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Laser- oder Tintenstrahl?

Den richtigen Drucker fürs Homeschooling finden

Drucker im Arbeitszimmer
Mit Homeoffice und Homeschooling benötigen viele Menschen einen neuen DruckerFoto: Getty Image

Wer einen neuen Drucker braucht, ist oft ratlos: Laser oder Tinte, und wo liegt da der Unterschied? Sollte man bei besonders billigen Druckern zugreifen? Und stimmt es, dass viele Geräte nach gewisser Zeit automatisch kaputtgehen? Ein Leitfaden zum Drucker-Kauf.

Immer mehr Menschen arbeiten im Homeoffice, viele Kinder werden per Homeschooling unterrichtet. Im Zuge dieser Veränderungen, die uns die Corona-Pandemie gebracht hat, mussten viele Nutzer aufrüsten. Neben einem Laptop und Monitor benötigen sie oftmals auch einen Drucker, um beispielsweise Arbeitsblätter oder sonstige Dokumente auszudrucken. Doch der Kauf eines Druckers fällt vielen schwer: Die Auswahl ist groß, der Markt unübersichtlich. Oftmals variieren die Modelle in Preis, Ausstattung und Druckqualität. Welcher Drucker ist also der richtige für den eigenen Bedarf?

Drucker kaufen: Tinte oder Laser?

Was will ich drucken und wie viel, das ist die entscheidende Frage beim Drucker-Kauf. Auch sollten die Folgekosten möglichst günstig sein. Mit Laserdruckern und Tintenstrahldruckern teilt sich der Markt in zwei Kategorien. Beide Druckerarten gibt es dabei sowohl als Schwarz-Weiß- als auch als Farbgerät. Auch die Kombination mit Kopierer und Scanner, sogenannte Multifunktionsgeräte, finden sich sowohl beim Laser- als auch Tintendrucker.

Laserdrucker

Wer vorwiegend Texte druckt und ab und an noch ein PDF mit einigen Grafiken, dem empfiehlt sich ein Schwarz-Weiß-Laserdrucker. Der größte Vorteil solcher Geräte ist, dass die Tinte nicht eintrocknen kann, da die Toner von Laserdruckern auf Pulverbasis arbeiten. Sie eignen sich somit besonders gut für Menschen, die ihren Drucker vermutlich nur selten verwenden. Selbst nach Monaten ohne Nutzung arbeiten sie noch zuverlässig.

Bei Laserdruckern wird Farbpulver erhitzt und auf das Papier fixiert. Die Geräte sind mittlerweile sehr kompakt und arbeiten mit herkömmlichem Druckerpapier. Laserdrucker drucken – anders als Tintenstrahldrucker – nicht Zeile für Zeile, sondern in einem Schritt. Der Druckvorgang ist dadurch besonders schnell und Texte und Grafiken kommen gestochen scharf aufs Papier.

Schwarz-Weiß-Laserdrucker gibt es mittlerweile schon recht günstig. Für 100 bis 250 Euro finden sich empfehlenswerte Modelle beispielsweise von Brother, Kyocera oder HP. Auch Farb-Laserdrucker gibt es mittlerweile für den Heimbedarf, die mit Preisen von im Schnitt 200 bis 400 Euro aber deutlich teurer sind. Im Vergleich zu farbigen Tintenstrahldruckern bieten Farb-Laserdrucker allerdings nicht so eine hohe Qualität beim Ausdruck von aufwändigen Grafiken oder Fotos.

Folgekosten und Gesundheit

Laserdrucker sind die richtige Wahl für Nutzer, die entweder eher selten oder sehr viele Dokumente drucken. Was sich komisch anhört, lässt sich leicht erklären: Wenignutzer haben den Vorteil, dass ihr Laserdrucker nicht eintrocknet, das Gerät also nicht so leicht kaputt gehen kann oder der Toner ausgetauscht werden muss. Nutzer mit hohem Druckvorkommen sparen hingegen bei den Folgekosten. Obwohl der Toner eines Laserdruckers teurer ist als eine klassische Druckerpatrone, hält er meist länger. Ein Farbtoner für einen Farblaserdrucker schafft mindestens 645 Seiten, ein Schwarz-Weiß-Toner sogar noch mehr. Die Druckkosten pro Seite sind im Vergleich zu Tintenstrahldruckern somit deutlich geringer.

