9. Januar 2026, 17:19 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Gerade noch zu 50 Prozent geladen und auf einmal fast leer – der Winter macht dem Smartphone-Akku zu schaffen. Dieser entlädt sich bei Minusgraden schneller, aber warum eigentlich?
Du bist unterwegs, holst Dein Smartphone aus der Tasche und bemerkst, dass Dein Handy nicht mehr funktioniert. Schuld ist wahrscheinlich der Akku, der sich draußen in der Kälte entladen hat. Doch warum passiert das bei niedrigen Temperaturen eigentlich?
Teilchen können sich nicht mehr bewegen
Ist es zu kalt, schalten sich einige Smartphones sogar selbst aus – auch wenn der Akku noch gar nicht leer ist. Vor allem Temperaturen unter 0 Grad sind ein richtiger Akku-Killer. Der Grund dafür liegt in der Substanz, aus der Ionen-Lithium-Akkus bestehen. Lithium zählt zu den Leichtmetallen. Die elektrisch geladenen Teilchen, die Ionen, bewegen sich im Akku zwischen der Anode und der Kathode in einer Flüssigkeit aus Elektrolyt.
Die Außentemperatur des Akkus hat einen entscheidenden Einfluss auf die Elektrolytflüssigkeit. Ist diese zu kalt oder zu heiß, wird der elektrochemische Prozess im Akku deutlich verlangsamt, weil die Flüssigkeit zäher wird. Das hat zur Folge, dass sich die Lithium-Ionen viel schwerfälliger zwischen Kathode und Anode bewegen. Das erhöht den Innenwiderstand. Wenn das Smartphone dann viel Energie vom Akku benötigt, sinkt die Spannung – und das kann zu einer Tiefenentladung führen. Im schlimmsten Fall kann das den Akku dauerhaft schädigen, zum eigenen Schutz schalten sich darum viele Handys selbst aus.
Fast jeder tut es! Dieser Fehler zerstört den Laptop-Akku
8 Fehler, die den Handy-Akku kaputtmachen
Nicht zu kalt – aber auch nicht zu heiß
Die ideale Außentemperatur hängt vom Hersteller ab. Apple gibt für iPhone-Akkus eine optimale Temperatur von 0 bis 35 Grad an. Generell sollte der Akku möglichst wenig mit Temperaturen um 0 Grad oder kälter in Kontakt kommen. Wer sich nun schon auf die warmen Temperaturen im Sommer freut, der kann leider auch dann von seinem Smartphone-Akku enttäuscht werden: Bei Temperaturen ab 40 Grad werden die Prozesse im Innern des Akkus beschleunigt, der Akku „altert“ viel schneller.
Auch interessant: 8 Fehler, die den Handy-Akku kaputtmachen
Das Smartphone nicht der Kälte aussetzen
Herrschen draußen Minusgrade, sollte man Smartphones entsprechend schützen. Trage Dein Handy deshalb am besten nah am Körper, um es warm zu halten. Auch eine Gummihülle kann das Smartphone vor Kälte schützen. Möchtest Du den Akku wieder aufladen, solltest Du so lange damit warten, bis das Handy wieder Zimmertemperatur erreicht hat. Auf diese Weise lädt sich der Smartphone-Akku optimal auf.