Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de

Android

Brauche ich einen Virenschutz fürs Smartphone?

Virenschutz Smartphone: Schwarzes Handy in einer männlichen Hand
Smartphones sind unsere alltäglichen Begleiter – aber schützen wir sie auch richtig?Foto: Getty Images

Bedrohungen für Smartphones sind vielfältig. Kann ein Anti-Virus-Programm helfen?

Auf unseren Mobiltelefonen sind jede Menge persönlicher Daten gespeichert. Fotos, Bank- und Bewegungsdaten und noch vieles mehr. Für den PC oder Laptop ist es inzwischen gang und gäbe ein Anti-Virus-Programm zu installieren. Da liegt die Frage nahe, ob sich das nicht auch bei einem Smartphone anbieten würde.

Vielfältige Gefahrenquellen für Smartphone-Nutzer

Die Gefahren für Smartphones und dadurch indirekt für ihre Nutzer sind vielfältig. Die meisten Viren sind zwar immer noch auf Computer ausgerichtet, aber im Bereich der mobilen Endgeräte gibt es täglich mehrere tausend Neuentdeckungen von Malware. Laut Branchenverband Bitkom schützen sich mehr als 80 Prozent der PC-Nutzer aktiv, bei Smartphone-Nutzern sind es deutlich weniger – nicht einmal die Hälfte.

Ob Spyware, die über Werbung eingeschleust wird, Banking-Trojaner, die es auf die Bankdaten der Nutzer abgesehen haben, Mobile-Phishing, bei dem manipulierte Apps oder Nachrichten zum Einsatz kommen oder Ransomware, deren Zweck meistens die Erpressung der Opfer ist – unsere Smartphones sind teilweise anfälliger, als wir das gerne hätten.

Virenschutz fürs Smartphone nicht so weit verbreitet

Parallel zu den vielfältig wachsenden Bedrohungen für Handys ist aber auch der Markt für entsprechende Schutzprogramme gewachsen. Zusätzlich zu ihren umfassenden Lösungen für Computer bieten namhafte Anbieter wie Kaspersky auch mobilen Schutz an.

Dabei gelten ähnliche Bewertungsmaßstäbe. Im Mittelpunkt steht der Sicherheitsaspekt: Wie viele Angriffe werden richtig erkannt? Aber auch das Handling des Schutzprogramms und der Funktionsumfang spielen eine Rolle. Beim Smartphone rückt außerdem der Aspekt der Geschwindigkeit noch mehr ins Zentrum. Da Handys im Alltag ständig genutzt werden, sind Anti-Virus-Programme, die zu deutlichen Geschwindigkeitseinbußen führen, nicht praktikabel.

Apple-Nutzer sind von Sicherheitsproblemen eher weniger betroffen. Da bei iOS legale Installationen nur über den hauseigenen App Store möglich sind und dieser strengen Richtlinien unterliegt, sinkt das Risiko, sich schädliche Software aufs iPhone zu laden. In der Regel sind deshalb aber auch die Virenschutze zu großen Teilen auf Android und andere Betriebssysteme abseits von iOS ausgelegt.

Das bekannte Testlabor AV-Test aus Magdeburg veröffentlicht regelmäßig seine Ergebnisse, sowohl für PC als auch für Smartphones mit Android. Laut aktuellen Daten sind folgende Programme in Sachen Sicherheit, Geschwindigkeit und Nutzerfreundlichkeit zu empfehlen.

  • G-Data Mobile Security
  • McAfee Mobile Security
  • Avast Mobile Security & Antivirus
  • Avira Antivirus Security
  • Kaspersky Internet Security

Der Haken, keins davon ist kostenlos! Dafür bieten sie guter Schutz, manuelle Einstellungsmöglichkeiten, kaum bis keine Performancebeeinträchtigung, intuitive Handhabe und ausführliche Scanberichte.

Wichtiger Punkt: Datenschutz!

Es gibt natürlich auch kostenlose Programme, häufig fordern diese aber vollen Zugriff auf das Smartphone und enthalten Werbung, um sich zu finanzieren. Eine Untersuchung der Stiftung Warentest im Jahr 2018 ergab, dass viele dieser kostenlosen Apps vor allem mehr Datenzugriff forderten, als für die angebotenen Funktionen nötig wäre. Ein gewisses Maß an Zugriff ist natürlich nötig, beispielsweise um verlorene Handys orten und manipulierte Daten identifizieren zu können, nichtsdestotrotz ist der Datenschutz bei kostenlosen Anti-Virus-Programmen für Smartphones oft nicht gewährleistet.

Grundsätzliche Sicherheitsvorkehrungen

Abseits von schützenden Programmen gilt für Smartphone-Nutzer ganz grundsätzliche Vorsicht. Der beste Schutz vor Malware ist vorsichtiges und umsichtiges Nutzerverhalten. Viele Browser bieten eine Firewall an; diese sollte auch genutzt werden, um vor unsicheren Internetseiten gewarnt zu werden. Apps sollten nur aus gesicherten Quellen und am besten auf Empfehlung installiert werden.

Das Nutzen von Hotspots und öffentlichen Netzwerken sollte nur dann erfolgen, wenn keine andere Möglichkeit besteht und vor allem sollte währenddessen nicht mit sensiblen Daten gearbeitet werden. Ein Beispiel dafür sind Bankgeschäfte: Nutzen Sie Ihre Online-Banking-App nur in sicheren WLAN-Netzwerken. Weitere bekannte Vorsichtsmaßnahmen, die auch am Computer gelten, können gut auf das Handy übertragen werden wie etwa den vorsichtigen Umgang mit Mails oder Messenger-Nachrichten.

Wer sollte sein Smartphone zusätzlich schützen?

Ganz grundsätzlich ist ein Virenschutz auf dem Smartphone nicht unbedingt nötig. Er empfiehlt sich aber dennoch für alle Vielsurfer. Vor allem, wer viel unterwegs ist und öffentliche Netzwerke nutzt, sollte über ergänzende Sicherheitsvorkehrungen nachdenken – ergänzend zu den eben genannten Sicherheitsvorkehrungen im Alltag.

Was spricht für einen Virenschutz?

  • erhöhter Schutz = höheres Sicherheitsempfinden
  • je nach App können Smartphones aus der Ferne geortet, gesperrt und manipuliert/Daten gelöscht werden
  • Warnungen vor unsicheren Seiten und Mails
  • Firewall, um sicher in öffentlichen Netzwerken zu surfen
  • vielfältige Einstellungen möglich

Was spricht gegen einen Virenschutz?

  • können teilweise Akku und Speicher sehr strapazieren
  • kostenlose Programme enthalten oft Werbung und sind unsicher im Datenschutz
  • teilweise werben die Programme mit Funktionen, die bereits in die Betriebssysteme integriert wurden (Bsp. Ortung)

Für die Installation von Virenschutz-Programmen für Android gilt: Nur Apps aus dem offiziellen Store installieren!

Themen