauptete die KI sogar, im Wort „Google“ steckten zwei P. Laut den Berichten treten solche Fehler nicht nur bei diesem Beispiel auf. Auch andere Wörter sorgen offenbar regelmäßig für falsche Buchstabenfolgen oder fehlerhafte Zählungen.
Mehr als nur ein harmloser Internetwitz
Auf den ersten Blick wirkt die Panne wie ein kurioser Fehler ohne große Bedeutung. Für Google ist das Thema allerdings unangenehm. Der Konzern integriert generative KI immer stärker direkt in die Suchmaschine. Die kurzen KI-Zusammenfassungen sollen Informationen schneller zugänglich machen und Nutzern Arbeit abnehmen.
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Gerade deshalb sorgen solche Fehler für Kritik. Denn die Beispiele zeigen, dass die verlässliche Einordnung von Informationen weiterhin Schwierigkeiten bereitet. Besonders problematisch wird das, wenn Antworten direkt oberhalb klassischer Suchergebnisse erscheinen und dadurch besonders sichtbar sind.
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Warum KI bei Buchstaben Probleme hat
Google bestätigte gegenüber TechCrunch, dass das Zählen einzelner Buchstaben eine bekannte Schwäche großer Sprachmodelle sei. Das Unternehmen erklärte außerdem, dass bereits an einer Lösung gearbeitet werde.
Der Grund liegt laut Google in der Arbeitsweise solcher Systeme. Große Sprachmodelle analysieren Texte nicht immer Buchstabe für Buchstabe. Stattdessen zerlegen sie Eingaben in sogenannte Tokens. Dabei kann es sich um ganze Wörter, Wortteile oder einzelne Zeichen handeln. Diese Tokens verarbeitet die KI anschließend als Zahlenwerte.
Dadurch erscheint ein Wort wie „Google“ für die KI nicht zwingend genauso, wie Menschen es lesen. Genau deshalb können selbst einfache Aufgaben wie das Zählen einzelner Buchstaben zu Fehlern führen.
Auch andere KI-Systeme betroffen
Das Problem betrifft nicht nur Google. Bereits 2024 sorgten ähnliche Tests mit ChatGPT-4o und Claude 3.5 Sonnet für Aufmerksamkeit. Beide Systeme sollen beim englischen Wort „strawberry“ (Erdbeere) zunächst nur zwei „r“ gezählt haben, obwohl das Wort tatsächlich drei enthält.
Die KI-Forscher Tairan Fu, Raquel Ferrando, Javier Conde, Carlos Arriaga und Pedro Reviriego beschreiben solche Buchstabenzählfehler in einer Untersuchung als typische Schwäche großer Sprachmodelle. Laut der Untersuchung löst auch eine andere „Tokenisierung“ das Problem nicht automatisch. Fehler hängen demnach zusätzlich mit der Wortlänge und mehrfach vorkommenden Buchstaben zusammen.
Der aktuelle Fall rund um Googles Such-KI zeigt damit ein grundsätzliches Problem, das mehrere bekannte KI-Systeme betrifft.