23. April 2026, 16:38 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Die elektronische Patientenakte sorgt in Deutschland seit Jahren für Diskussionen. Kritisiert werden vor allem komplizierte Abläufe, Unsicherheiten beim Datenschutz und eine geringe Nutzerfreundlichkeit. Die Deutsche Telekom will genau hier ansetzen und bringt eine eigene Plattform an den Start.
Ziel ist es offenbar, die Nutzung der ePA zu vereinfachen und bestehende Hürden zu reduzieren. Die elektronische Patientenakte gilt weiterhin als wichtiger Bestandteil der Digitalisierung im Gesundheitswesen, wird im Alltag aber bislang oft als schwer zugänglich wahrgenommen.
Fokus auf Sicherheit und einfache Nutzung
Die Telekom hebt hervor, dass ihre Lösung als vollständiges Gesamtangebot konzipiert ist. Produkt, Plattform und Betrieb kommen aus einer Hand. Technische Grundlage ist die Open Sovereign Cloud innerhalb der T-Cloud. Die Telekom verarbeitet sämtliche Daten, auch Metadaten, ausschließlich in deutschen Rechenzentren. Diese erfüllen die Standards ISO 27001, BSI C5 und DIN EN 50600. Gleichzeitig gestaltet das Unternehmen die Anwendung so, dass Nutzer sie leicht verstehen und ohne großen Aufwand bedienen können.
Gottfried Ludewig, Leiter Public und Health der Deutschen Telekom, erklärte: „Mit unserer Patientenakte übernehmen wir Verantwortung: Wir bieten eine zukunftsfähige, souveräne und vertrauenswürdige Lösung aus einer Hand auf Basis unserer T Cloud an“. Zudem betont er: „Was nutzt eine ePA, die nicht genutzt wird? Versicherte und Krankenkassen erwarten eine Patientenakte, die sicher, leicht bedienbar und wirklich hilfreich ist. Genau das liefern wir.“
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Plattform soll bekannte Schwächen vermeiden
Nach Angaben des Unternehmens wurde die neue Lösung von Anfang an auf Wachstum und Weiterentwicklung ausgelegt. Sie soll typische Probleme bisheriger Systeme umgehen. Dazu zählen unter anderem bessere Suchfunktionen sowie strukturierte Daten. Auch die Nutzung für medizinische Forschung wird als Ziel genannt. Das System ist modular aufgebaut und kann erweitert werden, sodass neue Anforderungen berücksichtigt werden können.
Ein zentraler Bestandteil ist die Verbindung mit dem Magenta-Gesundheitsökosystem der Telekom. Dazu gehören digitale Identitäten, der Kommunikationsdienst TI-Messenger sowie zukünftige digitale Angebote für Versicherte. Durch diese Verknüpfung soll ein zusammenhängendes System entstehen. Krankenkassen können ihre digitalen Leistungen so schrittweise ausbauen, ohne auf getrennte Lösungen zurückgreifen zu müssen. Medienbrüche und zusätzlicher Integrationsaufwand sollen dadurch vermieden werden.