17. März 2026, 14:48 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Samsung bewirbt Privacy Display als die größte Neuerung im Flaggschiff Galaxy S26 Ultra. Die Technik soll Inhalte in öffentlichen Umgebungen besser vor fremden Blicken schützen. Erste Nutzer berichten jedoch von Einschränkungen im Alltag.
Update (17. März): Samsung reagiert auf Kritik
Gegenüber „Techradar“ hat Samsung mittlerweile bestätigt, dass bei der Display-Darstellung unter bestimmten Voraussetzungen „Abweichungen“ auftreten können. Dabei bezieht sich der Konzern auf die Betrachtung aus einem schrägen Blickwinkel, bei der das Bild nicht mehr so klar erscheint wie „bei normaler Nutzung“.
Diese Inkonsistenz trete aber angeblich nur bei maximaler Helligkeit auf und soll bei der alltäglichen Nutzung und normalem Halten zu vernachlässigen sein.
Technik hinter dem Privacy Display
Für den Blickschutz setzt Samsung auf zwei unterschiedliche Pixel-Arten. Neben herkömmlichen, „weiten“ Pixeln kommen „schmale“ Pixel zum Einsatz, die das Licht gezielt nach vorn ausrichten.
Wird das Privacy Display aktiviert, schalten sich die weiten Pixel ab, wodurch sich die Auflösung halbiert. Auch die Spitzenhelligkeit sinkt dadurch dramatisch. Die betroffenen Flächen, etwa nur Benachrichtigungen oder ganze Banking-Apps, erreichen dann maximal 1156 Nits statt 2471 Nits.
Galaxy S26 Ultra mit Blickschutz-Display im Hands-on
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Nutzer berichten von Darstellungsproblemen
Auf Reddit schildern mehrere Nutzer Auffälligkeiten im normalen Betrieb. Einige vermuten, dass die Aufteilung in zwei Pixel-Typen auch ohne aktivierten Blickschutz sichtbar bleibt.
Ein Nutzer schreibt: „Sobald ich mein Smartphone leicht kippe (zum Beispiel wenn ich mit meiner Verlobten ein YouTube-Video anschaue), fühlt es sich an, als würden meine Augen den ,Betrachtungsmodus wechseln‘.“ Er bezeichnet den Effekt als „seltsam“.
In einem anderen Post heißt es: „Bei einem bestimmten schrägen Blickwinkel, wenn man in die direkte Ansicht übergeht, wird man gewissermaßen direkt von den schmalen Pixeln ‚getroffen‘.“ Besonders Text und blaue Links seien betroffen.
Auch die allgemeine Textdarstellung wird in einem Post kritisiert: „Der Text wirkt besonders merkwürdig, und die Kanten von Kästen und Begrenzungen scheinen sich auf eine Weise zu beugen, die – mangels eines besseren Wortes – ‚wellig‘ wirkt, und zudem pixelig.“ In einem Kommentar unter dem Post fügt ein Nutzer hinzu: „Nach längerer Nutzung ist dieses Display tatsächlich grenzwertig schmerzhaft anzusehen.“
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Ergebnisse aus dem Testlabor
Im Labortest konnte mein Kollege Christian Just von COMPUTER BILD die geschilderten Effekte bei frontaler Betrachtung nicht nachvollziehen. Auffälligkeiten bei der direkten Draufsicht traten nicht auf.
Messungen zeigen jedoch, dass der Farbraum minimal schlechter ausfällt als beim Vorgänger und bei den anderen S26-Varianten. Zudem reflektiert das Display mehr als beim Galaxy S25 Ultra, das noch eine stärker entspiegelte Oberfläche bot.