Wie Smartphones den Untergang der Gesellschaft vorantreiben
Forscher sehen in der zunehmenden Smartphone-Nutzung einen möglichen Faktor für weniger Geburten Foto: Getty Images
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TECHBOOK Redaktion
12. Juli 2026, 8:25 Uhr |
Lesezeit: 2 Minuten
Immer mehr Länder verzeichnen sinkende Geburtenraten. Nach einer Auswertung liegt die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau inzwischen in mehr als zwei Dritteln der 195 Staaten unter 2,1. Dieser Wert gilt als notwendig, damit die Bevölkerungszahl ohne Zuwanderung stabil bleibt.
Auch in Deutschland wurden 2025 so wenige Kinder geboren wie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht. Eine Studie der University of Cincinnati sieht einen Zusammenhang zwischen der weltweiten Verbreitung von Smartphones und diesem Rückgang.
Rückgang nach Einführung neuer Mobilfunknetze
Nach Einschätzung der Forscher spielt die zunehmende Nutzung von Smartphones und sozialen Netzwerken eine wichtige Rolle. Besonders deutlich sei der Rückgang der Geburtenraten zunächst in den USA und Großbritannien gewesen. Dort wurden 4G-Mobilfunknetze vergleichsweise früh eingeführt. Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass Jugendliche mehr Zeit am Smartphone verbringen und sich seltener persönlich treffen. Dadurch könnten sich auch Beziehungen seltener entwickeln.
Wie das Magazin „Financial Times“ berichtet, erkennt der Datenjournalist John Burn-Murdoch ein ähnliches Muster auch in zahlreichen weiteren Ländern. In den USA, Großbritannien und Australien blieben die Geburtenraten bis in die frühen 2000er-Jahre weitgehend stabil. Ab 2007 gingen sie zurück, also in dem Jahr, in dem das erste iPhone vorgestellt wurde.
Nach Angaben des Experten begann der Rückgang in Frankreich und Polen ab 2009. In Mexiko, Marokko und Indonesien setzte die Entwicklung ab 2012 ein. In Ghana, Nigeria und Senegal waren die Geburtenraten zwar bereits zuvor gesunken, zwischen 2013 und 2015 fiel der Rückgang jedoch deutlich stärker aus. Smartphones wurden dort in diesen Zeiträumen zum Massenphänomen.
Auch andere Faktoren spielen eine Rolle
Neben der intensiven Smartphone- und Social-Media-Nutzung nennt die Analyse weitere mögliche Ursachen, etwa die verzerrte Darstellung der Realität auf Social Media. Demografie-Forscher Lyman Stone vom Institute for Family Studies sagte der „Financial Times“: „Wenn man seine Zeit auf Instagram verbringt, sind die eigenen Maßstäbe an einem künstlichen Bild davon verankert, was normal ist.“
Laut der „Financial Times“ beeinflussen außerdem wirtschaftliche Krisen und Wohnungsmangel die Familiengründung. Vor allem in den USA und Großbritannien seien diese Faktoren ein wesentliches Hindernis. Weniger Paare führten letztlich auch zu weniger Geburten.
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