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Deutschland unterstützt Pläne der EU-Kommission

Bundesregierung will Smartphone-Hersteller zwingen, länger Updates anzubieten

Frau tippt auf Smartphone
Foto: Getty Images

Die Produktion von neuen Smartphones belastet die Ressourcen und Altgeräte enden oft als Elektronikschrott. Die deutsche Bundesregierung unterstützt deshalb Pläne der Europäischen Kommission, die Hersteller mit längerem Support in die Pflicht zu nehmen.

Bereits Anfang 2021 ist in Frankreich ein neues Gesetz in Kraft getreten, das Hersteller dazu zwingt, die Reparierbarkeit ihrer Smartphones vor dem Kauf kenntlich zu machen. Der Reparierbarkeitsindex ist Teil einer „Recht auf Reparatur“-Bewegung, die mittlerweile auch in Europa angekommen ist. Die EU-Kommission plant zudem neue Anforderungen an die Hersteller zu stellen, auch die Langlebigkeit der Geräte mit einem neuen Energielabel anzuzeigen. Zudem sollen Software-Updates und Ersatzteile bis zu fünf Jahre für Smartphones zur Verfügung stehen.

Updates für sieben Jahre

Einen Schritt weiter gehen laut dem Online-Portal „Heise“ nun die Pläne der deutschen Bundesregierung. Demnach sollen Smartphone- und Tablet-Hersteller verpflichtet werden, Updates und Ersatzteile für sieben Jahre bereitzustellen. Diese Forderungen gehen deutlich weiter, als es in der Industrie derzeit Praxis ist. Apple versorgt seine iPhones bis zu fünf Jahre lang mit Updates, in der Regel sind es jedoch eher weniger.

Android-Hersteller bieten zumeist nur für High-End-Geräte Updates für mehrere Jahre an. Immerhin haben sich mittlerweile Samsung, HMD Global (Nokia) und nun auch der chinesische Hersteller Vivo auf drei Jahre Updates verpflichtet. Auch Google selbst liefert für alle seine Pixel-Geräte drei Jahre lang Updates.

Bezahlbare und verfügbare Ersatzteile

Nicht nur fordert die Bundesregierung, dass Ersatzteile für einen längeren Zeitraum zur Verfügung stehen. Die Ersatzteile sollen zudem „angemessene“ Preise haben, die kenntlich gemacht und nicht im Nachhinein erhöht werden. Derzeit ist es bei vielen Herstellern Praxis, Ersatzteile nur an autorisierte Reparatur-Shops zu liefern. Oft stehen die Teile auch nur für einen begrenzten Zeitraum und zu horrenden Preisen zur Verfügung. Ein originaler Ersatzbildschirm für das OnePlus 8 Pro kostet etwa 300-350 Euro – bei einem Gerätepreis von circa 600 Euro.

Auch bei der Lieferzeit ist die Bundesregierung laut Heise für strengere Regeln. Sie unterstützt dabei die Pläne der Europäischen Kommission, eine Ersatzteillieferung innerhalb von fünf Tagen vorzuschreiben.

Quellen:

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