5. Oktober 2026, 16:28 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Gebrauchte PC-Komponenten sind für Gamer oft eine Möglichkeit, beim Aufrüsten Geld zu sparen. Doch ein Spieler aus Deutschland machte nach dem Kauf eines Prozessors eine unerwartete Erfahrung. Nachdem er die CPU in seinen Rechner eingebaut hatte, sperrte Riot Games ihn für „Valorant“. Dabei hatte er nach eigener Aussage selbst nicht gegen die Regeln verstoßen.
Der Spieler schilderte auf Reddit, dass er einen gebrauchten AMD Ryzen 7 5800X3D über Kleinanzeigen erworben hatte. Zunächst funktionierte der Rechner nach dem Einbau wie erwartet. Kurz darauf flog er jedoch aus „Valorant“ und erhielt eine Sperre, obwohl er noch kein einziges Match mit der neuen Hardware gespielt hatte.
Gebrauchte CPU soll bereits gesperrt gewesen sein
Daraufhin wandte sich der Gamer an den Support von Riot Games. Nach seinen Angaben stellte sich dabei heraus, dass nicht sein eigenes Verhalten das Problem war. Stattdessen soll die gebraucht gekaufte CPU bereits auf einer Sperrliste gestanden haben.
Demnach gehörte der Prozessor zuvor offenbar einem anderen Spieler, den Riot wegen Cheatens dauerhaft von seinen Spielen ausgeschlossen hatte. Das Anti-Cheat-System erkannte die Hardware deshalb als auffällig und blockierte auch beim neuen Besitzer den Zugriff.
Für diesen kam die Sperre überraschend. Schließlich hatte er den AMD-Prozessor regulär gebraucht gekauft und nach eigener Aussage selbst keine Regeln gebrochen.
So erkennt Vanguard auffällige Hardware
Bei „Valorant“ verwendet Riot Games die Anti-Cheat-Software „Vanguard“. Sie arbeitet tief auf der Kernel-Ebene von Windows und kann Kennungen der verbauten Hardware erfassen. Damit sollen bekannte Cheater auch dann erkannt werden, wenn sie einfach einen neuen Nutzeraccount erstellen.
Vergleichbare technische Maßnahmen kommen auch bei anderen großen Online-Spielen zum Einsatz. Solche Systeme werden allerdings seit Jahren kontrovers diskutiert. Kritiker bemängeln ihren weitreichenden Zugriff, während Befürworter darin ein wichtiges Mittel im Kampf gegen Cheater sehen.
Eine Sperre durch Vanguard kann zudem weitere Spiele von Riot Games betreffen. Gebannte Nutzer können dadurch beispielsweise auch den Zugriff auf „League of Legends“ oder „Teamfight Tactics“ verlieren.
Was muss ein guter Gaming-PC können?
Die besten Prozessoren von AMD und Intel
Sperre soll weitere PC-Komponenten getroffen haben
Im geschilderten Fall blieb es laut dem Reddit-Beitrag nicht bei der gebrauchten CPU. Nachdem Vanguard den gesperrten Prozessor erkannt hatte, soll das System auch die übrigen Komponenten des Rechners mit der Sperre verknüpft haben. Dadurch kann also ein einziges bereits belastetes Bauteil Folgen für den gesamten PC haben.
Auch interessant: Neuer Sony-Controller soll Bezahlen per NFC und Bluetooth ermöglichen
Gerade beim Kauf gebrauchter Hardware entsteht daraus ein Problem. Käufer können demnach unwissentlich eine Komponente erwerben, die bereits mit einer solchen Sperre verbunden ist. Vor dem Kauf lässt sich das laut dem Bericht in der Regel kaum feststellen.
Riot Games lehnt Freischaltung ab
Eine nachträgliche Entsperrung erhielt der betroffene Gamer nach eigenen Angaben nicht. Riot Games lehnte seine Anfrage demnach ab. Würde der Hersteller solche Sperren aufheben, könnten allerdings auch tatsächlich gebannte Spieler versuchen, eine Hardware-Sperre auf diesem Weg zu umgehen.
Für den neuen Besitzer der CPU hat die Entscheidung weitreichende Folgen. Lediglich den Prozessor auszutauschen, würde nach dem Bericht nicht genügen. Um wieder ohne Einschränkungen auf die Spiele von Riot Games zugreifen zu können, müsste er einen vollständig neuen PC zusammenstellen. Bereits verwendete Komponenten könnten andernfalls direkt wieder eine Sperre auslösen.
Wir haben Riot Games um eine Stellungnahme gebeten. Eine Antwort lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht vor.