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Fitbit-Geräte bald nur noch mit Google-Account nutzbar

Folge der Google-Übernahme

Fitbit kündigt Account-Löschung an – Nutzer müssen handeln

Frau mit Fitbit-Fitness-Tracker benötigt bald Google
Fitnesstracker zeichnen Gesundheitsdaten während sportlicher Betätigungen auf. Foto: Getty Images

Nach der milliardenschweren Übernahme des Fitnesstracker-Anbieters Fitbit durch Google im Jahr 2021, stehen nun einige Änderungen für Nutzer an. Unter anderem plant Google einen Wechsel der Nutzer-Accounts. Die Änderung könnte in Deutschland Probleme verursachen.

Seit Januar 2021 ist Fitbit Teil des Suchmaschinen-Giganten und das hat nun laut eigener Ankündigung Folgen für die 29 Millionen Nutzer der Fitnesstracker. Dazu verkündete das Unternehmen einen Zeitplan für die Umstellung der Konten.

Fitbit ab 2023 Jahr mit Google-Konto nutzbar

Schon ab 2023 sollen Google-Konten mit Fitbit-Geräten kombinierbar sein. Bis dahin haben Nutzer noch die Wahl, ob sie weiterhin einen Fitbit-Account nutzen möchten, um ihre Fitnessdaten abzurufen. Die Unterstützung der Fitbit-Konten soll bis 2025 weitergehen, danach wird ein Google-Konto zwingend erforderlich, um die Geräte weiter verwenden zu können. Um die Kunden rechtzeitig über die Kündigung der Fitbit-Konten zu informieren, sollen Mitteilungen in der Fitbit-App, in E-Mails und in Hilfsartikeln das Vorgehen transparent machen.

Wer ein Google-Konto zur Verwaltung seiner gesammelten Gesundheits- und Fitnessdaten durch Fitbit-Geräte benutzt, muss auch Googles Daten- und Nutzungsbedingungen zustimmen. Diese unterscheiden sich von den bisherigen Geschäftsbedingungen von Fitbit. Google will jedoch sorgsam mit den sensiblen Gesundheits- und Fitnessdaten umgehen, die rechtlich als besonders schützenswert gelten. Demnach ist Google verbindliche Verpflichtungen mit Regulierungsbehörden eingegangen und will die Fitbit Daten nicht für Werbung nutzen. Google-Ads soll demnach kein Zugriff auf die Gesundheitsdaten bekommen, indem eine getrennte Speicherung erfolgt.

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Ist der Google-Kontozwang problematisch?

Der Konto-Zwang, der Verbindungen zu einem bestimmten Unternehmen zementiert, ist jedoch auch problematisch. Eine generelle Vereinheitlichung bringt zunächst viele Vorteile, weil die Nutzer nicht mehr zwischen verschiedenen Plattformen und Diensten wechseln müssen. Google liegt viel daran, die Nutzer an die eigenen Produkte zu binden. Denn wer einmal da ist, wechselt nicht mehr so schnell woanders hin. Das Google-Konto ist dabei der Schlüssel zu vielen praktischen Diensten, die im alltäglichen Leben immer wichtiger werden. Google Maps, Google Mail, Google Drive und der Google Play Store sind einige kostenlose Angebote, die bestimmt jeder schon einmal genutzt hat. Die Dienste sind jedoch auch nur kostenlos, weil Google die Daten der Nutzer verwendet, um Suchalgorithmen oder Werbeangebote zu verbessern. Wird das Google-Konto zusätzlich auf andere Unternehmen wie Fitbit ausgeweitet, steigt die Sammlung persönlicher Daten immer mehr an. Auch kann die Abhängigkeit der Nutzer von Diensten eines Unternehmens immer mehr zunehmen.

Damit kein Monopol entsteht, greift deshalb das Bundeskartellamt immer wieder bei Unternehmenskäufen ein. Bei der Übernahme des VR-Brillenherstellers Oculus durch Facebook wurden Facebook-Accounts ebenfalls verpflichtend eingeführt. Daraufhin leitete das Bundeskartellamt 2020 ein Verfahren ein, weil ein Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung vorliegen könnte. Die Facebook-Mutter Meta stellte daraufhin den Verkauf der Oculus-Brillen in Deutschland ein.

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Bis jetzt droht noch kein Verfahren des Bundeskartellamtes wegen der verpflichtenden Google-Kontoeinführung auf Fitbit-Geräten. Die marktbeherrschende Stellung von Unternehmen wird jedoch auch in Zukunft ein Thema bleiben.

Quellen

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