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19 Prozent schnellere OPs

Vom Ladenhüter zum OP-Helfer – Apple Vision Pro findet ihre Nische

Apple Vision Pro auf einer Metallhalterung in einem Apple Store. Die Datenbrille ist mittig im Bild zu sehen, im Hintergrund stehen mehrere Personen zwischen Holztischen. Der Verkaufsraum ist hell beleuchtet, die Umgebung erscheint unscharf. Ein Kabel führt von der Brille zu einem Gerät auf dem Tisch.
Chirurgen können über die Vision Pro medizinische Bilddaten direkt im Sichtfeld anzeigen lassen Foto: Getty Images
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Przemyslaw Szymanski

18. August 2026, 17:42 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Apples Vision Pro konnte sich bei privaten Käufern bislang nicht durchsetzen. Die AR-Brille galt als möglicher Start einer neuen Computer-Generation, blieb aber ein Nischenprodukt. Zudem soll Apple zuletzt die Weiterentwicklung des Geräts reduziert und Mitarbeiter anderen Projekten zugewiesen haben. In einem Bereich entwickelt sich die Datenbrille jedoch offenbar deutlich erfolgreicher: im Operationssaal.

Entwicklung begann bereits in Deutschland

Die Nutzung der Vision Pro in der Medizin beschäftigt Forscher in Deutschland schon seit 2023. Damals entwickelte ein Team um Dr. Ronny Grunert und den Neurochirurgen Prof. Dirk Winkler vom Universitätsklinikum Leipzig eine Software für den Einsatz im OP.

Die Anwendung blendet MRT- und CT-Aufnahmen direkt in das Sichtfeld der Ärzte ein. Dadurch können Chirurgen wichtige anatomische Strukturen sowie die Position ihrer Instrumente erkennen, ohne ständig zu einem separaten Bildschirm wechseln zu müssen.

Kontakt mit Apple führte nach Cupertino

Im Oktober 2023 wandte sich Grunert per E-Mail direkt an den damaligen Apple-Chef Tim Cook. Bereits 14 Tage später erhielt das Team eine Antwort aus den USA – samt einer Einladung nach Cupertino.

Im Mai 2024 präsentierten die Forscher ihre Entwicklung bei Apple. Anschließend passten sie die Software gemeinsam mit Apple-Informatikern für die Vision Pro an. Obwohl die Datenbrille damals in Deutschland noch nicht verfügbar war, durfte das Team ein Gerät anschließend nach Leipzig mitnehmen.

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Studie untersucht Einsatz der Vision Pro im OP

Wie hilfreich die Vision Pro bei Operationen sein kann, zeigt eine aktuelle Untersuchung aus Kalifornien. Am Shiley Eye Institute der University of California San Diego analysierten Forscher insgesamt 32 Eingriffe an verstopften Tränenwegen.

Bei 16 Operationen verfolgten die Chirurgen die Bilder der Endoskopkamera über die Apple-Brille. Bei den übrigen Eingriffen nutzten sie stattdessen einen herkömmlichen Monitor.

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Operationszeit deutlich kürzer

Die Ergebnisse der Studie zeigen einen klaren Unterschied. Mit der Vision Pro betrug die durchschnittliche Dauer einer Operation 34,4 Minuten. Wurde ein herkömmlicher Monitor verwendet, lag die durchschnittliche Zeit bei 42,7 Minuten.

Damit verkürzten sich die Eingriffe durch die Nutzung der Apple-Brille um durchschnittlich 19 Prozent. Die beteiligten Ärzte berichteten außerdem von einer besseren Körperhaltung und einer geringeren Belastung während der Arbeit.

Laut Studie bevorzugten alle fünf beteiligten Chirurgen nach Abschluss der Untersuchung die Vision Pro. Komplikationen wurden in keiner der beiden Gruppen festgestellt.

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