10. August 2026, 13:06 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Google konkretisiert den Zeitplan für mehrere Änderungen bei Gmail. Ab Januar 2027 fallen wichtige Funktionen für Drittanbieter-Konten endgültig weg. Wer Gmail als Sammelstelle für mehrere Postfächer nutzt, sollte seine Einstellungen prüfen und rechtzeitig Alternativen einrichten.
Für viele Nutzer war Gmail lange die zentrale Sammelstelle für mehrere E-Mail-Adressen. Genau diese Nutzung schränkt Google nun deutlich ein. Ab Januar 2027 entfernt Google mehrere Funktionen für Konten von Drittanbietern vollständig. Dazu zählen Gmailify, der POP3-Abruf im Web und „Senden als“.
Schon vorher kann es Einschränkungen geben. Im dritten Quartal 2026 beginnt eine Benachrichtigungsphase, die Nutzer in Gmail auf die Änderungen hinweisen soll. Während der Übergangszeit bis zum vierten Quartal 2026 sollen die Funktionen weiterlaufen. Neue Einrichtungen können in dieser Phase aber bereits eingeschränkt werden.
Übersicht
Gmailify und POP3-Abruf fallen weg
Gmailify ermöglichte es bisher, Konten von Anbietern wie Yahoo oder Outlook mit Gmail zu verbinden und dabei Gmail-Funktionen zu nutzen. Dazu gehörten Spamschutz, Kategorien für den Posteingang, die Gmail-Suche und Push-Benachrichtigungen. Diese Zusatzfunktionen entfallen künftig für Fremdkonten.
Auch der POP3-Abruf im Web wird eingestellt. POP3 ist ein älteres Abrufverfahren, mit dem Gmail Nachrichten aus anderen Postfächern holen konnte. Damit ruft Gmail im Web künftig keine neuen E-Mails mehr per POP3 aus externen Postfächern ab. Bereits importierte Nachrichten bleiben jedoch erhalten.
In der Webversion von Gmail lassen sich Drittanbieter-Konten künftig nicht mehr hinzufügen oder weiter synchronisieren. Das betrifft den Abruf über den Browser. Eine vollständige IMAP-Anbindung externer Postfächer direkt in Gmail ist ebenfalls nicht vorgesehen. Ordner, Strukturen und Änderungen lassen sich dadurch nicht zentral synchronisieren.
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Senden von fremden Adressen nicht mehr möglich
Zusätzlich streicht Google die Funktion „Senden als“ für Drittanbieter-Adressen. Nutzer können solche Adressen dann weder im Web noch in den mobilen Gmail-Apps als Absender verwenden.
Betroffen sind damit etwa externe Adressen von Anbietern wie Yahoo oder Outlook. Nicht betroffen sind andere Gmail-Adressen und Aliasse, die über Google Workspace laufen.
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Diese Alternativen bleiben für Gmail-Nutzer
Wer neue Nachrichten aus externen Postfächern weiter in Gmail erhalten möchte, kann beim jeweiligen Anbieter eine automatische Weiterleitung einrichten. Diese Weiterleitung sorgt dafür, dass eingehende Mails an das Gmail-Konto geschickt werden. Sie ersetzt aber nicht die bisherigen Gmailify-Funktionen.
Eine Weiterleitung betrifft zudem nur eingehende Nachrichten. Der Versand über die externe Adresse wird dadurch nicht ersetzt. Wer also bisher über Gmail mit einer externen Adresse geantwortet hat, muss dafür künftig einen anderen Weg nutzen.
Die mobile Gmail-App für Android, iPhone und iPad bleibt nutzbar. Dort können Drittanbieter-Konten weiterhin hinzugefügt und verwendet werden. Der Weg über die mobile App ersetzt jedoch nicht den POP3-Abruf im Web und auch nicht die wegfallenden Gmailify-Funktionen für externe Konten.
Am Computer bleiben klassische Mailprogramme wie Outlook, Thunderbird oder Apple Mail eine Alternative. Dort lassen sich mehrere Konten separat abrufen. Wer Gmail in einem dieser externen Mailprogramme nutzt, kann weiterhin per IMAP oder POP darauf zugreifen. Auch die Gmail API bleibt für programmatischen Zugriff verfügbar.
Ob ein Konto betroffen ist, lässt sich in Gmail im Browser prüfen. Dafür öffnen Nutzer die Einstellungen und wechseln zum Bereich „Konten und Import“. Unter „E-Mails von anderen Konten abrufen“ stehen die eingebundenen externen Postfächer. POP3-Einträge weisen darauf hin, dass Handlungsbedarf besteht.
Google warnt zudem vor Drittanbieter-Tools, weil sie Zugriff auf Anmeldedaten oder OAuth-Tokens benötigen können.