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eReader in neuer Version

Amazon Kindle Colorsoft (2025) im Test – mit Farbe, aber ohne Schnickschnack

Der Kindle Colorsoft 2025 im Test
Der Kindle Colorsoft 2025 im Test Foto: TECHBOOK / Rita Deutschbein
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Rita Deutschbein, Redaktionsleiterin TECHBOOK
Redaktionsleiterin

16. Oktober 2025, 13:07 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten

Amazon bietet mittlerweile zwei Versionen des Kindle Colorsoft an. Die neueste Variante des E-Book-Readers mit Farbdisplay kam in diesem Sommer auf den Markt. Doch wie schlägt sich das Modell im Test und welche Änderungen gibt es im Vergleich zur Signature-Edition von 2024?

Amazons Kindle Colorsoft (2025) bringt Farbe aufs E‑Ink‑Display. Mit einer Größe von 7 Zoll, IPX8‑Schutz und 16 GB Speicher sowie einer UVP von 259,99 Euro ist der eReader eher etwas für anspruchsvolle Leser.

Die wichtigsten Daten auf einen Blick

  • Im Standby keine Werbung, sondern Kunstmotive; Software reagiert spürbar schneller als bei manchen Farb‑Konkurrenten.
  • 7‑Zoll‑E‑Ink‑Kaleido‑3‑Display (300 ppi S/W, 150 ppi Farbe); Farbdarstellung dezent, Bedienung flott.
  • 16 GB Speicher; IPX8‑Wasserfestigkeit; USB‑C‑Anschluss, Kabel im Lieferumfang.
  • Kein kabelloses Laden, kein adaptives Frontlicht; Helligkeit und Farbtemperatur manuell.
  • Preisniveau ca. 259,99 Euro; gegenüber Paperwhite deutlicher Aufpreis.

Design orientiert sich am Vorgänger

Der Kindle Colorsoft (2025) setzt auf ein kompaktes 7‑Zoll‑Format, das trotz Farb‑E‑Ink angenehm leicht bleibt und im Alltag kaum aufträgt. Mit rund 215 Gramm liegt das Gerät sicher in der Hand. Positiv ist zudem die IPX8‑Zertifizierung, die das Lesen am Pool oder in der Badewanne erlaubt, ohne sich um Spritzwasser oder kurze Tauchgänge zu sorgen.

Abgesehen von der matteren Oberfläche und dem etwas tieferen Schwarz, sind die beiden Colorsoft-Modelle optisch kaum zu unterscheiden
Abgesehen von der matteren Oberfläche und dem etwas tieferen Schwarz beim Modell von 2025 rechts sind die beiden Colorsoft-Modelle optisch kaum zu unterscheiden Foto: TECHBOOK / Rita Deutschbein

Optisch ist der Kindle Colorsoft von 2025 nahezu identisch mit der Signature-Edition von 2024. Einzig die matte und etwas dunklere schwarze Rückseite erlauben es, die eReader auseinanderzuhalten. Zum praktischen Design zählen der USB‑C‑Anschluss und das beigelegte Ladekabel. Auf kabelloses Laden verzichtet das 2025er‑Modell allerdings.

Beim neuen Modell fällt der vergleichsweise helle Hintergrund positiv auf, der die Kontrastwirkung verbessert – besonders im direkten Vergleich zu manchen Farb‑Konkurrenten. Die integrierte Beleuchtung lässt sich in Helligkeit und Farbtemperatur feinfühlig manuell einstellen, ein Umgebungslichtsensor fehlt jedoch.

Kleine Anpassungen beim Display

Bleiben wir beim Display. Amazon setzt beim Kindle Colorsoft von 2024 und 2025 auf den ersten Blick auf die gleiche Technologie. Beide E-Book-Reader verfügen über ein E‑Ink‑Kaleido‑3‑Panel mit 7 Zoll Diagonale, 300 ppi für Schwarz‑Weiß und 150 ppi farbige Inhalte.

Der 2025er Kindle Colorsoft setzt laut offiziellen Angaben allerdings auf eine optimierte Version von Kaleido 3 mit höherem Farbumfang und verbesserter Hintergrundbeleuchtung für sattere Farben und bessere Lesbarkeit bei schlechten Lichtverhältnissen. Und tatsächlich: Im direkten Vergleich mit dem Vorgänger wirkt das Display etwas heller und leuchtender – die satteren Farben zeigt im Test jedoch eher die Signature-Edition.

Vergleich der Displays. Links der Kindle Colorsoft von 2024, rechts die Version von 2025
Vergleich der Displays. Links der Kindle Colorsoft von 2024, rechts die Version von 2025 Foto: TECHBOOK / Rita Deutschbein

Für E‑Ink erreicht der Colorsoft zwar den Stand der Technik bei Farben – dennoch bleiben diese systembedingt pastellig und nicht so leuchtstark wie auf LCD‑ oder OLED‑Tablets. Für Diagramme, Hervorhebungen, einfache Grafiken und kindgerechte Bücher reicht das gut. Wer hingegen kräftige Farben erwartet, sollte seine Erwartungen an die Technologie anpassen.

Im Alltag fällt auf, dass die Farbseiten minimal „aufbauen“, bevor sie stabil stehen – ein kurzer Moment, der die Lektüre aber kaum stört. Positiv wirkt der vergleichsweise helle Hintergrund, der die Lesbarkeit verbessert; gegenüber manchen Mitbewerbern entsteht so ein luftigeres, papierähnlicheres Erscheinungsbild.

Für Comics ist die 7‑Zoll‑Fläche in vielen Fällen zu klein: Sprechblasen geraten winzig, Zoomen unterbricht den Lesefluss. Bei reinem Text spielt das Panel seine Stärken aus und bietet ein angenehm ruhiges, augenfreundliches Bild.

