30. April 2026, 17:14 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Es kommt selten vor, dass Apple in ein komplettes neues Marktsegment vordringt. Als Vision Pro Anfang 2024 startete, schien die Nachfrage nach VR-Headsets und virtuellen Welten noch viel Potenzial zu haben. Doch mittlerweile hat Marktführer Meta sein Metaverse eingestampft. Auch Apple zieht jetzt anscheinend die Reißleine und läutet das Ende von Vision Pro ein.
Nachfrage deutlich hinter den Erwartungen
Das berichtet zumindest „MacRumors“ mit Verweis auf Insiderquellen. Vor allem für den hohen Preis von 3699 Euro und das für ein VR-Headset beträchtliche Gewicht von 800 Gramm bekam Apples Vision Pro viel Kritik. Entsprechend niedrig waren die Absatzzahlen. Seit Launch 2024 wurden insgesamt rund 600.000 Einheiten verkauft. Das ist nur geringfügig mehr als die 500.000 Einheiten, die Apple allein für das erste Jahr kalkuliert hatte. Für den Lieferketten-Experten und scheidenden CEO Tim Cook ist das ein ungewöhnlich schlechtes Ergebnis.
Auch das technische Upgrade Ende 2025 konnte die Nachfrage nicht weiter ankurbeln. Die neue Version kommt mit dem deutlich stärkeren M5, 30 Minuten mehr Akkulaufzeit, neuen Displays mit 120-Hertz-Wiederholrate und 10 Prozent mehr dargestellten Pixeln. Das komfortablere Dual Knit Band sollte das unveränderte Gewicht besser verteilen. Diese Verbesserungen reichen jedoch anscheinend nicht aus, um das Interesse am Gerät deutlich zu steigern. Laut „New York Post“ erwartet Apple für 2026 nur 45.000 abgesetzte Einheiten.
Vision-Pro-Nachfrage bricht ein – Apple reagiert
Apple hat Produktionsprobleme bei neuem VR-Headset
Entwicklung eingestellt und Team neu verteilt
„MacRumors“ Informationen zufolge hat Apple die Weiterentwicklung von Vision Pro eingestellt. Das zuständige Team wurde auf andere Bereiche im Unternehmen verteilt. Ein Teil der Mitarbeiter arbeitet inzwischen an der Sprachassistentin Siri.
Diese personellen Veränderungen stehen im Zusammenhang mit einer bereits bekannten Umstrukturierung. Vision-Pro-Chef Mike Rockwell leitet seit März 2025 das Siri-Team. Eine Fortführung der aktuellen Produktlinie ist derzeit nicht geplant.
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Gerüchte über ein günstigeres und leichteres Modell mit dem Namen Vision Air gab es zwar, das Projekt wurde jedoch bereits im vergangenen Jahr gestoppt. Eine Rückkehr zur Vision-Pro-Reihe gilt nur dann als möglich, wenn sich deutliche Verbesserungen bei Preis und Tragekomfort umsetzen lassen.
Fokus auf Smart Glasses
Statt weiter in Mixed-Reality-Headsets zu investieren, richtet Apple den Fokus auf Smart Glasses. Diese sollen langfristig Funktionen aus dem Bereich der erweiterten Realität bieten. Geplant ist ein Ansatz ähnlich den Meta Ray-Bans.
Im Vordergrund stehen dabei KI-Funktionen. Die im Vision Pro entwickelte Technik kommt dabei laut „MacRumors“ nicht zum Einsatz, da sie für kleinere Geräte zu viel Energie benötigt. Vision Pro bleibt weiterhin im Verkauf, spielt für die zukünftige Produktstrategie jedoch offenbar keine zentrale Rolle mehr.