9. März 2026, 14:31 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Apple baut den Einsatz von 3D‑Druck in der eigenen Produktion weiter aus. Künftig könnten nicht nur Smartwatches, sondern möglicherweise auch iPhones stärker mit Bauteilen aus dem 3D‑Drucker gefertigt werden. Im Mittelpunkt steht dabei offenbar Aluminium als Material für Gehäusekomponenten.
Schon im November 2025 hatte Apple angekündigt, bei den Gehäusen der Apple Watch Ultra 3 und der Apple Watch Series 11 auf 3D-Druck zu setzen. Damals ging es allerdings um Titangehäuse, die Schicht für Schicht gedruckt werden und nicht aus einem massiven Block herausgefräst sind. Dadurch nutzt Apple das Material effizienter und reduziert Produktionsabfall. Nach eigenen Angaben wollte das Unternehmen mit diesem Verfahren im Jahr 2025 mehr als 400 Tonnen Roh-Titan einsparen. Laut Mark Gurmans „Power On“-Newsletter für das Nachrichtenportal Bloomberg sollen Apple Watches und sogar iPhones künftig mit Aluminium gedruckt werden.
Unterschiede zwischen Titan und Aluminium
Titan und Aluminium unterscheiden sich deutlich. Titan ist sehr fest, korrosionsbeständig und widerstandsfähiger gegen Kratzer. Es gilt als hochwertiges Material, ist aber teuer und aufwendig in der Verarbeitung. Aluminium ist leichter und deutlich günstiger. Dafür ist es weniger stabil und anfälliger für Gebrauchsspuren.
Um eine vergleichbare Stabilität zu erreichen, müssen Bauteile aus Aluminium oft etwas dicker konstruiert werden. In der Massenproduktion ist Aluminium jedoch einfacher zu handhaben und wirtschaftlicher. Zudem ist das Einfärben der Gehäuse aus Aluminium per Harteloxieren möglich. Für Titan sind aufwendigere Methoden notwendig.
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Mögliche Auswirkungen für Käufer
Ein Grund für den stärkeren Einsatz von Aluminium könnte in niedrigeren Kosten und einer besseren Skalierbarkeit liegen. Während Titan vor allem für hochpreisige Modelle wie die Ultra-Reihe geeignet ist, könnte Aluminium den 3D-Druck auch bei größeren Stückzahlen wie dem iPhone wirtschaftlich machen. Günstigere Materialkosten könnten theoretisch Spielraum für stabilere Preise oder attraktivere Einstiegsmodelle schaffen. Zudem ermöglicht 3D-Druck komplexere interne Strukturen. Das könnte langfristig dünnere oder leichtere Geräte begünstigen.
Allerdings gibt es auch Nachteile. Aluminium ist weniger robust als Titan und kann schneller sichtbare Gebrauchsspuren zeigen. Als Leichtmetall mit hoher Wärmeleitfähigkeit ist es im 3D-Druck technisch anspruchsvoll. Ohne genaue Temperaturkontrolle können sich Bauteile verziehen oder es entstehen innere Spannungen im Material. Wenn Qualitätsunterschiede auftreten, kann das die Haltbarkeit oder das Finish beeinflussen. Außerdem ist unklar, ob Apple mögliche Kostenvorteile tatsächlich an Käufer weitergibt.