Vom Ladenhüter zum OP-Helfer – Apple Vision Pro findet ihre Nische
Chirurgen können über die Vision Pro medizinische Bilddaten direkt im Sichtfeld anzeigen lassen Foto: Getty Images
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Przemyslaw Szymanski
18. August 2026, 17:42 Uhr |
Lesezeit: 3 Minuten
Apples Vision Pro konnte sich bei privaten Käufern bislang nicht durchsetzen. Die AR-Brille galt als möglicher Start einer neuen Computer-Generation, blieb aber ein Nischenprodukt. Zudem soll Apple zuletzt die Weiterentwicklung des Geräts reduziert und Mitarbeiter anderen Projekten zugewiesen haben. In einem Bereich entwickelt sich die Datenbrille jedoch offenbar deutlich erfolgreicher: im Operationssaal.
Entwicklung begann bereits in Deutschland
Die Nutzung der Vision Pro in der Medizin beschäftigt Forscher in Deutschland schon seit 2023. Damals entwickelte ein Team um Dr. Ronny Grunert und den Neurochirurgen Prof. Dirk Winkler vom Universitätsklinikum Leipzig eine Software für den Einsatz im OP.
Die Anwendung blendet MRT- und CT-Aufnahmen direkt in das Sichtfeld der Ärzte ein. Dadurch können Chirurgen wichtige anatomische Strukturen sowie die Position ihrer Instrumente erkennen, ohne ständig zu einem separaten Bildschirm wechseln zu müssen.
Im Mai 2024 präsentierten die Forscher ihre Entwicklung bei Apple. Anschließend passten sie die Software gemeinsam mit Apple-Informatikern für die Vision Pro an. Obwohl die Datenbrille damals in Deutschland noch nicht verfügbar war, durfte das Team ein Gerät anschließend nach Leipzig mitnehmen.
Wie hilfreich die Vision Pro bei Operationen sein kann, zeigt eine aktuelle Untersuchung aus Kalifornien. Am Shiley Eye Institute der University of California San Diego analysierten Forscher insgesamt 32 Eingriffe an verstopften Tränenwegen.
Bei 16 Operationen verfolgten die Chirurgen die Bilder der Endoskopkamera über die Apple-Brille. Bei den übrigen Eingriffen nutzten sie stattdessen einen herkömmlichen Monitor.
Die Ergebnisse der Studie zeigen einen klaren Unterschied. Mit der Vision Pro betrug die durchschnittliche Dauer einer Operation 34,4 Minuten. Wurde ein herkömmlicher Monitor verwendet, lag die durchschnittliche Zeit bei 42,7 Minuten.
Damit verkürzten sich die Eingriffe durch die Nutzung der Apple-Brille um durchschnittlich 19 Prozent. Die beteiligten Ärzte berichteten außerdem von einer besseren Körperhaltung und einer geringeren Belastung während der Arbeit.
Laut Studie bevorzugten alle fünf beteiligten Chirurgen nach Abschluss der Untersuchung die Vision Pro. Komplikationen wurden in keiner der beiden Gruppen festgestellt.
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