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Flüssige Bedienung über Touchscreen

Die Bedienoberfläche orientiert sich am bekannten Kindle‑Ökosystem. Wer bereits einen Kindle genutzt hat, findet sich ohne Lernkurve zurecht. Der Kaufprozess über das Amazon‑Konto ist unkompliziert, auf Wunsch lockt das Abo‑Angebot Kindle Unlimited mit E‑Books, Magazinen und Hörbüchern.

In der Praxis reagiert die Software schnell. Menüs öffnen zügig, und Einstellungen wie Schriftgröße oder Beleuchtung sind logisch erreichbar. Insgesamt vermittelt die Nutzung das Gefühl einer ausgereiften Plattform, die den Fokus konsequent auf Lesen statt auf Nebensächlichkeiten legt.

Beim Umblättern zeigt der Reader ebenfalls Tempo. Seitenwechsel erfolgen flott, Markierungen und Notizen funktionieren zuverlässig und bei Farbseiten ist lediglich ein kurzer Bildaufbau erkennbar. Gegenüber manchen Farb‑Alternativen wirkt der Colorsoft spürbar reaktionsfreudiger, was den Lesefluss stärkt – besonders, wenn man häufig zwischen Kapiteln, Inhalten oder Ansichten springt.

Technische Daten zusammengefasst

  • Display: 7 Zoll, E‑Ink Kaleido 3; 300 ppi (S/W), 150 ppi (Farbe)
  • Speicher: 16 GB
  • Beleuchtung: manuell einstellbare Helligkeit und Farbtemperatur, kein Adaptive‑Light
  • Laden: USB‑C; kabelloses Laden entfällt
  • Schutz: IPX8 wasserfest
  • Gewicht: ca. 215 g
  • Akkulaufzeit: bei starker Nutzung etwa eine Woche und mehr (Praxis)
  • Standby: Kunstmotive statt Werbung
  • Unterstützte Formate (Auswahl): AZW3, AZW, TXT, PDF, ungeschütztes MOBI, PRC nativ; nach Konvertierung u. a. DOCX/DOC, HTML, EPUB, RTF, JPEG/GIF/PNG/BMP; Audible (AAX)

Unterschiede zur Signature‑Edition von 2024

Die 2025er‑Variante des Kindle Colorsoft positioniert sich sowohl preislich als auch vom Leistungsumfang unterhalb der Signature‑Edition von 2024. Sie kostet rund 30 Euro weniger (259,99 statt 289,99 Euro), halbiert den Speicher von 32 auf 16 GB und streicht Komfortfunktionen wie kabelloses Laden und das adaptive Frontlicht. Stattdessen werden Helligkeit und Farbtemperatur manuell geregelt.

Einen Punkt sollte man hierbei jedoch erwähnen: Die Signature‑Edition von 2024 hatte Berichten zufolge Qualitätsprobleme mit gelblichen Zonen am unteren Displayrand. Spätere Updates der Produktlinie adressierten diese Problematik. Im Test des 2025er‑Modells traten diese Effekte hingegen nicht auf. Wer also zwischen beiden Generationen schwankt, erhält mit dem neuen Colorsoft ein schlankeres Feature-Set, dafür aber ein ausgereifteres Gerät, das die Altlasten der frühen Signature-Serie umgeht.

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Vor- und Nachteile von Kindle Colorsoft (2025)

Vorteile

  • Farb‑E‑Ink für Magazine, Lehrwerke und farbige Markierungen
  • Sehr gute Bedienung, flottes Umblättern
  • IPX8‑Schutz; leicht und handlich (ca. 215 g)
  • Helligkeit/Farbtemperatur manuell fein justierbar
  • Keine Werbung im Standby, sondern stattdessen die Anzeige von Kunstmotiven

Nachteile

  • Farben bleiben pastellig/blass; für Comics nur bedingt ideal
  • Kleines 7‑Zoll‑Panel macht Comic‑Text oft sehr klein (Zoomen nötig)
  • Kein kabelloses Laden; kein adaptives Frontlicht
  • 16 GB Speicher knapp im Vergleich zu einigen Wettbewerbern mit 32 GB
  • Preisniveau deutlich über klassischen S/W‑Kindles; Aufpreis gegenüber Paperwhite hoch
  • Farbseiten bauen minimal verzögert auf (Panel‑Eigenart)

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Fazit: Kindle Colorsoft (2025) im Test

Der Kindle Colorsoft (2025) überzeugt, wenn Farbinhalte zwar gewünscht, aber nicht missionskritisch sind. Bedienung und Performance sind stark, die Wasserfestigkeit erhöht die Alltagstauglichkeit, und der helle Hintergrund unterstützt die Lesbarkeit. Die Farbdarstellung ist für E‑Ink gut, bleibt aber pastellig. Für Grafiken, Lehrbücher und kinderfreundliche Titel ist das ausreichend; für intensive Comic‑Lektüre empfiehlt sich eher ein Tablet oder ein größeres Display. Unterm Strich liefert der Reader solide Farbe ohne Spielereien.

Gleichzeitig ist der Colorsoft ein Nischenprodukt. Gegenüber einem klassischen Schwarz‑Weiß‑Kindle bezahlt man primär für Farbe, die nicht jede Nutzung rechtfertigt. Wer hauptsächlich Romane liest, fährt mit einem S/W‑Modell meist günstiger; wer Farben wirklich auskosten will, greift zum Tablet. Für alle dazwischen ist der Colorsoft (2025) eine zuverlässige, unkomplizierte Wahl mit bewusst reduziertem Funktionsumfang.

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