Im Zusammenhang mit Laserdruckern schauen viele Käufer auch auf den Gesundheitsaspekt. Da die Geräte mit Pulver statt Tinte arbeiten, stoßen sie über den eingebauten Lüfter eine geringe Menge an Tonerpartikeln aus. Die Hersteller steuern diesem Feinstaubausstoß mit Filtern entgegen, um den sogenannten LGA-Grenzwert nicht zu überschreiten. Dennoch ist es ratsam, einen Laserdrucker nicht in unmittelbarer Nähe zum Arbeitsplatz und an einem gut belüfteten Ort zu betreiben.

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Tintenstrahldrucker

Wer häufig farbige Grafiken oder ab und zu sogar Fotos ausdrucken möchte, der greift besser zum Tintenstrahldrucker. Auch für Nutzer, die zwar regelmäßig, dafür aber nur wenige Seiten drucken, bieten sich die Geräte an. Texte drucken Tintenstrahldrucker besonders schnell und vor allem leiser als Laserdrucker. Und Fotodrucke auf speziellem Fotopapier haben meist eine bessere Qualität.

Tintenstrahldrucker spritzen Tinte durch Düsen aufs Papier. Das erlaubt den Druck von Fotos oder Grußkarten. Aber es macht die Drucker auch anfällig: Werden die Geräte nicht regelmäßig verwendet, können die Düsen verstopfen. In Folge drucken die Tintenstrahler nur noch sehr blass oder lückenhaft, im Extremfall sogar gar nicht mehr. Moderne Tintenstrahldrucker möchten diesem Problem mit integrierten Reinigungsprogrammen vorbeugen. In regelmäßigen Abständen starten sie eine Druckkopfreinigung, bei der die eingetrockneten Düsen des Druckkopfes mit frischer Tinte aus den Druckerpatronen durchgespült werden. Das beansprucht allerdings die Druckerpatrone, die sich durch die Reinigungsvorgänge schneller entleert. Das kann ins Geld gehen. Ebenfalls zu beachten ist, dass Tintenstrahldrucker für die automatische Druckkopfreinigung am Strom angeschlossen sein müssen. Wollen Nutzer ihr Gerät also längere Zeit ohne Strom lagern, empfiehlt sich eher ein Laserstrahldrucker.

Im Vergleich zu Laserdruckern sind Tintenstrahldrucker deutlich günstiger. Einfache Geräte für den Farbdruck gibt es schon für unter 50 Euro. Derart günstige Modelle verursachen mitunter aber hohe Folgekosten, da die passenden Patronen sehr teuer nachgekauft werden müssen. Daher sollten sich Nutzer rechtzeitig darüber informieren, welche Patronen sich in den Geräten betreiben lassen und ob es günstige Alternativen zu den Originalpatronen vom Hersteller gibt.

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Was taugen nachgebaute Patronen?

Nachgebaute Patronen sind eine Alternative zu teurer Originaltinte. Mit ihnen können Nutzer bei gleicher Druckqualität oftmals bis zu 90 Prozent sparen. Einige Druckerhersteller wehren sich aber gegen diese Fremdpatronen. Für Ärger sorgte vor einigen Jahren beispielsweise HP, als nach dem Aktivieren einer Sicherheitsfunktion bei einigen Modellen das Drucken mit nachgebauten Patronen plötzlich nicht mehr möglich war. Nach Kundenprotesten erlaubte der Hersteller die Fremdpatronen dann wieder.

Käufer sollten prüfen, ob im gewünschten Drucker fremde Tinte eingesetzt werden kann. Allerdings kann der Hersteller-Service im Falle einer Reparatureinsendung erkennen, dass Fremdtinte verwendet wurde und verweigert womöglich die Garantieleistung. Generell empfiehlt es sich auch bei Nachbau-Patronen, auf etablierte Hersteller zu setzen.

Zusammenfassung

 LaserdruckerTintenstrahl
Pro+hohe Druckqualität
+Ausdruck wischfest
+hohes Drucktempo
+geringe Druckkosten
+Toner trocknet nicht ein
+ideal für seltene Nutzung
+günstige Anschaffung
+leiser Betrieb
+hochwertiger Fotodruck
+ideal für regelmäßigen Druck weniger Dokumente
Contra-höhere Anschaffungskosten
-nicht geeignet für Fotodruck
-mögliche Feinstaubbelastung
-Düsen können eintrocknen
-Reinigungsprogramm verbraucht Tinte und benötigt Stromanschluss
-meist höhere Folgekosten