10. September 2026, 15:33 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Apple hat die Apple Watch Series 12 und die Apple Watch Ultra 4 vorgestellt. Die beiden Modelle bringen nicht nur einen neuen Prozessor mit, sondern erhalten auch zahlreiche neue Funktionen rund um Gesundheit, Fitness und künstliche Intelligenz. Gleichzeitig kehrt ein Material zurück, das lange aus dem Sortiment verschwunden war. Außerdem verbessert Apple nach eigenen Angaben die Akkulaufzeit und erweitert die Möglichkeiten der Health-App deutlich. Die Vorbestellung läuft bereits, der Marktstart folgt am 18. September 2026.
Keramik-Variante feiert ihr Comeback
Erstmals seit mehreren Jahren bietet Apple wieder eine Smartwatch mit Keramikgehäuse an. Die Apple Watch Series 12 erscheint wahlweise in Weiß oder Blau mit diesem Material. Daneben erweitert Apple die Farbpalette um Dark Bronze. Erhalten bleiben Black, Light Gold und Space Gray. Wer sich für die Titanium-Ausführung entscheidet, kann weiterhin zwischen Gold und Silber wählen.
Bei der Apple Watch Ultra 4 bleibt Apple hingegen bei den bekannten Varianten Schwarz und Natural. Größere optische Veränderungen gibt es bei beiden Uhren nicht. Deshalb behalten die Modelle auch ihre bisherigen Abmessungen. Die Series 12 wird erneut in 42 und 46 Millimetern angeboten, während die Ultra 4 weiterhin auf 49 Millimeter setzt.
Apple versieht die neuen Modelle erneut mit einer überarbeiteten Schutzschicht für das Display. Zum Einsatz kommt Ceramic Shield 2. An den Helligkeitswerten ändert sich dagegen nichts. Die Apple Watch Series 12 erreicht weiterhin bis zu 2000 Nits, die Ultra 4 maximal 3000 Nits.
Neues Messsystem soll genauere Gesundheitsdaten liefern
Im Gesundheitsbereich führt Apple mehrere Änderungen ein. Herzstück ist das neue Health Sensing System. Dafür wurden LEDs und Elektroden innerhalb der Uhr neu angeordnet. Ziel ist eine präzisere Erfassung von Gesundheitsdaten.
Besonders bei der Herzfrequenzmessung verspricht Apple Fortschritte. Die Uhren erfassen den Puls nun alle fünf Sekunden. Zusätzlich lässt sich die Herzfrequenz dauerhaft in Echtzeit verfolgen. Bislang war eine solche Anzeige nur während eines aktiven Trainings verfügbar.
Ebenfalls neu ist die Einbindung der Herzfrequenzvariabilität, kurz HRV. Sie beschreibt die zeitlichen Unterschiede zwischen einzelnen Herzschlägen. Die Daten fließen künftig in die Vitals-App ein und ergänzen dort die bestehenden Gesundheitswerte. Gleichzeitig werden sie Teil der neuen Tagesform-Funktion. Diese kombiniert Informationen aus Vitals, Aktivität und Schlaf und erstellt daraus eine tägliche Einschätzung.
Die Uhr schlägt daraufhin passende Empfehlungen vor. Als Hinweise nennt Apple unter anderem „Erholen“, „Kräfte einteilen“, „Bereit“ oder „Leg los“. Die Einschätzung bleibt dabei nicht statisch, sondern verändert sich im Laufe des Tages und reagiert auf absolvierte Aktivitäten.
Health-App erhält neue Tests und weitere Auswertungen
Auch die Health-App wird umfangreich ausgebaut. Apple integriert Apple Intelligence und gestaltet die Anwendung neu. Die KI soll unter anderem Trainingshinweise liefern und verschiedene Gesundheitsfunktionen unterstützen.
Neu ist zudem ein VO2max-Test, der mithilfe der iPhone-Kamera durchgeführt werden kann. Während des Tests zeigt ein Guide die erforderlichen Bewegungen auf dem Display an. Nach Abschluss landen die Ergebnisse direkt in der Health-App. Der Test kann jederzeit erneut durchgeführt werden.
Darüber hinaus widmet Apple dem Thema Longevity einen eigenen Bereich innerhalb der Anwendung. Nutzer in den USA können dort sogar Ergebnisse externer Blutuntersuchungen integrieren. Für Deutschland ist diese Funktion zunächst nicht vorgesehen.
