Zum Inhalt springen
logo Das Magazin für digitalen Lifestyle und Entertainment
News Sicherheit Alle Themen
KI statt Einwilligung?

Datenschützer schlagen wegen EU-Plänen Alarm

Ein Entwurf der EU könnte den Datenschutz aushöhlen.
Ein Entwurf der EU könnte den Datenschutz im Internet aushöhlen Foto: Getty Images/Maskot

22. September 2026, 15:15 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

Ein geleakter Entwurf aus den Verhandlungen zum sogenannten „Digital Omnibus“ sorgt für Kritik von Datenschützern. Die Datenschutzorganisation „noyb“ warnt davor, dass Unternehmen künftig deutlich einfacher personenbezogene Daten verarbeiten könnten, wenn dies im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz geschieht.

Neue Rechtsgrundlage für KI?

Konkret geht es um einen Vorstoß der irischen EU‑Ratspräsidentschaft. Dieser sieht vor, dass Firmen ein sogenanntes berechtigtes Interesse geltend machen können, wenn Daten für das Training oder den Betrieb von KI-Systemen genutzt werden. In vielen Fällen wäre eine ausdrückliche Zustimmung der Betroffenen dann nicht mehr notwendig.

Nach Darstellung von „noyb“ auf dem offiziellen Blog könnte das nicht nur neue Daten betreffen. Auch ältere Informationen aus Chats, sozialen Netzwerken oder anderen digitalen Diensten könnten unter die Regelung fallen. Der Datenschutzaktivist Max Schrems spricht deshalb von einer möglichen „digitalen Enteignung“ europäischer Nutzer.

Mehr zum Thema

Kritik an den Folgen für Wettbewerb und Datenschutz

Besonders profitieren würden laut den Kritikern große Plattformbetreiber und KI-Konzerne, die bereits über enorme Datenbestände verfügen. Europäische Mittelständler hätten dadurch kaum Vorteile. Statt mehr Wettbewerb könnte die Marktmacht großer Anbieter sogar weiter wachsen.

Auch interessant: Diese Einstellungen sollten PayPal-Nutzer unbedingt vornehmen

Zudem befürchtet „noyb“, dass personenbezogene Daten und Unternehmenswissen verstärkt über internationale Cloud- und KI-Dienste bei Anbietern aus den USA oder China landen könnten.

Noch ist nichts beschlossen

Der Vorschlag befindet sich weiterhin im politischen Abstimmungsprozess. Ob die Regelung am Ende tatsächlich kommt, ist offen. Auch rechtliche Hürden sind möglich. Der Europäische Gerichtshof hat in der Vergangenheit bereits mehrfach weitreichende Eingriffe in Datenschutzrechte eingeschränkt.

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.