23. Juli 2025, 11:26 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Wer derzeit auf der Suche nach einem Smartphone aus dem Hause Sony ist, wird Probleme haben, das passende Modell zu finden. Denn derzeit ist nur ein halbwegs aktuelles Gerät in Online-Shops verfügbar. Möglicherweise läutet der Hersteller damit den Rückzug aus dem europäischen Markt ein.
Nur noch ein Sony-Xperia-Modell verfügbar
Das neue Sony-Flaggschiff Xperia 1 VII ist bereits im Juni erschienen, in Europa aber bislang nicht verfügbar. Weder im Online-Shop von Sony selbst, noch bei Mobilfunkanbietern oder Elektronikhändlern ist das Gerät zu finden. Auch frühere Xperia-Modelle sind vollständig aus den Regalen und von den Websites der Händler verschwunden.
Auf der Sony-Seite sind fast alle Xperia-Modelle derzeit als „Nicht auf Lager“ oder „Preis nicht verfügbar“ gelistet. Bei Letzteren gibt es zumindest die Möglichkeit, über den „Kaufen“-Button eine Liste der Distributionspartner (Amazon, 1&1, Media Markt etc.) zu erhalten. Wie TECHBOOK jedoch herausgefunden hat, laufen die Links entweder auf eine leere Seite oder öffnen nur die Homepages der Partner. Dort ergibt die Suche nach „Sony Xperia“ oft gar keine Ergebnisse oder nur noch für Modelle mit stark eingeschränkter Stückzahl oder regionaler Verfügbarkeit. Auch handelt es sich fast ausschließlich um veraltete Modelle – z. B. Xperia 10 V.
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Zieht sich Sony aus dem europäischen Markt zurück?
Faktisch hat Sony damit seine Xperia-Smartphones bereits weitestgehend vom europäischen Markt zurückgezogen. Ob dahinter tatsächlich die strategische Entscheidung liegt, den Markt nicht weiter zu bedienen, oder ob möglicherweise nur das Online-Angebot umstrukturiert wird, lässt sich derzeit nicht sagen. Auf TECHBOOK-Anfrage hat sich Sony mittlerweile in einem Statement zu seinem Smartphone-Geschäft in Europa geäußert:
„Sony bleibt seinem Xperia-Geschäft in Europa weiterhin verpflichtet und verkauft Xperia-Smartphones weiterhin über unseren Sony Online-Shop und andere Online-Kanäle in ausgewählten Märkten an unsere geschätzten Kund*innen.“
Die spärliche Verfügbarkeit von Xperia-Smartphones deutet allerdings darauf hin, dass Sony einen Strategiewechsel für sein europäisches Geschäft plant. Das finnische Portal „SuomiMobiili“ hat Mitte Juli ebenfalls ein Statement von Sony erhalten, das Aufschluss über die bevorstehenden Änderungen für Kunden gibt – auch wenn sich das Unternehmen sehr vage ausdrückt. In Finnland ist das Xperia 1 VII derzeit nicht erhältlich. Sony zufolge liege der Fokus aktuell auf dem Online-Handel. Bei Amazon sei das Gerät in „ausgewählten europäischen Märkten“ verfügbar. TECHBOOK hat alle europäischen Amazon-Präsenzen durchforstet und das Xperia 1 VII nirgendwo gefunden. Mitte Juli war das Smartphone zumindest noch bei Amazon Niederlande verfügbar. Das einzige halbwegs aktuelle Sony-Gerät, das vereinzelt verfügbar ist, ist das Xperia 10 VI von 2024.
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Xperia-Smartphones stachen in jüngerer Zeit vor allem durch innovative Kamera-Technologie und hochauflösende 4K-Displays aus der Masse hervor. Sony positionierte seine High-End-Modelle vor allem als professionelle Kameras und als Video-Monitore für seine Alpha-Kameras. Die Verkäufe von Telekommunikations-Sparte fallen seit Jahren jedoch stetig und machten 2024 nur noch etwa 1,6 Milliarden Euro aus – bei einem Gesamtumsatz der Sony Corporation von mehr als 75 Milliarden Euro. In Deutschland hatte Sony mit Xperia im März 2025 einen Marktanteil von einem Prozent.
Technische Probleme bei neuem Flaggschiff-Modell
Zuletzt machten zudem technische Schwierigkeiten dem Xperia 1 VII zu schaffen. Nutzer berichten über Abstürze, spontane Neustarts und sogar Komplettausfälle. Sony Japan hat die Probleme bestätigt und den Verkauf vorerst ausgesetzt. TECHBOOK hat von Sony folgendes Statement bezüglich des Verkaufsstopps für das Xperia 1 VII erhalten:
„Wir haben nun eine gründliche Untersuchung durchgeführt und sind zu dem Schluss gekommen, dass bei einer kleinen Anzahl von Xperia 1 VII-Smartphones der Herstellungsprozess zu einem Ausfall der Leiterplatte führen kann, was möglicherweise zu Stromversorgungsproblemen führen könnte. Kund*innen können sicher sein, dass dadurch keine Sicherheitsprobleme entstehen und der Herstellungsprozess sofort geändert wurde, um sicherzustellen, dass dies nicht erneut auftritt.
Wir haben alle betroffenen Smartphones erfolgreich identifiziert und werden allen betroffenen Kund*innen ab dem 21. Juli einen Ersatz anbieten. Die Kund*innen werden derzeit einzeln kontaktiert, um den Ersatz zu koordinieren, und wir gehen davon aus, dass der Verkauf bald wieder aufgenommen werden kann. Wir entschuldigen uns aufrichtig für die entstandenen Unannehmlichkeiten.“