5. Februar 2026, 14:21 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Im Zuge von laufenden Ermittlungen zu einem Pentagon-Leak wollte das FBI die Chatverläufe der „Washington Post“-Reporterin Hannah Natanson einsehen. Dabei ist die Sicherheitsbehörde jedoch am Lockdown-Modus ihres iPhone 13 gescheitert, der zusätzlichen Schutz vor unbefugten Zugriffen gibt.
Lockdown-Modus schützt vor FBI-Zugriff
Mitte Januar stellte das FBI bei einer Durchsuchung in Natansons Haus unter anderem ihr dienstliches iPhone 13 sicher, berichtet „Ars Technica“. Wie aus Gerichtsunterlagen des Department of Justice (DOJ, dt. Justizministerium) hervorgeht, haben die Ermittler das Gerät „eingeschaltet und beim Laden aufgefunden; auf dem Display war vermerkt, dass sich das Telefon im ‚Lockdown‘-Modus befand.“
Das Computer Analysis Response Team (CART) des FBI versuchte, das Gerät zu entsperren, scheiterte aber: „Weil das iPhone im Lockdown-Modus war, konnte CART das Gerät nicht extrahieren.“ Mittlerweile hat die „Washington Post“ eine gerichtliche Stillhalteanordnung erwirkt. Wie aus einer schriftlichen Erklärung eines Assistant Director des FBI hervorgeht, hat die Behörde „alle weiteren Anstrengungen, das Gerät zu extrahieren, aufgrund der Stillhalteanordnung des Gerichts pausiert.“
Die Ermittler konnten lediglich die SIM-Karte aus dem iPhone entnehmen und auslesen. Bis auf die Telefonnummer konnten dadurch aber keine weiteren Daten, Inhalte oder Kommunikationsverläufe gewonnen werden.
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Das passiert, wenn der Modus aktiv ist
Apple hatte den Lockdown-Modus im Jahr 2022 mit iOS 16 eingeführt. Der Blockierungsmodus, wie die Funktion auf Deutsch heißt, gibt laut einem Support-Dokument „optionalen, extremen Schutz speziell für die wenigen Personen, die aufgrund ihrer Identität oder ihrer Tätigkeit möglicherweise persönlich ins Visier einiger besonders ausgefeilter digitaler Bedrohungen geraten können.“
Der Modus schränkt zahlreiche Funktionen stark ein, um potenzielle Sicherheitslücken zu schließen:
- Nachrichten: Die meisten Anhänge werden blockiert, Links und Vorschauen sind nicht verfügbar.
- Surfen im Internet: Einige Webtechnologien sind blockiert, Seiten können langsamer oder fehlerhaft laden.
- FaceTime: Anrufe nur von kürzlich kontaktierten Personen möglich.
- Apple-Dienste: Einladungen werden blockiert, Fokus funktioniert eingeschränkt, Game Center ist deaktiviert.
- Fotos: Standortdaten werden entfernt, geteilte Alben und neue Einladungen sind blockiert.
- Geräteverbindungen: Verbindungen sind nur mit entsperrten und bestätigten Geräten möglich.
- Drahtlose Konnektivität: Unsichere WLANs werden vermieden, 2G und 3G sind deaktiviert.
- Konfigurationsprofile: Profile und Geräteverwaltung sind im Blockierungsmodus nicht möglich.
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So aktivierst Du den Lockdown-Modus auf dem iPhone
Vorweg: Der Blockierungsmodus lässt sich nicht geräteübergreifend, sondern nur auf dem jeweiligen iPhone, iPad oder Mac einschalten. Allerdings schaltet sich die Funktion automatisch auf einer gekoppelten Apple Watch ein. Zudem erhalten Nutzer beim Einschalten auf einem Gerät eine Aufforderung, den Lockdown-Modus auch auf anderen Apple-Geräten zu aktivieren.
Hier die Anleitung:
- iPhone-Einstellungen öffnen.
- „Datenschutz & Sicherheit“ auswählen.
- „Blockierungsmodus aktivieren“ anklicken
- Auf „Aktivieren & Neustart“ tippen und mit dem Gerätecode bestätigen.
Über das Seitenmenü in Safari lassen sich einzelne Seiten auf die weiße Liste setzen, damit sie auch im Lockdown-Modus korrekt auf dem iPhone laden. Auch Apps lassen sich unter „Datenschutz & Sicherheit“ > „Sicherheit“ > „Blockierungsmodus“ ausschließen.