Funkfrequenzen, die von DVB-T2 belegt werden, könnten für Mobilfunk genutzt werden.
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Przemyslaw Szymanski
12. Juni 2026, 14:36 Uhr |
Lesezeit: 3 Minuten
Das UHF-Frequenzband könnte nach 2030 neu verteilt werden. Davon würden vor allem Mobilfunknetze profitieren . Für DVB-T2 könnte die Entwicklung dagegen weitreichende Folgen haben.
Warum das UHF-Band plötzlich so wichtig wird
Wenn Mobilfunknetze an ihre Grenzen stoßen, liegt das nicht immer an fehlenden Sendemasten. Eine entscheidende Rolle spielt auch die Frage, welche Frequenzen den Netzbetreibern zur Verfügung stehen. Besonders begehrt sind niedrige Frequenzbereiche, weil sie große Flächen abdecken und Gebäude besser durchdringen als höhere Bänder.
Genau deshalb rückt derzeit das UHF-Band zwischen 470 und 694 Megahertz in den Fokus. Dieses Spektrum wird bislang unter anderem für DVB-T2 genutzt. Da die aktuellen Frequenzzuteilungen nach 2030 auslaufen, wird nun über eine Neuverteilung diskutiert. Eine Studie von WIK-Consult im Auftrag von Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland untersucht, ob künftig mehr Frequenzen dem Mobilfunk zugewiesen werden sollten.
Aus Sicht der Netzbetreiber bieten insbesondere Frequenzen um 600 Megahertz erhebliche Vorteile. Laut der Studie könnte die Mobilfunkkapazität in ländlichen Regionen um 33 Prozent und in halbstädtischen Gebieten um 14 Prozent steigen, ohne zusätzliche Funkstandorte errichten zu müssen. Vor allem entlang von Verkehrswegen, auf dem Land und innerhalb von Gebäuden könnten Nutzer von einer besseren Versorgung profitieren.
Wie groß der Nutzen solcher Frequenzen sein kann, zeigt das Beispiel T-Mobile US. Der Mobilfunkanbieter hatte sich bereits 2017 umfangreiche 600-Megahertz-Frequenzen gesichert und nutzte diese später für den Ausbau seines landesweiten 5G-Netzes. Der entscheidende Vorteil lag weniger in höheren Spitzengeschwindigkeiten als vielmehr in einer deutlich größeren Reichweite und besseren Gebäudedurchdringung.
Was die Neuverteilung für DVB-T2 bedeuten würde
Je attraktiver das UHF-Band für den Mobilfunk wird, desto stärker gerät DVB-T2 unter Druck. Nach Angaben der Studie nutzen aktuell noch rund 2,3 Millionen Haushalte in Deutschland den terrestrischen TV-Empfang. Gleichzeitig sinken die Nutzerzahlen kontinuierlich, während die Verbreitungskosten hoch bleiben. Allein ARD und ZDF gaben zwischen 2021 und 2024 mehr als 290 Millionen Euro für DVB-T2 aus.
Ein Ende des linearen Fernsehens würde eine Neuverteilung der Frequenzen allerdings nicht bedeuten. Inhalte könnten künftig verstärkt über IP-Netze oder Technologien wie 5G Broadcast verbreitet werden. Darüber hinaus betrifft die Debatte nicht nur Fernsehen und Mobilfunk: Auch Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben benötigen künftig zusätzliche Funkkapazitäten. Die Diskussion um das UHF-Band entwickelt sich damit zunehmend zu einer grundlegenden Infrastrukturfrage. Eine Abschaltung von DVB-T2 ist zwar nicht beschlossen, die Zukunft des Antennenfernsehens dürfte nach 2030 jedoch neu bewertet werden.
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