10. August 2026, 14:36 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Am Mittwoch, 12. August, findet erstmals seit 1999 wieder ein ganz besonderes Naturereignis statt: eine totale Sonnenfinsternis. Teile von Grönland, Island und Spanien werden dabei vom Mond in Dunkelheit versetzt. Aber auch in vielen anderen europäischen Ländern wird zumindest eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen sein – klares Wetter vorausgesetzt. Doch was gibt es beim Einfangen des Spektakels mit dem Smartphone zu beachten?
Eine totale Sonnenfinsternis ist ein seltenes Ereignis, das standortgebunden nur alle paar Jahrzehnte auftritt und nur wenige Minuten andauert. Es ist daher ein beliebtes Motiv für Schnappschüsse mit dem Smartphone. Doch dabei gibt es ein paar Dinge zu beachten – unter anderem, um die Kamera zu schützen. Die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtbehörde Nasa gibt Tipps, wie ein Foto der Sonnenfinsternis gelingt.
Übersicht
Was ist eine totale Sonnenfinsternis überhaupt?
Das Besondere an einer totalen Finsternis ist, dass die Sonne komplett vom Mond verdeckt wird. Dieses Phänomen bietet die einzige Gelegenheit, bei der die Korona – also die äußere Atmosphäre – der Sonne sichtbar wird. Normalerweise ist diese durch das hellere Licht der Sonne selbst nicht auszumachen.
Wo kann man die totale Sonnenfinsternis sehen?
Die Totalitätszone – der Verlauf der Finsternis, während der die Sonne komplett durch den Mond verdeckt ist – beginnt am Mittwoch um 17 Uhr im Norden Russlands. Von dort durchläuft sie gegen den Uhrzeigersinn den Polarkreis über den Osten Grönlands. Danach verlässt sie die arktische Region und taucht um 17:48 Uhr über Reykjavík auf. Um 18:26 Uhr erreicht sie das europäische Festland und durchläuft Spanien (und einen winzigen Zipfel Portugals), die Balearen und das Mittelmeer, bis sie kurz vor Sardinien endet.
Bei guten Wetterverhältnissen lässt sich in Portugal, Frankreich, Irland, UK und der Schweiz eine partielle Sonnenfinsternis mit einer Abdeckung von 90 bis 99 Prozent erhaschen. Auch in Teilen der Niederlande, Belgiens, Luxemburgs, Deutschlands, Österreichs, Sloweniens, Kroatiens und Italiens sind es um die 90 Prozent.
Am besten ist die partielle Sonnenfinsternis in Deutschland von Freiburg aus zu sehen, hier liegt die Abdeckung um 20:17 Uhr bei 90 Prozent. Auch München und Stuttgart sind mit 89 Prozent noch gut dabei. In Hamburg und Berlin sind es um 20.08 Uhr immer noch knapp 85 Prozent. Der genaue Verlauf und wie die Abdeckung in der eigenen Stadt aussieht, lässt sich auf dem Zeitzonen-Portal „timeanddate“ verfolgen.
Wo genau sich die totale Sonnenfinsternis am 12. August 2026 sehen lässt, hat unsere TRAVELBOOK-Kollegin Karoline Schweers herausgefunden: Hier kann man die totale Sonnenfinsternis am 12. August am besten beobachten.
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Kamera nicht direkt auf die Sonne richten
Wie das menschliche Auge kann auch der Kamerasensor im Smartphone Schaden durch direkte Sonneneinstrahlung nehmen. Vor allem bei der Nutzung zusätzlicher Vergrößerungslinsen ist die Gefahr besonders groß.
Nasa empfiehlt daher die Verwendung eines Solar-Filters, um die Kamera zu schützen. Dabei handelt es sich um einen speziellen ND-Filter (Neutraldichtefilter) mit mindestens 16 Blendenstufen. Diese werden oft auch als Sonnenfinsternis-Filter verkauft und verdunkeln das Bild, um ein Foto direkt von der Sonne aufnehmen zu können.
Alternativ lassen sich aber auch Sonnenfinsternis-Brillen für die Smartphone-Kamera nutzen. Diese sind dafür vorgesehen, das menschliche Auge beim direkten Blick in die Sonne zu schützen – eignen sich jedoch auch als Filter-Ersatz.
Filter für das Sonnenfinsternis-Foto entfernen
Sobald die Sonne komplett durch den Mond verdeckt ist und nur noch die Korona sichtbar bleibt, können Filter oder Sonnenfinsternis-Brille entfernt werden. Für den kurzen Moment der Totalität besteht keine Gefahr, die Smartphone-Kamera zu beschädigen.
Da der Filter das Bild verdunkelt, ist die Korona möglicherweise nicht dadurch sichtbar. Wer das Phänomen also perfekt einfangen möchte, darf nicht vergessen, ihn vorher abzunehmen.
Belichtung und Fokus anpassen
Praktisch alle Smartphone-Kameras bieten die Möglichkeit, Fokus und Belichtung manuell festzulegen. Gerade bei der einzigartigen Gelegenheit, ein Foto der Sonnenfinsternis zu ergattern, sollte man davon Gebrauch machen.
Wie der Name schon sagt, erzeugt eine Sonnenfinsternis eine plötzliche Dunkelheit – und damit schwierige Lichtverhältnisse für eine Kamera. Es ist daher wichtig, die Belichtung entsprechend anzupassen, um die Korona der Sonne sichtbar zu machen. Bei weit entfernten Objekten ist es zudem wahrscheinlich, dass der Autofokus nicht wie erwartet funktioniert. Das manuelle Antippen zum Fokussieren ist daher ratsam.
Außerdem empfiehlt sich die Nutzung eines Tripods zur Stabilisierung der Kamera, um verwackelte Aufnahmen zu vermeiden.
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Nicht nur nach oben schauen
Das Spiel aus sichtbarer Korona und Mondschatten erzeugt eine fast gespenstisches Licht, das die Umgebung umhüllt. Dort, wo das Licht durch die Blätter von Bäumen gefiltert wird, entstehen „Miniatur-Finsternisse“ als Schatten auf dem Boden.
Die Nasa rät auch dazu, nicht nur das Phänomen selbst, sondern auch die staunenden Menschen zu fotografieren, um das Erlebnis selbst und die damit verbundenen Emotionen einzufangen.
Totale Sonnenfinsternis in Deutschland erst 2088
Bereits am 2. August 2027 wird die nächste totale Sonnenfinsternis in Europa im Süden Spaniens zu sehen sein. Für die meisten anderen Länder, darunter Deutschland, ist es jedoch ein Jahrhundertereignis, das erst wieder 2081 stattfinden wird.