Hinzu kommt ein weiterer Messwert namens Health Age. Die Anwendung berechnet dafür anhand der vorhandenen Vitaldaten ein biologisches Alter. Dieses kann von dem tatsächlichen Alter abweichen. Zusätzlich zeigt die App Hinweise an, wie sich dieser Wert möglicherweise verbessern lässt.
Neuer Chip bildet die Grundlage für KI-Funktionen
Sowohl die Series 12 als auch die Ultra 4 setzen auf den neuen S11-Chip. Laut Apple handelt es sich dabei um den leistungsstärksten Prozessor, der bislang in einer Apple Watch verbaut wurde.
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Die zusätzliche Leistung soll vor allem den zahlreichen KI-Funktionen zugutekommen. Viele davon werden in Deutschland allerdings zunächst nicht verfügbar sein. Apple verweist in diesem Zusammenhang auf die weiterhin ausstehenden Regelungen rund um Siri AI innerhalb der Europäischen Union.
Audio Intelligence erkennt Umgebungsgeräusche
Zu den neuen Funktionen gehört Audio Intelligence. Bestandteil davon ist Sound Recognition. Die Funktion erkennt verschiedene Geräusche aus der Umgebung und kann unter anderem Türklingeln, Sirenen oder Babyschreie identifizieren.
Außerdem integriert Apple eine Musikerkennung über Shazam. Läuft ein Song in der Nähe, soll dessen Titel direkt im Smart-Stapel erscheinen.
Nicht für Deutschland angekündigt ist hingegen Live Rewind. Mit einem Doppeldruck auf die Krone können Nutzer damit 15 Sekunden zurückspringen. Die Uhr speichert dafür fortlaufend Inhalte im Hintergrund. Die erfassten Informationen werden anschließend innerhalb der Siri-Anwendung bereitgestellt.
Ergänzend führt Apple Siri Recap ein. Die Funktion nutzt ebenfalls Ambient Listening. Aufnahmen lassen sich über das Control Center starten und beenden. Anschließend erstellt das System automatisch ein Transkript sowie eine kurze Zusammenfassung.
watchOS 27 bringt weitere Neuerungen
Bereits im Juni hatte Apple watchOS 27 vorgestellt. Die neuen Softwarefunktionen stehen nicht nur den aktuellen Modellen zur Verfügung. Auch Besitzer einer Apple Watch Series 9, Ultra 2 oder neuer können viele der Neuerungen nutzen.
Eine zentrale Rolle spielt erneut Siri AI. Unter anderem soll es möglich sein, Unterhaltungen auf der Uhr fortzusetzen, die zuvor auf einem MacBook begonnen wurden. Ermöglicht wird dies durch die neue Siri-App. Darüber hinaus soll die KI beim Korrigieren von Nachrichten helfen.
Sicher verfügbar ist in Deutschland der Workout Buddy ohne gekoppeltes iPhone in der Nähe. Läufer können damit künftig auf das Smartphone verzichten und trotzdem auf die Funktion zugreifen.
Ausgebaut wird außerdem das Zyklusprotokoll. Künftig enthält es zusätzliche Informationen rund um Perimenopause und Menopause. Nutzer können Symptome sowie Zyklusabweichungen dokumentieren. Die Health-App erstellt auf Grundlage dieser Angaben anschließend eine Einschätzung. Das Update wird ab dem 14. September 2026 veröffentlicht.
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Ultra 4 legt bei der Akkulaufzeit deutlich zu
Vor allem die Apple Watch Ultra 4 soll von Verbesserungen bei der Energieeffizienz profitieren. Apple nennt eine Laufzeit von bis zu zwei Tagen. Im Trainings-Tracking sollen bis zu 45 Stunden möglich sein. Wird zusätzlich der Energiesparmodus aktiviert, steigt die maximale Laufzeit laut Hersteller auf bis zu 84 Stunden.
Die Apple Watch Series 12 bleibt bei einer angegebenen Laufzeit von bis zu 24 Stunden. Dennoch sollen beide Modelle während längerer Trainingseinheiten effizienter arbeiten als ihre Vorgänger.
Preise und Verkaufsstart
Die Präsentation der neuen Uhren fand am 9. September 2026 statt. Zeitgleich startete Apple die Vorbestellung.
Der reguläre Verkauf beginnt am 18. September 2026. Die Apple Watch Series 12 kostet in der GPS-Version mit 42 Millimetern ab 449 Euro. Für die Apple Watch Ultra 4 werden mindestens 899 Euro fällig. Die Hermes-Ausführung bildet mit einem Einstiegspreis von 1699 Euro die teuerste Variante der neuen Modellreihe.