Für unter 300 Euro

iPhone 7 bei Aldi! Das Angebot hat einen Haken

Das iPhone 7 ist optische kaum von einem iPhone 8 zu unterscheiden
Foto: Getty Images

Ab Donnerstag, 27. Februar hat Aldi iPhones im Angebot, die vor allem preisbewusste Käufer anziehen sollen. Doch die vermeintlichen Schnäppchen haben einen Haken.

Zuerst einmal die gute Nachricht: Das iPhone 7 ist auch dreieinhalb Jahre nach Vorstellung Ende 2016 immer noch ein gutes Smartphone. Es erhält immer noch aktuelle Updates, wie erst vor kurzem iOS 13.3.1. Die Leistung ist gleichauf mit vielen aktuellen Mittelklasse-Smartphones und in puncto Verarbeitung spielt es immer noch ganz oben mit.

Gut gealtert…

Im Inneren des iPhone 7 arbeitet der A10-Fusion-Chip des Herstellers, dazu gibt es 2 GB RAM. Das klingt zwar wenig angesichts der bis zu 16 GB RAM, die in einem Samsung Galaxy S20 Ultra stecken. Aber iOS kommt immer noch erstaunlich gut mit wenig Arbeitsspeicher klar und Nutzer sollten keine Probleme mit der Arbeitsgeschwindigkeit haben. Das Smartphone besitzt außerdem ein 4,7 Zoll großes Retina-Display mit 1.334 × 750 Pixel Auflösung. Die Auflösung geht für das verhältnismäßig kleine Display in Ordnung, die Pixel-Dichte pro Zoll beträgt damit 326 PPI. Selbst das aktuelle Huawei Mate 30 liegt mit 389 PPI nicht erheblich höher. Auch ist das iPhone 7 das erste iPhone, das nach IP67 wasserfest ist und eine 12-Megapixel-Kamera mit optischer Bildstabilisierung (OIS) hat. Es kann sogar Videos in 4K-Auflösung aufnehmen und hat vergleichsweise starke Stereo-Lautsprecher. Einige Nutzer bevorzugen außerdem den Home-Button, mit dem sich das Smartphone entsperren lässt, und der in den neueren iPhones nicht mehr zu finden ist.

Was die Updates angeht, hat Apple schon immer geliefert. Selbst teure Android-Smartphones bekommen meistens nur zwei große Versionsupdates, das iPhone 7 hat bereits drei erhalten. iPhones erhalten im Schnitt 4-5 Jahre iOS-Updates und das iPhone 7 ist gerade einmal bei 3,5 Jahren. Als letztes ist das iPhone 6 aus der Liste der Geräte mit aktueller Software rausgefallen, es hat 4 Jahre und 11 Monate Updates bekommen. Das iPhone 6s hingegen hat iOS 13 bekommen und sollte auch noch iOS 14 sehen.

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…aber nicht mehr ganz aktuell

Doch das iPhone hat sich in den dreieinhalb Jahren deutlich weiterentwickelt. Dreifachkamera, fast randloser OLED-Bildschirm, großer Akku und kabelloses Laden – all das kam erst nach dem iPhone 7. Vor allem beim Akku merkt man dem Siebener das Alter an. Die kleinen Modelle ohne „Plus“ hatten stets einen unterdimensionierten Akku. Das iPhone 7 bringt es gerade einmal auf 1960 Milliamperestunden Kapazität. Das iPhone 11 Pro, das von den aktuellen Modellen dem iPhone 7 am ehesten von den Maßen her entspricht, hat eine mehr als 50 Prozent größere Batterie. Dass das iPhone 7 nicht kabellos laden kann, ist hingegen eher ein Kompromiss als eine Einschränkung. Es hat noch eine Aluminiumrückseite, die deutlich besser gegen Stürze geschützt ist als die Glasrückseite, die jedes iPhone seit dem iPhone 8 hat.

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Aldi bietet nicht den besten Preis

Und zwar nicht einmal annähernd. Denn das Angebot für 289 Euro gilt für ein generalüberholtes iPhone 7 mit 32 GB Speicher. Zwar ist die Überholung laut der Angebotsseite sehr gründlich – alle Komponenten werden ausgebaut, gründlich gereinigt, desinfiziert und wieder eingebaut (defekte Teile werden mit Originalersatzteilen getauscht). Es handelt sich dennoch nicht um ein neues iPhone. Das heißt, dass das Gerät geringe Gebrauchsspuren aufweisen kann und auch der Akku unter Umständen nicht mehr die volle Kapazität hat. Immerhin bekommt das iPhone eine zweijährige Garantie von Aldi-Partner Medion, die über die zwölfmonatige gesetzliche Gewährleistung hinaus geht.

Ein generalüberholtes iPhone 7 gibt es zum Beispiel bei Amazon bereits für knapp 185 Euro für die 32-GB-Version – mehr als 100 Euro günstiger als bei Aldi. Selbst die 128-GB- und die 256-GB-Versionen sind mit 209,90 Euro und 288,99 Euro noch unter Aldis Angebot. Die iPhones werden über Amazons „Renewed“-Programm verkauft. Renewed-Geräte werden optisch inspiziert und auf ihre Funktionalität getestet. Laut Amazon sollen nur einwandfreie Geräte, die wie neu aussehen und funktionieren, verkauft werden. Ist das nicht der Fall, wie einige Nutzer in den Bewertungen berichten, gibt es von Amazon einen Umtausch oder das Geld zurück. Der Akku soll laut Amazon mindestens 80 Prozent der ursprünglichen Kapazität haben. Die Geräte sind mit einer einjährigen Amazon-Renewed-Garantie ausgestattet.

TECHBOOK meint

„289 Euro für ein iPhone 7 sind nicht per se schlecht. Für einen günstigen Einstieg in die Apple-Welt ist das Smartphone weiterhin empfehlenswert. Auch der für März geplante iPhone-SE-Nachfolger iPhone SE2/iPhone 9 ist mit 450-500 Euro deutlich höher angesetzt. Aber für den Preis muss Aldi auch einen perfekten Zustand garantieren können, macht aber beispielsweise keine Angaben zum Zustand des Akkus. Für deutlich weniger Geld gibt es außerdem das Renewed-Angebot von Amazon, das ich persönlich interessanter finde.“ – Adrian Mühlroth, Redakteur

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